An dem zum Jahresende in den Supermärkten, Drogerien und anderen Geschäften angebotenen Feuerwerk in seiner gesamten Bandbreite sei nichts auszusetzen, weiß Frank Krüger von der Waffenrechtsbehörde im Polizeischutzbereich Elbe-Elster. Vorausgesetzt, dass man sich daran hält, diese Knallerei am Silvestertag und Neujahrstag zu betreiben. „Außerhalb dieser Zeit könnte dies durch die zuständigen Behörden durchaus als Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz gewertet und auch geahndet werden.“
Es gab in der Vergangenheit die Möglichkeit, die bösen Geister in der Silvesternacht zu vertreiben, indem ein Teil der Feuerwerker vorhandene Gas- und Schreckschusswaffen zum Einsatz brachten. Bisher wurde diese Art der Silvesterböllerei in der Öffentlichkeit seitens der zuständigen Behörden wie auch durch die Polizei „geduldet“ .
„Doch seit dem 1. April 2003, mit Wirksamwerden des neuen Waffengesetzes in der Bundesrepublik, ist diese Art der Geistervertreibung auf der öffentlichen Straße nicht mehr möglich.“ Sollte jemand in der Öffentlichkeit mit solchen Waffen pyrotechnische Artikel (Sterne und Raketen mittels Abschussbecher) oder nur Knallpatronen abschießen wollen, so sei, gemäß § 4 des Waffengesetzes, dazu jedoch ein „Nachweis der Sachkunde, eines Bedürfnisses und der Nachweis einer Haftpflichtversicherung gegen Personen und Sachschäden in Höhe von 1,0 Millionen Euro gegenüber der Waffenrechtsbehörde“ nachzuweisen.
Ein „Bedürfnis“ , mit einer Schreckschusswaffe aus Spaß schießen zu dürfen, könne wohl kaum von der Behörde gesehen, geschweige anerkannt werden und würde, verglichen mit den Belangen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, ohnehin keine Rolle spielen. Immerhin seien viele Menschen in feuchtfröhlicher Feierlaune beisammen. Deren Sicherheit sei zu schützen. Die Beantragung eines kostenpflichtigen „Kleinen Waffenscheines“ berechtigt nicht zum Schießen. Wer trotzdem eine Waffe ohne Kleinen Waffenschein führt und damit schießt, macht sich strafbar. Das jetzige Waffengesetz regelt nur das Schießen mit Kartuschenmunition auf befriedetem eigenem Grundstück oder mit Genehmigung des Eigentümers. Demnach ist man auch in diesem Gefilde, dem Abschießen von pyrotechnischen Artikeln für die Schreckschusswaffen, an die bereits gesagten Bedingungen gebunden. Erlaubnisse und Genehmigungen, die durch eine Behörde ausgesprochen werden, sind mit Kosten und Gebühren verbunden. Ob aber der dafür anfallende Kostenaufwand von rund 100 Euro den Kitzel der Ballerei lohnt? Dieses Geld ist wohl für Speisen, Getränke und eine gemütliche und fröhliche Silvesterparty besser angelegt. Zu Silvester gibt es schließlich eine Vielzahl pyrotechnischer Artikel und Erzeugnisse, die in den gesetzlich festgelegten Zei ten ohne Erlaubnis gekauft, geknallt oder abgefeuert werden können, meint Frank Krüger. (hs)