| 02:41 Uhr

Biber beschäftigen Kreisentwicklungsausschuss

Die Fischer Toni und Ulrich Richter sowie Martin Keil (v.l.) redeten im Ausschuss Klartext zu ihren Konflikten mit dem Biber.
Die Fischer Toni und Ulrich Richter sowie Martin Keil (v.l.) redeten im Ausschuss Klartext zu ihren Konflikten mit dem Biber. FOTO: Böttcher
Staupitz. Eine Mogelpackung in Sachen Biber-Management befürchten sowohl Naturschützer als auch von Biberschäden Betroffene. Im Kreisentwicklungsausschuss wurde in dieser Woche Klartext gesprochen. Gabi Böttcher

Für Präventionsmaßnahmen vor Biberschäden sind bis 2020 Ausgaben von rund 700 000 Euro geplant, ließ Brandenburgs Landesregierung im Zusammenhang mit dem jetzt angeschobenen Biber-Managementplan wissen. Diese Summe würde allein für die Anlagen der Teichwirtschaft Thalberg benötigt werden, schätzte Fischer Ulrich Richter ein. Wenn durch die Bautätigkeit des Tieres die Frischwasserzufuhr zu den Hältern unterbrochen werde, würden Tonnen toter Fische die Folge sein, verdeutlichte Toni Richter. Es müsse den Fischern möglich sein, solche Dämme sofort zu entfernen. "Wir müssen die Arbeitskraft bezahlen, die die Biberdämme beseitigt. Wenn Artenschutz gewünscht ist, dann muss den Teichwirtschaften der Mehraufwand bezahlt werden", ergänzt Fischer Martin Keil aus Lindena. Eine Mogelpackung wird auch dahingehend befürchtet, dass geschützte Gebiete wie FFH-Gebiete weiter strengsten Regelungen unterliegen. Die meisten Fischereibetriebe lägen jedoch in solchen Gebieten.

Sören Wolf, Sachbearbeiter Biotop- und Artenschutz in der Kreisverwaltung, hatte zuvor das komplizierte Konfliktfeld zwischen strengen Schutzvorschriften für den Biber und den Belangen Geschädigter dargestellt. Wie groß die Population in Elbe-Elster ist, könne nicht beziffert werden. Dezernent Dirk Gebhard begrüßte, dass sich das Land der Problematik mit einem 7-Punkte-Plan zugewandt habe, wenngleich dadurch eine grundsätzliche Lösung nicht in Sicht sei.

Bei der Gratwanderung zwischen dem Schutz der Biber und den Interessen Betroffener versprach Frank George, Leiter des Amtes für Bauaufsicht, Umwelt- und Denkmalschutz, es noch besser zu versuchen, Entscheidungen im Ermessenspielraum zu treffen. "Und wenn die Mitarbeiter im Naturschutz überlastet sind, muss ich eine Planstelle beantragen", schlussfolgerte er. Die vom Land gekündigten zwei Biber-Manager, die zwischen Naturschützern und den von Schäden Betroffenen vermitteln sollen, dürften von Beginn an voll ausgelastet sein.