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| 21:22 Uhr

Update: Katastrophentag für die Feuerwehr
400 Mann im Einsatz: Brände an Bahnstrecke Falkenberg und wieder Feuer in Lieberose

 Böschungsbrände entlang der Zugstrecke Cottbus-Leipzig haben auf zwei Waldgebiete übergegriffen.
Böschungsbrände entlang der Zugstrecke Cottbus-Leipzig haben auf zwei Waldgebiete übergegriffen. FOTO: VRS
Finsterwalde. Länger als acht Stunden sind die Löschkräfte an der Bahnstrecke zwischen Finsterwalde und Falkenberg/Elster schon im Einsatz. Bei Wildgrube erfolgen nun die Restlöscharbeiten. Die Finsterwalder Bürgerheide brennt noch immer. Das wird eine lange Nacht für die Feuerwehrleute.

Die Brände an der Bahnstrecke Cottbus - Falkenberg/Elster am Schienenweg zwischen Finsterwalde und Beutersitz (Elbe-Elster) sind gestoppt. Das hat Kreisbrandmeister Steffen Ludewig, der die Einsatzleitung am Nachmittag aufgrund der brenzligen Lage und Betroffenheit mehrerer Gemeinden selbst übernommen hat, gestoppt. „Die Brände sind unter Kontrolle“, bestätigt er der RUNDSCHAU bei der Einsatzbesprechung um 20 Uhr bei Wildgrube. „Es ist aber davon auszugehen, dass die Löscharbeiten bis Sonntagnachmittag andauern werden“, so der Brandschutz-Experte weiter. Neben mehr als 300 Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehren sind auch ein Polizeihubschrauber und eine Drohne im Einsatz.

Am frühen Samstagnachmittag waren mehrere Feuer entlang der Zugstrecke zwischen Falkenberg und Finsterwalde ausgebrochen, sie hatten teilweise schnell angrenzende Felder und Waldstücke erfasst. Im Bereich Beutersitz, Wildgrube bis Tröbitz sind etwa 43 Hektar betroffen, davon 40 Hektar Feld und Brachland sowie drei Hektar Wald.

Seit 14.30 Uhr laufen die Löscharbeiten der Feuerwehren, die mittlerweile aus dem ganzen Landkreis Elbe-Elster zur Unterstützung angefordert worden sind, entlang der Bahnstrecke zwischen Finsterwalde und Falkenberg. Von einem Feuerwehrwettkampf in Theisa mussten mehrere Wehren aus dem Stadtgebiet von Bad Liebenwerda unmittelbar zum Einsatz ausrücken.

Während die rund 150 Feuerwehr-Einsatzkräfte einen Waldbrand in Wildgrube, der zeitweise rund 20 Hektar erfasst hatte, weitgehend gelöscht haben, wüten die Flammen in einem Waldgebiet in Finsterwalde weiter. „In Finsterwalde sind 18,5 Hektar Wald der Bürgerheide Richtung Hennersdorf betroffen. Hier besteht die Schwierigkeit, dass die Löscharbeiten wegen Munitionsverdacht nur von den Wegen aus erfolgen können“, erklärt der Kreisbrandmeister.

Der den ganzen Tag über herrschende Wind hat die Feuer immer weiter angefacht, so dass es auch auf angrenzenden Felder und Wälder übergreifen konnte. So sind laut eines anderen Reporters der RUNDSCHAU auch Landwirtschaftsflächen zwischen Beutersitz und Schönborn in Brand geraten, die Ernte sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie groß der Schaden letztlich ist, ist noch unklar. Als Ursache der Brände wird der Funkenflug eines Zuges auf dem Gleisweg vermutet.

Die Rauchschwaden des Feuers sind kilometerweit zu sehen gewesen. In Domsdorf hüllten sie die erste Bergparade mit Hunderten Bergleuten und Besuchern zeitweise in einen hellen Nebel.

Der Zugverkehr entlang der Strecke bei Falkenberg ist nach Auskunft eines Bahnsprechers weiterhin eingestellt (Stand: 21 Uhr). Der Regional-Express RE 10 (Cottbus-Leipzig) wird weiterhin über Senftenberg umgeleitet. Die Regionalbahn RB 43 (Cottbus-Leipzig) fährt ebenfalls nicht, die Deutsche Bahn hat zwischen Falkenberg und Cottbus Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Der Einsatz der Feuerwehr ist auch in der Lieberoser Heide wieder in Größenordnungen erforderlich. Auch hier dauern die Löscharbeiten noch immer an.

Auf einer Fläche von rund 40 Hektar hat sich das Feuer im Gebiet um den Teerofensee in Byhlen (Amt Lieberose-Oberspreewald) am Freitagabend gegen 19.30 Uhr ausgebreitet. Ein Löschhubschrauber der Polizei ist zur Unterstützung hinzugerufen worden. Westwind treibt den Rauch laut Leitstelle Lausitz diesmal in Richtung Briesen und Cottbus.

Am Montag vor knapp zwei Wochen standen rund 100 Hektar Wald in der Lieberoser Heide in Flammen. Etwa eine Woche später hieß es dann, dass die Lage unter Kontrolle sei, es nur noch schwele in der Heide. In der Lieberoser Heide hat es schon mehrere, dramatische Brände gegeben. Ein großes Problem und ein Risiko bei der Brandbekämpfung ist immer wieder die Munitionsbelastung einiger Teile der Heide, weil sich dort einmal ein Truppenübungsplatz befunden hat.

(mit vrs/dmu/kw/leh/sk)