ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:10 Uhr

Landesmeister und mehr
Beim VfB ist Handball eine Macht

Die Handballer des VfB Doberlug-Kirchhain
Die Handballer des VfB Doberlug-Kirchhain FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die Damenhandballmannschaft ist Brandenburgmeister 2017/18. Aber auch der Nachwuchs ist erfolgreich. Von Heike Lehmann

Der VfB Doberlug-Kirchhain ist mit 282 Mitgliedern der größte Verein der Stadt. Im Verein wiederum ist der Handball eine Macht. Die Damen haben in der Brandenburgliga, der höchsten Spielklasse im Land, den Meistertitel geholt. Das war in diesem Jahr keinesfalls zu erwarten, wie es von verschiedenen Seiten heißt. Man maß sich unter anderem mit Teams aus Angermünde, Cottbus und Frankfurt (Oder) – alles Mannschaften mit anderem Potenzial. Umso wertvoller ist der Titel. Bürgermeister Bodo Broszinski würdigte die erfolgreichen Handballerinnen bei einem Empfang als „Botschafter und Werbeträger der Stadt“.

Aber: Die Abteilung Handball hat auch eine bemerkenswert große Nachwuchsriege. 89 Jungen und Mädchen sowie 30 Minis (ab 3 Jahre) lernen hier das Einmaleins des Handballsports. Sie kommen aus dem gesamten Elbe-Elster-Kreis, natürlich aus dem Raum Doberlug-Kirchhain, aber auch aus Herzberg, Finsterwalde und Bad Liebenwerda. Vincent Kopisch (8) aus Werenzhain spielt in der E-Jugend. Er trainiert wie viele andere zweimal wöchentlich. Neu beim VfB sind Lilly Herrmann aus Doberlug-Kirchhain und Melanie Strauß aus Finsterwalde (beide 12). Lillys Bruder ist beim Handball und Melanie hat mal in Finsterwalde gespielt. „Dann hat mir was gefehlt und ich habe hier wieder angefangen“, sagt sie. Loreen Trabandt aus Bad Liebenwerda, sie stammt aus einer echten Handballfamilie, und Jona Stahn aus Schönborn (beide 16) von der A-Jugend finden beim Handball Ausgleich zur Schule und Freunde.

Bürgermeister Bodo Broszinski empängt die Damenmannschaft des VfB - Brandenburgmeisterinnen 2018
Bürgermeister Bodo Broszinski empängt die Damenmannschaft des VfB - Brandenburgmeisterinnen 2018 FOTO: Heike Lehmann

Herbert Damm, 2. Vorstandsvorsitzender beim VfB, sagt: „Unsere  Nachwuchsspieler stehen immer ein bisschen im Schatten der großartigen Damen und haben doch auch ihre Erfolge.“

Die Vereinsbilanz kann sich sehen lassen. „Wir haben zwölf Mannschaften im Spielbetrieb, davon drei auf Landesebene – die Frauen sind Meister geworden, die weibliche C- und B-Jugend spielen in der Oberliga und wurden beide Vizemeister“, sagt Handball-Urgestein und Erfolgstrainer Matthias Belig. Er wurde Anfang des Jahres als verdienstvoller Bürger der Stadt geehrt. Zu diesen Landestiteln kommen noch fünf Kreismeister im Nachwuchsbereich: die F-Jugend, die männliche D-Jugend, die weibliche C 2-Mannschaft, die Mädchen der D-Jugend und die der E-Jugend. Belig fasst zusammen: „Zehn von unseren zwölf Teams haben wenigstens den 2. Platz in ihrer Altersklasse erreicht.“ Auch ein Verdienst der Übungsleiter. Bei den Frauen sind das Stephan Böhme und Birgit Artner und beim Nachwuchs Dirk Henze und Matthias Belig. Letzterer spielt im Handball in der Stadt seit 45 Jahren eine entscheidende Rolle.

Einziges Manko beim VfB-Handball ist, so geben die Verantwortlichen zu, dass man nicht genügend Schiedsrichter stellen kann.

Nahezu jeden Tag trainieren die Handballer – entweder in der Stadthalle oder in der Turnhalle Finsterwalder Straße. „Ohne die Hilfe von Sponsoren und die Unterstützung der Eltern wäre das alles gar nicht möglich, angefangen von den Hallengebühren bis hin zu den privaten Fahrdiensten zu Auswärtsspielen“, würdigt Matthias Belig.

Wie viel Zeit man beim VfB mit dem Handball verbringen kann, weiß Annika Eichstädt nur zu genau. Die 25-Jährige ist mit den Frauen nach 2012 noch einmal Landesmeisterin geworden, spielt Rückraum Mitte und hat mit acht Jahren angefangen mit dem Handball. Sie studiert in Leipzig und würde als Gymnasiallehrerin für Sport und Deutsch gern in Sachsen bleiben. Sie sagt: „Ich habe meine ganze Jugend hier gespielt und hier alles gelernt, was ich kann. Mannschaftssport ist mein Ding. Andere können meine Fehler auffangen. Wir gewinnen und verlieren zusammen.“