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| 17:37 Uhr

Die Diskussion ist eröffnet
Erster Vorschlag zum Schulanbau

 Enrico Dieke von der Stadtverwaltung Doberlug-KIrchhain zeigt ein Modell von einem ersten Vorentwurf des Architekturbüros Chris Heller zum Anbau an die Berg-Grundschule und Neubau eines Hortgebäudes.
Enrico Dieke von der Stadtverwaltung Doberlug-KIrchhain zeigt ein Modell von einem ersten Vorentwurf des Architekturbüros Chris Heller zum Anbau an die Berg-Grundschule und Neubau eines Hortgebäudes. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die Berg-Grundschule und der Hort in Doberlug-Kirchhain sind zu klein. Jetzt wird über einen Schulanbau und einen Hortneubau diskutiert. Ein erster Vorschlag steht im Raum. Der aber ist einigen zu teuer.   Von Heike Lehmann

Nach etwas mehr als zehn Jahren brüten die Stadtverordneten von Doberlug-Kirchhain erneut über Anbauplänen an der einzigen staatlichen Grundschule in der Stadt, weil dort beengt gelernt und gelehrt wird. „2007 haben wir mit den Planungen für den Anbau mit Aula begonnen, der 2010 eingeweiht wurde“, erinnerte Architekt Chris Heller in dieser Woche bei einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung, Bildung, Soziales und Tourismus sowie Infrastruktur und Wirtschaft.

Die Situation in der Schule spitzt sich immer weiter zu: Die Schülerzahlen steigen, die Klassen werden größer, die Unterrichtsräume sind eng und knapp. „Mit 85 Jungen und Mädchen müssen wir zur Einschulung im Schuljahr 2019/2020 rechnen“, hatte Schulleiterin Christina Freudenberg-Klaus Ende des Jahres erklärt. Hinzu kommt, dass die Berg-Grundschule ihr pädagogisches Konzept ändert und statt des bisher angebotenen Flex-Unterrichts ab dem Schuljahr 2019/2020 „Gemeinsames Lernen“ in der Finsterwalder Straße in den Fokus rückt. Das erfordert ein neues Raumkonzept.

Den Stadtverordneten ist kein Vorwurf zu machen. Bei ihnen bekommt die Berg-Grundschule seit Jahren Gewicht. Nach dem Anbau mit Aula 2010 wurden 2016 eine moderne Außensportanlage und 2018 ein attraktives Grünes Klassenzimmer eingeweiht.

Dass ein Schulanbau jetzt unumgänglich ist, scheint unumstritten. Die Frage ist nur: Wie viel kann sich die Stadt leisten?

Chris Heller greift wieder die Idee aus den 1940er-Jahren auf und schlägt für das 1951 gebaute und 2010 erweiterte Kreissegment des Schulgebäudes einen zweiten „spiegelbildlichen Rahmen zur Finsterwalder Straße“ hin vor. „Das haben wir schon Ende Januar den Lehrern und Erziehern vorgestellt“, so der Architekt. Was aus Architektensicht folgerichtig erscheint, wäre allerdings auch die teuerste Varian­te. Bei fortführender Kubatur spricht Heller von knapp drei Millionen Euro für den zweigeschossigen Anbau, mit Fluchttreppe und Aufzug, zehn Klassenräumen und einer möglichen Verbindung zur Turnhalle. Preiswerter wäre es mit Flachdach und ohne verklinkerte Fassade. „Bei geringerer Raumhöhe wären dann rein rechnerisch sogar drei Geschosse möglich“, so Heller. Aber dann wäre man wieder bei drei Millionen Euro.

Auch einen neuen Hort sieht sein erster Entwurf vor – im besten Fall nahe des Anbaus und der Turnhalle. Hier ließ sich Heller von den räumlichen Vorgaben leiten und plant eingeschossig mit zwei Garderoben, Waschräumen, großem Gemeinschaftsraum, Küche, diversen Themen- und Multifunktionsräumen. „Von jedem Raum aus gäbe es einen Bezug nach außen“, erläuterte er den Ausschussmitgliedern. Grob gerechnet kostet diese Variante um die zwei Millionen Euro.

Gert Fest, Fraktionschef der WBU-LUN, erscheint dieser Vorschlag als zu teuer. Er hinterfragte deshalb die gemeinsame Raumnutzung von Schule und Hort. Deutlicher wurde Frank Neczkiewicz von der gleichen Fraktion: „Wir können uns einen An- und Neubau für sechs Millionen nicht leisten.“

Enrico Reiche von der CDU-Fraktion – er ist auch Vorsitzender der Schulkonferenz – hielt dagegen: „Eine Erweiterung ist längst  überfällig. Die Kinderzahlen und die Filialbildung mit der Erstaufnahmeeinrichtung sprechen gegen eine weitere Doppelnutzung der Räume. Diese Situation haben wir seit Jahren.“ Dem pflichteten auch Astrid Homagk und Torsten Drescher (SPD/FDP) bei. Astrid Homagk: „Ich bin gegen eine Doppelnutzung. Der Hort ist das Wohnzimmer des Kindes am Nachmittag. Und wir nutzen unser Wohnzimmer zu Hause auch nicht doppelt.“

Kerstin Stahl, Fachbereichsleiterin Bauen und Erhalten im Rathaus, ergänzte: „Bei den Vorgesprächen waren auch Hort und Schule für eine prinzipielle Trennung der Einrichtungen.“

 Enrico Dieke von der Stadtverwaltung Doberlug-KIrchhain zeigt ein Modell von einem ersten Vorentwurf des Architekturbüros Chris Heller zum Anbau an die Berg-Grundschule und Neubau eines Hortgebäudes.
Enrico Dieke von der Stadtverwaltung Doberlug-KIrchhain zeigt ein Modell von einem ersten Vorentwurf des Architekturbüros Chris Heller zum Anbau an die Berg-Grundschule und Neubau eines Hortgebäudes. FOTO: Heike Lehmann