Von Josephine Japke

Mit dem Computer spielen und gleichzeitig Sport machen? Das geht? Na klar doch! Die Bewegungsinitiative „Kindersprint“ macht derzeit die Grundschulen in Finsterwalde und Umgebung unsicher und zeigt den Kids, dass Sport und Spiel immer auch zusammenhängen.

Toni aus der Klasse 1A der Grundschule Nehesdorf probiert es gleich als Erster mal aus. Er steht vor einem kleinen Computer, drückt auf einen Startknopf und wartet aufgeregt darauf, dass einer der beiden Pfeile links und rechts grün leuchtet. Ist es so weit, rennt er auf dieser Seite eine fast neun Meter lange Strecke schnurstracks nach hinten durch und im Slalom an Kegeln vorbei wieder zurück. Die Kinder feuern ihn an und beobachten ganz genau, ob er alles richtig macht. Toni schafft es fehlerfrei und holt sich den verdienten Applaus seiner Mitschüler ab.

„Genau darum geht es. Wir wollen den Kindern Freude und Spaß an Bewegung vermitteln“, erklärt Leiter Moritz Wehmeier vorher. Mit der Kindersprint-Initiative reisen der 23-Jährige und Kollegin Natalie Schupeck derzeit durch sechs Grundschulen im Raum Finsterwalde. 700 Kinder absolvieren den Parcours und testen dabei Reflexe, Koordination und Schnelligkeit. Highlight ist natürlich der kleine Computer, den jedes Kind selbst bedienen kann und der am Ende jede Zeit auf einem Kassenbon ausspuckt. „Die Kinder sind begeistert, weil es einfach mal was völlig Neues ist und sie aus dem Trott rauskommen“, erklärt Wehmeier.

Im Vordergrund steht dabei stets die eigene Leistung und nicht die der anderen. „Jeder orientiert sich an seiner Zeit und kann seine Verbesserung nachverfolgen“, erklärt auch Natalie Schupeck von der Initiative.

Das ist es auch, was Yvette und Jörg Träger von der Schülerhilfe Finsterwalde so begeistert. Sie sind Sponsoren der Initiative und lassen es sich nicht nehmen, sich das ganze selber mal anzuschauen. „Im Sport kann man viel damit kaputt machen, wenn man sich immer nur mit Stärkeren und Besseren vergleicht. Aus pädagogischer Sicht ist es super, dass jedes Kind einzeln gemessen wird und dafür immer eine Belohnung bekommt“, erklärt Yvette Träger.

Auch für Sportlehrer Herrn Schneider ist die Stunde eine willkommene Abwechslung. „Es ist eine neue Erfahrung. Der Parcours sieht erstmal nach wenig aus, die Kinder sind aber voll dabei und haben Spaß. Es ist interessant zu sehen, wie flink einige der Kinder im Antritt sind“, sagt er und schon ist auch Toni wieder an der Reihe, der allen davonläuft.