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Kulturhöhepunkte erhalten
Bloß nicht noch ein Ausfall 2019

Doberlug-Kirchhain. Doberlug-Kirchhainer Stadtverordnete diskutieren über Frühlingsfest und Rock am Schloss. Von Heike Lehmann

Bloß nicht noch ein Ausfall im Jahr 2019! So könnte man die neu in Gang gekommene Debatte um das Frühlingsfest und die Open-Air-Veranstaltung Rock am Schloss überschreiben. Für 2018 sind alle Messen gesungen – beide Höhepunkte fallen aus unterschiedlichen Gründen aus. Das blieb nicht ohne Echo in der Bevölkerung. Dennoch scheint die politische Diskussion in diesen Tagen dort zu beginnen, worüber man schon vor einem Jahr gesprochen hatte. Dabei versuchen alle, ihr Gesicht zu wahren. Es sind aber auch versöhnlichere Töne zu hören.

Ein erster Gedankenaustausch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bildung, Soziales und Tourismus zum Format Frühlingsfest endete darin, eher am gewohnten Stil festzuhalten: jährlich abwechselnd in den beiden Stadtteilen zu feiern und einem Vertragspartner für die Organisation Sachleistungen seitens der Stadt bis zu einer festgeschriebenen Höhe zuzusichern.

Die Fraktion WBU-LUN dagegen will ein gemeinsames Konzept für die „beiden größten und publikumswirksamsten Veranstaltungen der Stadt“, wie es Fraktionschef Gert Fest in dieser Woche in der Sitzung vom Haupt- und Finanzausschuss formulierte. „Denkbar wäre die Großveranstaltung Rock am Schloss abwechselnd mit dem Finsterwalder Sängerfest, weil die Termine nah beieinanderliegen, und das Frühlingsfest jeweils abwechselnd mit Rock am Schloss“, erklärte er. Zu überlegen sei, ob nicht auch Rock am Schloss wie das Frühlingsfest besser in die Hände eines Veranstalters zu geben wäre. Inhaltlich konzeptionelle Überlegungen zu beiden Kulturhöhepunkten sollte man dann vom professionellen Betreiber abfordern, ergänzte Fraktionskollege Klaus Rippe. Für die Verfahrensweise ab 2020 regt die WBU-LUN einen entsprechenden Grundsatzbeschluss an. Danach sollen Ausschreibungen an Dritte bzw. Verträge durch die Verwaltung erfolgen. Ein finanzieller Rahmen sei festzulegen.

Rock am Schloss in fremde Hände zu geben, lehnten sowohl Thomas Boxhorn (CDU) als auch Lutz Kilian (SPD/FDP) ab. Gerade der CDU aber war die verlustreiche vierte Auflage im vergangenen Jahr ein Dorn im Auge, so dass Fraktionschef Thomas Boxhorn danach den Satz geprägt hatte, die CDU würde einem Haushalt für 2018 mit Rock am Schloss nicht zustimmen.

In dieser Woche erklärte er: „Seit dem 6. Oktober hat die Stadtverwaltung ein Konzept, warum es 2017 zum Defizit kam. Es gibt auch einen Finanzierungsplan bei der Verwaltung, wonach die Veranstaltung bei 2000 Besuchern kostenneutral wird. Dann macht es keinen Sinn zu privatisieren. Zumal die Stadt Fördermittel aus verschiedenen Töpfen nutzen kann, die ein Privater nicht kriegen würde.“ Boxhorn glaubt für 2019 fest an eine „schwarze Null“, wenn mindestens 2000 Besucher angelockt werden. „Die Verwaltung genießt unser Vertrauen und wird sich darum kümmern“, sagte er.

Während sich Klaus Rippe über „die vielen guten Argumente“ verwundert zeigte, bekräftigte auch Lutz Kilian: „Rock am Schloss ist toll, ist eine Markennummer und zieht viele Leute an. Die Stadt soll es weiter organisieren.“

Anders sei das beim Frühlingsfest, das im Übrigen jährlich stattfinden müsse, argumentierte der CDU-Fraktionschef. Man müsse beide Veranstaltungen separat betrachten. Für das Frühlingsfest müsse  wieder ein Betreiber gesucht werden. Zur öffentlichen Ausschreibung für 2019 werde die CDU zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 11. April einen entsprechenden Beschlusstext vorlegen.

Fachbereichsleiter Fred Richter drückte aufs Tempo. „Gleich nach diesem Beschluss sollte sofort die Ausschreibung erfolgen, so dass wir vor der Sommerpause noch die Vergabe vornehmen können“, sagte er.

Einer Einzelvergabe zum Frühlingsfest für 2019 wollte sich auch die WBU-LUN nicht verschließen. Ab 2020 aber solle ein gemeinsames Konzept über Rhythmus und Form beider kultureller Marken erstellt werden. An diesem Antrag hält man fest. Im Haupt- und Finanzausschuss gab es dafür bei zwei Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung keine Mehrheit. Am 11. April wird die Stadtverordnetenversammlung darüber befinden.