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| 12:59 Uhr

Finsterwalde
Bogenschießen als Ausgleich

Doreen Dombrowe (links) aus Finsterwalde und Sophie Gobi aus Doberlug-Kirchhain sind erlernen das meditative Bogenschießen. Markus Melke (Mitte) von der evangelischen Kirchengemeinde bietet seit einigen Wochen einen Kurs an.
Doreen Dombrowe (links) aus Finsterwalde und Sophie Gobi aus Doberlug-Kirchhain sind erlernen das meditative Bogenschießen. Markus Melke (Mitte) von der evangelischen Kirchengemeinde bietet seit einigen Wochen einen Kurs an. FOTO: Franziska Dorn
Finsterwalde. Im Archegarten am Finsterwalder Gemeindezentrum treffen sich seit einigen Wochen immer mittwochs vor allem junge Menschen, die die beruhigende Wirkung Bogenschießens für sich entdeckt haben oder noch entdecken wollen. Von Franziska Dorn

Denkt man an Bogenschießen, fällt einem meistens der Name Robin Hood ein. Heute ist Bogenschießen ein olympischer Sport und eine beliebte Freizeitbeschäftigung. „Aber Bogenschießen kann noch mehr“, weiß Markus Melke, Jugendmitarbeiter bei der evangelischen Kirchengemeinde in Finsterwalde.

Markus Melke ist überzeugt davon, dass Bogenschießen einen positiven Einfluss auf Körper und Seele hat. Seit einigen Wochen beweist er es auch anderen. Im Archegarten am Finsterwalder Gemeindezentrum treffen sich immer mittwochs vorrangig junge Menschen. Einige von ihnen haben die beruhigende Wirkung des intuitiven und meditativen Bogenschießens bereits für sich entdeckt. Unter ihnen ist Doreen Dombrowe aus Finsterwalde. Sie hat bereits Erfahrungen gesammelt und freut sich, dass es dieses Angebot nun auch in ihrer Heimatstadt gibt. Es haben sich an diesem Abend vier weitere Interessierte eingefunden.

Der Kurs beginnt mit einer Meditation auf der Wiese. „Bevor man zu Pfeil und Bogen greift, ist es wichtig, dass man zur Ruhe kommt“, begründet Markus Melke die Übung. Im Anschluss formieren sich die Schützen vor der Zielscheibe, die eigentlich nur eine Styroporplatte ist. „Bei diesem Sport wird nicht gezielt. Es kommt eher darauf an, Auge und Hand möglichst achtsam zu koordinieren. Der Zeitpunkt, an dem der Pfeil gelöst wird, bestimmt das Körpergefühl. Das meditative Bogenschießen ist also vielmehr ein geistlicher Übungsweg“, versucht Melke das Prinzip zu erläutern. Auf ein behutsames Kommando hin lassen die jungen Leute den Pfeilen ihren Lauf. Die meisten landen zwar doch im Ziel, aber niemand eilt los, um die Ringe zu zählen. Die gibt es nämlich gar nicht.

Sepp Fröhlich aus Finsterwalde war schon mehrfach dabei. Seine Bewegungen wirken routiniert. „Wenn man das Prinzip verinnerlicht hat, spürt man die meditative Wirkung. Es entspannt wirklich“, sagt der 28-Jährige während er die Pfeile einsammelt. Geschossen wird mit Bögen aus Vollbambus und Carbonpfeilen. Sophie Gobi aus Doberlug-Kirchhain ist Neuling an diesem Abend. Sie hat von dem Angebot gehört und sich mit ihrem selbst gebauten Bogen eingefunden. „Mir macht es großen Spaß. Schnell entfaltet der Sport seine beruhigende Wirkung und man kann das Alltagsgeschehen ausblenden. Ich werde auf jeden Fall weiter dabeibleiben“, schwärmt sie.

„Wer wie Sophie das meditative Bogenschießen für sich ausprobieren möchte oder einfach schauen will, kann das immer mittwochs um 18 Uhr im Gemeindegarten tun. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich“, wirbt Melke für sein Projekt im Archegarten.