| 02:40 Uhr

Bis Maitrieb Ruhe bewahren

Zwischen Lindthal und Babben sah sich Minister Jörg Vogelsänger gestern die Schäden durch die Kiefernbuschhornblattwespe an.
Zwischen Lindthal und Babben sah sich Minister Jörg Vogelsänger gestern die Schäden durch die Kiefernbuschhornblattwespe an. FOTO: Böttcher
Massen. Die Kiefernbuschhornblattwespe hat in diesem Sommer in Elbe-Elster in bisher unbekanntem Ausmaß ihr Unwesen getrieben. Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger traf sich gestern bei Massen mit Waldbesitzern und Forstleuten. Es wurde gedämpfter Optimismus laut. Gabi Böttcher

In einem Waldstück zwischen Lindthal und Babben wurde deutlich, dass die Bekämpfung des Schädlings aus der Luft nicht unnütz war, die Bäume zeigen sich hier nicht komplett kahl wie anderenorts. Minister Vogelsänger wollte sich die politische Rückendeckung für den Einsatz der Pflanzenschutzmittel holen, denn ohne diese sähe der Schaden noch ganz anders aus. Auf die Frage eines Waldbesitzers, wer für den vom Schädling verursachten wirtschaftlichen Schaden aufkommt, gab es die Antwort: Für die Schadensregulierung gibt es noch kein Gerichtsurteil. Jedoch für die Aufforstung kann Förderung beantragt werden.

Botschaft der Forstfachleute: Bis zum Maiaustrieb erst einmal ruhig bleiben. Erst Mitte 2017 könne über wirtschaftlichen Schaden seriös geredet werden. "Betet um gutes Wetter im Frühjahr", so Lutz Heduschka, Leiter der Oberförsterei Herzberg des Landesbetriebes Forst. Gut seien ein kühles, feuchtes Wetter und zuvor ein möglichst normaler, kalter Winter ohne Barfröste.

Dr. Katrin Möller vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde hinsichtlich des weiteren Überwachens der Entwicklung des Schädlings: "Wir haben uns für diesen Bereich ganz viel vorgenommen. Und sei es in 14-tägigen Abständen." Ob es im Frühjahr eine erneute Behandlung geben müsse? Damit sei erst einmal nicht zu rechnen. Uwe Lewandowski, Leiter der Oberförsterei Hohenleipisch, möchte fast eine Wette abschließen, dass der Schädling erst wieder in drei bis Jahren aktiv werde.

Wichtig für die Waldbesitzer sei es, Holz aus dem Wald zu holen, um kein Brutpotenzial zu produzieren. Mit Blick auf die großen, betroffenen Kiefernbestände merkte Minister Vogelsänger an: "Wir zwingen Waldbesitzer nicht zum Waldumbau, wir bieten ihnen dafür Hilfe an." Die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB/Freie-Wähler-Gruppe) mahnte an, dass alle Partner vom Förster bis zum Minister schnell reagieren müssen, um Wald zu retten.