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| 02:34 Uhr

Bergheider Haus schwimmt später

Blick von der F 60 auf das Hafenareal am Bergheider See. Deutlich sichtbar die neu entstandene Erschließungsstraße.
Blick von der F 60 auf das Hafenareal am Bergheider See. Deutlich sichtbar die neu entstandene Erschließungsstraße. FOTO: Webcam F 60
Lichterfeld. Eigentlich sollte der Rohbau des innovativen autartec-Hauses bereits auf dem Bergheider See schwimmen. Prüfstatiker machten einen Strich durch die Rechnung. Trotz Verzögerung wird am Zeitplan bis 2017 festgehalten. Gabi Böttcher

"Im Herbst soll schon etwas auf dem Wasser schwimmen." So hatte Prof. Matthias Klingner, Chef des Fraunhofer Institutes für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden, beim Baustart für die Infrastruktur am Bergheider See am 1. Juni dieses Jahres angekündigt. Doch trotz der Baufortschritte wird in diesem Jahr auf dem Bergheider See kein Rohbau des geplanten innovativen, autarken Hauses zu sehen sein. "Die Steganlage ist noch nicht fertig", so Matthias Klingner. "Es besteht keinerlei Angst, dass alles nicht im zeitlichen Rahmen bleibt", betont er. Vielmehr sei fantastisch, was in kurzer Zeit mit der Zufahrt und dem Montageplatz entstanden ist.

Aus dem Amt für Bauaufsicht des Landkreises Elbe-Elster wird darauf verwiesen, dass die im Juli beziehungsweise August erteilten Baugenehmigungen für die Steganlage und das schwimmende Haus noch nicht zum Baubeginn berechtigten. Die Statikprüfung habe ergeben, dass Änderungen an der Konstruktion des Steges und den Pontons für das schwimmende Haus erforderlich sind. Stegbreite und -höhe sowie die Pontonkonstruktion müssten verstärkt werden. Ein höheres Montagegewicht würde in der Folge allerdings einen anderen als den kalkulierten Montagekran erforderlich machen. Um jedoch den Kostenrahmen zu halten, habe sich das Amt Kleine Elster als Bauherrin entschlossen, den Steg um 18,22 Meter auf 14,16 zu kürzen. Eine Nachtragsgenehmigung zur Einkürzung der Steganlage werde in dieser Woche erteilt.

"Mit dieser Abweichung vom Zeitplan können wir leben", sagt Amtsdirektor Gottfried Richter. Aus der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) als Partnerin des Amtes bei der Umsetzung des Baus wird versichert: Die vorbereitenden Arbeiten zum Bau der Steganlage schreiten dennoch voran. "Die Medienanschlüsse für Trink- und Abwasser sowie die Elektrik sind bereits verlegt", sagt Stefanie Klein. Das Stegfundament sei landseitig im Bau sowie die Kran- und Montageflächen fertiggestellt. Eine Winterpause sei auf der Baustelle nicht geplant. Die gibt es auch nicht bei den Partnern für das autartec-Haus. Matthias Medack von der AIB GmbH, die als Bauherrin für das Haus fungiert: "Im Sommer 2017 soll die Innovation übergeben, der Rohbau im Frühjahr ins Wasser gebracht werden. "Das ist eine Verzögerung, die aus unserer Sicht nicht dramatisch ist. Die Zeit wird in die weitere Entwicklung der Technologien gesteckt. Das hat auch Vorteile. Gebaut ist am Ende schnell", sagt Matthias Medack.

Ab Mitte 2017 sollen die Forschungsergebnisse eines Teams von 15 Partnern im "autartec® - FreiLichtHaus"-Projekt präsentieren. Energieautarkes Wohnen auf dem Wasser oder in unwegsamen Gebieten wird als Wachstumsmarkt gesehen.