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| 02:35 Uhr

Besoffener Waschbär und Pferd im Pool

Haste noch 'n Schlückchen? Ein launiger Waschbär hielt vor einigen Jahren Feuerwehrleute aus Bad Liebenwerda auf Trab.
Haste noch 'n Schlückchen? Ein launiger Waschbär hielt vor einigen Jahren Feuerwehrleute aus Bad Liebenwerda auf Trab. FOTO: dpa
Elbe-Elster. Die kuriosesten Einsätze der Feuerwehren im Elbe-Elster-Land – die RUNDSCHAU hat eine kleine, aber feine Hitliste zusammengestellt. Frank Claus und Steven Wiesner

Brände löschen, Unfallopfern helfen, zunehmend auch Türen öffnen - das überwiegt bei Feuerwehreinsätzen. Aber auch Sturmschäden beseitigen, Hochwässer eindämmen und wie zu Beginn dieses Jahres in Elsterwerda passiert, hinabrutschende Eisplatten von Dächern holen, gehört zum Einsatzspektrum hiesiger Feuerwehren. Doch welches sind die Einsätze, die wegen ihrer Seltenheit im Kopf der Kameraden hängengeblieben sind? Die RUNDSCHAU hat sich umgehört und diese kleine Hitliste erstellt.

Ziege im Zaun. Marco Hollmig, Stadtbrandmeister von Uebigau-Wahrenbrück, schießt eine Ziege durch den Kopf, wegen der er 2015 ausrücken musste. Der Hufbeiner hatte sich in Neudeck mit seinen Hörnern in einem Zaun verfangen. Als Hollmig eintraf, wurde seine Hilfe allerdings gar nicht mehr benötigt. "Die Polizei war schneller. Das ging rucki zucki."

Feuerwehr als Brandstifter. Plessas ehemaliger Amtsbrandmeister Klaus Heidemüller erinnert sich: "Für Filmaufnahmen mussten wir vor einigen Jahren einen ganzen Tag in Gorden Heuschober immer wieder entzünden und ablöschen. Am Ende kannten wir die Texte der Schauspieler auswendig."

Eingefrorener Schwan. Einen auf der Schwarzen Elster bei Elsterwerda eingefrorenen Schwan hat die Feuerwehr 2010 mit dem Schlauchboot gerettet, erinnert sich Wehrführer Daniel Neubert.

Schaf in der Elster, Katze auf dem Baum. Bad Liebenwerdas Stadtbrandmeister René Elfers sind auch zwei Tierrettungen im Gedächtnis geblieben. "Einmal haben wir ein Schaf aus der Elster zwischen Wehr und der Brücke in der Dresdner Straße geholt. Das Fell hatte sich so vollgesogen, dass es drohte, unterzugehen. Mit Steckleitern haben wir uns zu dem Tier vorbewegt und es rausgezogen." Eine junge Katze auf einem Baum hat die Kameraden vor Jahren indes zur Verzweiflung getrieben. "Immer, wenn wir oben waren, kletterte die Katze weg. Ich weiß nicht, wie oft wir die Leiter umgestellt haben. Irgendwann gaben wir auf. Kaum waren wir weg, kam die Katze herunter, hat uns wenig später die Besitzerin erzählt."

Feuer als Nachtprogramm. Es war vor zwei, drei Jahren: Wohnungsbrand in Elsterwerda. Mit diesem Einsatzbefehl ist die Feuerwehr Elsterwerda ausgerückt. Daniel Neubert kann heute noch schmunzeln: "Nachbarn hatten den Brand gemeldet. Was sie allerdings durchs Fenster flackern sahen, war das Kaminfeuer auf der Mattscheibe des Fernsehers im RTL-Nachtprogramm."

114 Schlüssel im Fluss. Exakt 114 Schlüssel mit Namensschildern und sogar mit Hinweisen auf Türen lagen im Juli 2016 unterhalb der Elsterbrücke zwischen Elsterwerda und Kotschka im Wasser. Die Feuerwehr hat sie alle herausgefischt. Woher sie stammen, blieb offen.

Kuriose Ölspur. In Elsterwerda haben Kameraden eine Ölspur abgestumpft. Später kommt die Meldung der Polizei: Neue Ölspur da, wo sie gerade beseitigt worden ist. Wehrführer Neubert: "Wir haben uns an den Kopf gefasst. Geht doch gar nicht!" Herausgestellt hat sich, dass der jugendliche Verursacher der Ölspur durch den massiven Polizeieinsatz aufmerksam geworden war, und aus Neugier die Strecke noch mal befuhr.

Auf den Spuren von Robert Redford. Platz drei teilen sich zwei Pferdegeschichten. Vor wenigen Wochen fuhr Mario Harnisch zur Arbeit. Doch der Gegenverkehr, der dem Ortswehrführer von Schönborn entgegenkam, hatte irgendwie ein paar Pferdestärken zu viel. "Es waren drei Ponys. Zum Glück hatten wir eine Kollegin, die Pferdehalterin war. Mit Leckerlis hat sie die Tiere eingefangen." Auch 2012 waren Pferdeflüstererqualitäten gefragt. "Das werde ich nie vergessen", sagt Bad Liebenwerdas ehemaliger Brandmeister Karl Schlegel. Ein Pferd in einem zwei Meter tiefen Pool. "Es war nicht leicht, es herauszuhieven."

Ein Toter? Nein, aber Helmut Kohl. Vor etwa zehn Jahren wurde in Falkenberg das Haus des Gastes errichtet. Zu jener Zeit bekam Stadtbrandmeister Sören Diecke einen Anruf: "Hier hängt ein Toter am Krahn!" Diecke & Co. rückten aus. Die schöne Überraschung: "Es war gar keine Leiche - sondern ein mit Heu ausgestopfter Overall mit einer Helmut-Kohl-Maske." Der Schelm, der sich den Scherz erlaubte, wurde nie gefunden.

Der besoffene Waschbär. Es liegt etwas zurück, doch Karl Schlegel hat den Tag des Schlauchboot rennens genau vor Augen: "Wir kommen an den Steg der Schwarzen Elster, da torkelt ein Waschbär vorbei. Der ließ sich nicht vertreiben. Immer wenn wir ein paar Schritte weg sind, hat er sich hingelegt, als wollte er seinen Rausch ausschlafen." Irgendwann trollte er sich doch. Weil die Kameraden am Vortag kein Bier offen stehen ließen, sind sie sicher: Das Tier hat vergorene Früchte in den Nachbargärten gefressen.