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| 18:23 Uhr

Damit das Lernen mehr Spaß macht
Berg-Grundschule setzt die Segel neu

Die Berg-Grundschule hat bei steigenden Schülerzahlen mit deutlichen Platzproblemen zu kämpfen.
Die Berg-Grundschule hat bei steigenden Schülerzahlen mit deutlichen Platzproblemen zu kämpfen. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Ab 2019/2020 will die Doberlug-Kirchhainer Einrichtung „Gemeinsames Lernen“ umsetzen. Von Heike Lehmann

Die Berg-Grund­schule, einzige staatliche Grundschule der Kloster- und Gerberstadt, will sich mit neuem päda­gogischen Konzept den veränderten Bedingungen anpassen. Statt des bisher angebotenen Flex-Unterrichts soll es ab dem Schuljahr 2019/2020 „Gemeinsames Lernen“ in der Finsterwalder Straße geben. Das neue Schulkonzept wurde in der Diskussion mit Lehrkräften und unter Einbeziehung der Eltern entwickelt und von der Schulkonferenz Mitte Oktober beschlossen.

Damit hat sich die Schule für ein Konzept des Brandenburger Bildungsministeriums erwärmt, das vorsieht, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, insbesondere in den Förderschwerpunkten „Lernen“, „emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „Sprache“ (LES), gemeinsam in einer Klasse lernen. „Eigentlich leben wir dieses Konzept schon“, verdeutlichte Schulleiterin Christina Freudenberg-Klaus den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bildung, Soziales und Tourismus. Von den 302 Schülern haben derzeit sechs Schüler eine attestierte Lernbehinderung, fünf einen emotionalen und sozialen Förderbedarf, bei einer Schülerin wurde  Förderschwerpunkt Hören und bei einem weiteren Kind jener für Sprache diagnostiziert. Ein Kind an der Berg-Grundschule lebt mit körperlichen Einschränkungen. Den insgesamt 302 Schülern widmen sich 19 Lehrer und Lehrerinnen.

Momentan stellt die Schulleitung in den städtischen Gremien die neue Ausrichtung der Schule vor. Am heutigen Dienstag ist das „Gemeinsame Lernen“ ein Tagesordnungspunkt für den Haupt- und Finanzausschuss (Beginn: 18 Uhr im Rathaus). Das letzte Wort haben die Stadtverordneten am 12. Dezember. Die Zustimmung des Schulträgers – bei der Berg-Grundschule ist es die Stadt Doberlug-Kirchhain – gilt als wichtiges Kriterium bei der Antragstellung im Genehmigungsverfahren durch das Staatliche Schulamt und damit auch für die Förderung.

Christina Freudenberg-Klaus begründet den leichten Kurswechsel: „Wir arbeiten 15 Jahre mit dem Konzept der flexiblen Eingangsphase, einer speziellen Förderung in den Klassenstufen 1 und 2. Ab der 3. Klassenstufe wird in Regelklassen unterrichtet. Das ist ein gutes Konzept. Aber ist es auch noch so effektiv, wie es sein sollte?“ Denn die Schülerzahlen an der Berg-Grundschule steigen, die Klassen werden größer, die Unterrichtsräume sind eng und knapp. „Mit 85 Jungen und Mädchen müssen wir zur Einschulung im Schuljahr 2019/2020 rechnen“, so Freudenberg-Klaus. Das mehrseitige neue Konzept der Schule endet mit den Worten „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen!“ Denn besonders schmerze, dass „eine individuelle Förderung in jahrgangsgemischten Klassen kaum noch möglich“ ist, die Schere zwischen starken und schwachen Schülern auseinander gehe. „Aber die leistungsstarken und begabten Kinder dürfen nicht unter den Tisch fallen und auch die soliden Lerner dürfen nicht zu ,Sandwich-Kindern’ werden“, so die Schulleiterin. Weiterer Vorteil: Das neue Konzept bezieht sich auf alle Klassenstufen von 1 bis 6 und entsprechende gesonderte Förderungen.

Weitere Eckwerte lassen die Abgeordneten aufhorchen: In einer „Schule für gemeinsames Lernen“ lernen in der Regel nicht mehr als 25 Schüler in einer Klasse. Bei 300 Schülern würden etwa 63 zusätzliche Lehrerwochenstunden genehmigt. Das hieße, zu den 19 Lehrkräften könnten etwa drei weitere hinzukommen.

„Wir als Schulträger müssen die materiellen Bedingungen bereitstellen“, hob Uwe Roland von der CDU-Fraktion hervor. Bei den Stadtverordneten steht die Berg-Grundschule seit Jahren im Fokus. Sie hat 2010 einen Anbau mit Aula, 2016 eine moderne Außensportanlage und 2018 ein attraktives Grünes Klassenzimmer gebaut bekommen. Dennoch wird beengt gelehrt und gelernt. Eine Erweiterung ist unumgänglich, auch weil Fachräume für den Naturkundeunterricht fehlen. Wie, wird demnächst die Planer beschäftigen. Gleiches gilt für den städtischen Hort. Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) versichert: „Das wird im Haushalt für 2019 prioritär Gewicht bekommen, aber nicht leicht werden.“

Die Berg-Grundschule hat bei steigenden Schülerzahlen mit deutlichen Platzproblemen zu kämpfen.
Die Berg-Grundschule hat bei steigenden Schülerzahlen mit deutlichen Platzproblemen zu kämpfen. FOTO: Heike Lehmann