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Brache der Kistenfabrik wachküssen

Akteure der Zukunfts-AG sehen sich auf dem Gelände der ehemaligen Kistenfabrik in Finsterwalde um.
Akteure der Zukunfts-AG sehen sich auf dem Gelände der ehemaligen Kistenfabrik in Finsterwalde um. FOTO: Clemens Habermann
Finsterwalde. Da wird ein Projekt greifbar für die Zukunftsstadt. Die Überlegungen sprudeln. Ein ganzes Stadtquartier kann sich die Arbeitsgruppe "Kreativzentrum für junge Familien als Glasfaser-Campus" als Projekt für den Bundeswettbewerb "Zukunftsstadt" vorstellen. Gabi Böttcher

Sogar der private Grundstückseigentümer konnte am Dienstagabend im "Heimatladen" begrüßt werden: Maurer- und Betonbaumeister Mirko Lindstädt zeigt sich kampfentschlossen für dieses Zukunftsprojekt: "In den nächsten zwei bis drei Jahren muss hier aus meiner Sicht etwas zu sehen sein." Das Grundstück der ehemaligen Kistenfabrik an der Weststraße, das eine bewegte Geschichte vorweisen kann, hat drei andere Standorte ausgestochen. Ebenfalls betrachtet wurden die alte Weberei an der Stadthalle, die Marktpassage und das Feintuchgelände.

Regionale Identität zum Leben erwecken, wohnen, arbeiten, mobil sein, Brücken bauen zum benachbarten Gymnasium, die Vorzüge digitalisierter Arbeitsfelder zusammenbringen mit den Vorzügen ländlichen Wohnens in einem Stadtquartier mit viel Grün. - Clemens Habermann, der gemeinsam mit Sven Guntermann in der AG die Fäden zusammenhält, sieht all das am Standort, unmittelbar angrenzend an das Sängerstadt-Gymnasium, realisierbar. Alexander Piske von der Heimkehrerinitiative des Vereins "Generationen gehen gemeinsam" wollte ein emotionales Statement nicht unterdrücken: "Das Projekt wächst immer mehr in meinem Herzen. Der Standort ist genial." Die Gedanken auch in Richtung von Wohnangeboten für Schüler, eine eigenständige Versorgung einschließlich Lehrküche für das Gymnasium zu richten, regte er unter anderem an. Dabei Menschen mit Handicap einzubeziehen und eine Kontaktaufnahme zu den Elster-Werkstätten anzugehen, wurde weiterhin vorgeschlagen. Harald Breitzke, als interessierter Bürger schon mehrfach bei den AG-Sitzungen dabei: " Bei aller Digitalisierung - vergesst das Handwerk nicht." Tony Weggen vom Gymnasium: "Es wäre auch nicht schlecht, hier Brücken zu Studenten zu bauen:" Mit dem von den Stadtwerken angebotenen wertvollen Pfund des schnellen Internets könnte Toni Lehnert vom Sängerstadt-Gymnasium auf Anhieb sehr viel anfangen - Schließlich sei die Technologie an der Schule teilweise älter als er selbst. Räume für Freizeit-Stunden mit freiem WLAN? "Die Schüler würden wie Flutwellen dorthin strömen."

Clemens Habermann sieht in der Neuzeit in Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete auseinandergedriftete Lebensbereiche wieder in einem Quartier zusammenwachsen. Ökologische und soziale Gründe sprächen für das Wohnen, Arbeiten und Leben mit kurzen Wegen. Das sei ein sehr nachhaltiges Konzept und deshalb geeignet für einen Zukunftswettbewerb. Sven Guntermann steuerte die gute Nachricht bei, die allen Mut macht, weiter an der Projektidee zu arbeiten: "Die Stadt hat uns grundsätzlich grünes Licht gegeben, trotz privater Hand an dem guten Ansatz für diesen Standort weiterzuarbeiten." Voller Tatendrang fanden sich noch am Dienstagabend zwei Arbeitskreise zusammen. In einem soll die Geschichte des Areals mit seiner Industriebrache erkundet werden. Dazu sind alle Finsterwalder aufgerufen, sich mit ihrem Wissen zu beteiligen. Ein zweiter Arbeitskreis will einer Spur der Steine nachgehen, die typisch sind für die Sängerstadt, für hiesige Bauweisen und Materialien. Sie sollen fotografiert werden und Hintergrund sowie Inspiration sein für neu Entstehendes im neuen Quartier.