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Belcantare – "Es war soooo super”

Schüler jubeln dem Chor der Musiklehrerinnen (mit einem Lehrer) zu.
Schüler jubeln dem Chor der Musiklehrerinnen (mit einem Lehrer) zu. FOTO: G. Böttcher
Finsterwalde. Mitreißend die Stimmung am Dienstagvormittag auf dem Finsterwalder Markt. Diesmal beweisen etwa 900 Kinder aus 16 Schulen in Elbe-Elster eindrucksvoll: Jedes Kind kann singen. Gabi Böttcher

Und wie es singen kann. Und mit welcher Energie. Motiviert werden die Mädchen und Jungen von sangesfreudigen, in zwölf Unterrichtsmodulen jeweils an Samstagen weitergebildeten Lehrern. Das ist das Ziel des Projektes "Belcantare Brandenburg - Jedes Kind kann singen". Nach Uckermark, Ostprignitz-Ruppin/Prignitz begann es in der dritten Staffel im Jahr 2015 im Landkreis Elbe-Elster. 29 Lehrer von insgesamt 17 Grund- und Förderschulen (eine Fürstenwalder Schule wollte unbedingt auch mitmachen) nahmen daran teil und trugen ihren eigenen Schwung und die Freude am Singen in die Schulklassen. In der Grundschule Finsterwalde Nehesdorf ging sogar die Schulleiterin Sylke Magister bei der Fortbildung in die Vollen, freut sich Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe.

Lehrer und Schüler präsentierten gestern, was sie seit dem Projektstart vor zwei Jahren gemeinsam gelernt haben. Schüler bejubelten ihre Lehrer, die ihre Sangeskünste auch im gemeinsamen Chor präsentierten und sich damit Zugabe-Rufe einfingen. "Frau Seiler, Frau Seiler", rufen die Mädchen und Jungen vom Sängerstadt-Gymnasium im Sprechchor, als ihre Lehrerin auf die Bühne gebeten wird. "Es war soooo super", kommentiert Sophia Rademann aus der 5. Klasse die Projektzeit. Und Freundin Victoria Friedrich: "Das gemeinsame Singen hat voll Spaß gemacht." Beider Mädchen Lieblingslied: Chipita, chipita, ta, ta, que tomba.

Begeistert zeigte sich der Schirmherr des Projektes, Staatssekretär Dr. Thomas Drescher, der den Kindern viel Spaß beim Singen wünschte und ihnen zurief: "Auf dass ihr das in euren Herzen bewahrt." Begeistert Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich Jaschinski (CDU), der der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der heimischen Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" dankt, ohne deren Unterstützung solche Projekte in ländlicher Region nicht finanziert werden könnten. Neben den 1000 Euro, die von der Elbe-Elster-Sparkassenstiftung an jede teilnehmende Schule aus Elbe-Elster für die Anschaffung von Instrumenten überreicht werden, gibt Sparkassenvorstand Jürgen Riecke eine Erinnerung aus eigener Schulzeit preis. - Einen Klassenlehrer, der mit seinen Schülern an jedem Morgen drei Lieder sang. Danach sei manche mit in die Schule gebrachte Missstimmung abgebaut gewesen. Der Unterricht konnte beginnen. Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, lobt ein Brandenburg, das sich durch singende Schulen auszeichnet.

Wenn auch nur ein Teil der Grundschüler die Freude am Singen in die nächsten Lebensabschnitte mitnehmen würden, dann dürfte den Chören in Elbe-Elster nicht bange werden.