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| 14:26 Uhr

Angebliche Mahnung
Betrügerisches Schreiben: Nicht überweisen!

So sieht das Schreiben wegen angeblichem Zahlungsverzug aus.
So sieht das Schreiben wegen angeblichem Zahlungsverzug aus. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Doberlug-Kirchhain. LR-Leser erhält mysteriösen Brief, indem er aufgefordert wird, Geld auf rumänisches Konto zu überweisen. Von Daniel Friedrich

294 Euro­ – mit so viel Geld soll Dieter Nickisch angeblich in Zahlungsverzug beim „Fachverband der Lotterie und Glücksspielanbieter“ sein. Dabei spielt er gar kein Lotto und hat auch nirgends einen Vertrag mit einem Glücksspielanbieter zu laufen. Trotzdem flatterte dem RUNDSCHAU-Leser in dieser Woche ein mit „Mahnung“ überschriebener Brief ins Haus. Darin fordert ihn eine gewisse „BDME Group“ aus Berlin „letztmalig mit Nachdruck“ auf, den offenen Geldbetrag auf ein angegebenes Konto zu überweisen. Mehr noch: Würde er dieser Forderung nicht nachkommen, erhöhten sich die Kosten auf fast 800 Euro. Dann folgt noch ein ganzes Repertoire an Drohungen – vom Gerichtsvollzieher über eine Zwangsvollstreckung bis hin zur Pfändung zukünftiger Rentenansprüche. Wer leichtgläubig ist, dem kann beim Lesen des Textes schnell das Lachen vergehen.

Doch dass mit dem Brief etwas nicht stimmt, war Dieter Nickisch sofort klar. Er wendete sich an die Polizei, erstattete Anzeige und meldete sich in der Lokalredaktion der LAUSITZER RUNDSCHAU, um auch andere Leser zu warnen.

Ein genauerer Blick auf den Brief offenbart: Den angeblichen Fachverband gibt es gar nicht; ebenso wenig, wie die BDME Group, die die Zahlung eintreibt. Ruft man bei der angegebenen Telefonnummer an, so landet man auf einem englischsprachigen Anrufbeantworter. Die IBAN-Nummer der Überweisung beginnt zudem mit den Buchstaben „RO“, sie führt also auf ein wenig vertrauenerweckendes Konto in Rumänien.

Aus diesem Grund warnen Polizei und Verbraucherzentrale: Lassen Sie sich nicht durch die Androhungen unter Druck setzen. Oftmals reicht im Zweifelsfall schon eine einfache Internetrecherche, die den Schwindel aufdeckt. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Und ganz wichtig: Folgen Sie nicht den Aufforderungen im Brief und überweisen Sie keinesfalls Geld auf das Konto.

Bei Anruf: Reporter 4c
Bei Anruf: Reporter 4c FOTO: Janetzko, Katrin / LR