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| 11:41 Uhr

Interaktiver Blick in die Seele
Bin ich Sachse oder Preuße?

Die Schauspieler Roland Kurzweg und Friedrich Rößiger als Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Friedrich August I. von Sachsen.
Die Schauspieler Roland Kurzweg und Friedrich Rößiger als Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Friedrich August I. von Sachsen. FOTO: Museum Schloss Doberlug
Doberlug-Kirchhain. Der Identomat gibt Antwort – Besucher im Zwiegespräch mit den Königen. Von Heike Lehmann

( Vorbei ist die Zeit, dass man unerkannt durch Schloss Doberlug streifen kann. Das Renaissanceschloss mit sächsisch-preußischer Geschichte schaut seinen Besuchern künftig in die Seele – sofern jene das zulassen. Der neue Identomat macht es möglich. Zu erwarten ist eine interaktive Medienstation, die am 7. April in Betrieb genommen wird.

Die beiden Könige Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Friedrich August I. von Sachsen sind uneins. Wem gehört Doberlug, und wer steht eigentlich vor ihnen: ein Preuße oder ein Sachse? Es entspinnt sich ein nicht ganz ernst gemeintes Frage- und Antwortspiel zwischen den Königen und – man merke auf – dem für einen Spaß aufgeschlossenen Besucher. Am Ende wird schließlich dessen Identität ermittelt, soll heißen: Jeder erfährt, ob er im Kern sächsisch oder preußisch geprägt ist. Denn wir befinden uns schließlich im Überschneidungsgebiet, dort, wo Sachsen Preußen küsst. An diesem Slogan der Landesausstellung hält der Elbe-Elster-Kreis nach wie vor fest.

Für die Rollen konnten die Schauspieler von der Neuen Bühne Senftenberg Roland Kurzhals (Friedrich Wilhelm III. von Preußen) und Friedrich Rößiger (Friedrich August I. von Sachsen) gewonnen werden. Genutzt wird eine der Medienstationen von der ersten Brandenburgischen Landesausstellung „Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft“, die 2014 fast 100 000 Besucher in nur fünf Monaten ins Schloss lockte.

Die Idee für die interaktive Medienstation kommt vom Museum, die von den torhaus-Architekten für die Dauerausstellung „Doberlug und das sächsische Brandenburg“ umgesetzt wurde. „Es wurden ein Drehbuch geschrieben und ein Storyboard entwickelt“, beschreibt Babette Weber die einzelnen Arbeitsschritte. Der Identomat entstand in Kooperation mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Lehrstuhl für Medientechnik. Gedreht wurde auch an der BTU bei Campus TV. Derzeit wird noch an Schnitt und Grafik gearbeitet.

Die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts war nur möglich dank mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Elbe-Elster und mit Hilfe einer Förderung des EU-Fonds Leader.