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| 16:18 Uhr

Trinken und Spenden
Ein Bier für den Finsterwalder Wasserturm

 Das Brauhaus geht mit gutem Beispiel voran. Lutz Müller (li.) und Markus Klosterhoff wollen die Finsterwalder zum Spenden für den Wasserturm animieren.
Das Brauhaus geht mit gutem Beispiel voran. Lutz Müller (li.) und Markus Klosterhoff wollen die Finsterwalder zum Spenden für den Wasserturm animieren. FOTO: LR / Jenny Theiler
Finsterwalde. Lutz Müller und Markus Klosterhoff haben eine Möglichkeit gefunden das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Damit möglichst viel Geld zusammenkommt, um den Dachstuhl des Wasserturms zu erneuern, soll eine besondere Brauspezialität die Finsterwalder zum Spenden motivieren. Von Jenny Theiler

Der Finsterwalder Wasserturm hat zwei Kriege und die verschiedensten Wettereinflüsse aus über einem Jahrhundert überstanden. Dennoch hat der Zahn der Zeit an dem beliebten Wahrzeichen der Sängerstadt genagt. Durch das Sturmtief Ende März und das Abknicken der Turmspitze sind alarmierende Schäden in der Dachkuppel erkennbar geworden. „Das Dachgebälk ist in einem total maroden Zustand. Würde man die Turmspitze jetzt wieder aufsetzen, würde, laut Architekt, wahrscheinlich der gesamte Dachstuhl zusammenbrechen“, sagt Lutz Müller vom Verein Lange Straße.

Die ersten Spenden für den Wasserturm schon eingesammelt

Bereits zum Straßenfest vor zwei Wochen hat der gemeinnützige Verein die Bevölkerung animiert, für den Wasserturm zu spenden. Die Bilanzen sind äußerst positiv. „Es sind sogar nach dem Straßenfest einige Leute bei mir zu Hause vorbei gekommen und wollten spenden. Mittlerweile haben wir knapp 3000 Euro zusammenbekommen“, sagt Lutz Müller. Die hohe Spendenbereitschaft zeigt, wie viel den Finsterwaldern am Erhalt ihres Wahrzeichens liegt. Jetzt sei es aber auch wichtig, Unternehmen aus der Region in die Spendenaktion einzubinden, findet Lutz Müller und hat in Braumeister Markus Klosterhoff einen verlässlichen Partner gefunden.

Das Finsterwalder Brauhaus hat mit einer besonderen Bierkreation in der Vergangenheit die Brikettfabrik Louise in Domsdorf unterstützt. „Ich hab mir gedacht, dass man sowas für den Wasserturm auch machen könnte. Von jeder gekauften Flasche sollen zwei Euro direkt auf das Spendenkonto gehen“, sagt der Braumeister. 1000 Liter zu
1000 Flaschen sind vorerst geplant. Acht Euro soll das Wasserturm-Bier kosten. „Das Brauhaus beteiligt sich mit einem Euro pro Flasche an der Spende. Der zweite Euro kommt vom Kunden“, erklärt Markus Klosterhoff die Idee. Verkauft wird das Bier dann über die unternehmerischen Partner in der Stadt und der Umgebung.

Ein angenehmes Sommerpils für den Finsterwalder Wasserturm

Markus Klosterhoff rechnet damit, das Bier bereits im Juli verkaufen zu können. „Es soll ein angenehmes Sommerpils werden, nicht so stark gehopft und nicht so bitter. Wir wollen damit den Geschmack von möglichst vielen Leuten treffen“, sagt er. Gleichzeitig soll die Aktion auch ein Anreiz für größere Unternehmen sein, sich auf ähnliche Art und Weise zu beteiligen. Der gemeinnützige Verein betont, dass auch jedes Unternehmen eine Spendenquittung erhält. „Das wichtigste ist, dass wir erst mal die Spendenbereitschaft weiter wecken. Für die Unternehmen ist die Beteiligung auch günstig, wenn sie dafür im neuen Dachstuhl verewigt werden“, gibt Lutz Müller zu bedenken. Es ist geplant, dass alle, die über zehn Euro für die Restauration spenden, namentlich auf Kupfertafeln erwähnt werden, die in Form einer Zeitkapsel in den neuen Dachstuhl eingearbeitet werden sollen.

Mit der Brau-Aktion sollen 2000 Euro Spendengelder zusammenkommen. Wie viel für die Restauration der Dachkuppel tatsächlich benötigt wird, ist durch die Stadtwerke aber noch nicht offiziell bekannt gegeben worden. „Den Schaden an der Wasserturm-Nixe übernimmt die Versicherung. Damit hat die Spendenaktion auch nichts zu tun“, sagt Lutz Müller. Bis es wieder soweit sein wird, dass die kupferne Nixe wieder auf einer festen Dachkuppel thront, wird der Verein Lange Straße auch weiterhin regionale Unternehmer ansprechen. „Das Herzblut für die Sache ist am wichtigsten. Nur so kann unsere Aktion größer werden und sie muss größer werden“, sagt der Finsterwalder.