Das Initiativbüro, geleitet von Manuela Krengel, hat seit 2002 Veranstaltungen und Projekte in den Landkreisen Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße betreut. Einige von ihnen präsentierten ihr Profil, berichteten, wie sich ihr Weg gestaltet hat - von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung. Gut bekannt ist in dieser Hinsicht schon der Höllberghof. Das Feedback der Gäste dazu war eindeutig: Das Ausflugsziel und sein Hofladen werden schon recht professionell gemanagt, ohne dabei die individuellen Interessen der Besuchergruppen zu vernachlässigen.

Mühlberger auf gutem Weg
Für den Gästeführerring Südbrandenburg e.V. mit Sitz in Mühlberg konnte Walter Beyer berichten, dass der Verein zwar schon drei Jahre existiert, aber man erst seit 2005 durch die Zusammenarbeit mit dem Initiativbüro weitaus besser agiere als in den Vorjahren. Walter Beyer zeigte den Umstehenden eine handliche Mappe für Touristen, die sich als ein umfangreiches, aber übersichtliches Sammelsurium von Prospektblättern und -heften erweist. Darin werde „Appetit gemacht“ , so Beyer, auf das Zisterzienser-Kloster Mühlberg und die Stadt generell, auf Uebigau, Elsterwerda, Plessa, Lichterfeld, Rückersdorf, Lauchhammer, auf verbindende Radwanderwege bis tief hinein in den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Verkehrsanbindungen, Übernachtungsmöglichkeiten, Öffnungszeiten, Adressen von jedem einzelnen Ziel sind schnell zu finden. Kein Wunder also, das Walter Beyer gleich einige Präsentationsmappen weiterreichen musste. Und er ließ nicht unerwähnt, dass - die EER berichtete es bereits - die Mappe nach Meinung von Experten so gut gelungen ist, dass man Mut fand, sich für den Deutschen Tourismuspreis 2005 zu bewerben.
In dem 20-köpfigen Verein wurden über die IHK Prüfungen als Gästeführer abgelegt, so dass die Mühlberger auch dem bundesweiten Verband beitreten konnten.

Originelle Pulsnitzweiber
Und auch dieses Beispiel beeindruckte sehr: Noch am Anfang der Realisierung ihrer Idee, aber keineswegs weniger motiviert, zeigte sich Beatrice Kluge als Vertreterin der „Pulsnitzweiber“ aus Kroppen. Die Bürgermeisterin des kleinen Dorfes in der Region Senftenberg, Doris Bodack, hatte im Frühjahr überlegt, wie man den Pulsnitzort mit seinen kleinen, aber feinen Ausflugszielen, ins Blickfeld von Reisegruppen rücken könnte. „Sie rief alle arbeitslosen Frauen zusammen, erklärte, was sie vorhat, und forderte unsere Vorstellungen dazu ein“ , berichtet Beatrice Kluge. Waren es anfänglich 30 Frauen, so sind es jetzt nur noch sechs, doch die haben sich der Sache voll und ganz verschrieben und lernen nun mit Unterstützung des Initiativbüros besser „laufen“ . Nachdem alle Informationen über traditionelles Kroppener Handwerk, über das Fachwerkhaus, das Flüsschen Pulsnitz und den Park zusammengetragen waren, wurde ein erster Flyer zusammengestellt und Kontakt zu Busunternehmen aufgenommen. Das Fazit: Mittlerweile gibt es viele Nachfragen: „Die meisten zwar noch aus der Region, aber immerhin haben wir schon unsere erste richtige Reisegruppe gehabt“ , sagte die munter plaudernde Beatrice Kluge. Angesprochen auf den Namen „Pulsnitzweiber“ bekannte sie: „Der war Strategie und ist auf meinem Mist gewachsen. Das klingt nicht langweilig, vielleicht etwas frech. Und es macht neugierig.“

Herold Quick: fasziniert
Von solcherart originellen Ideen fasziniert, ließ sich insbesondere auch Herold Quick, der Falkenberger Bürgermeister, auf ein längeres Gespräch ein. Er zeigte sich höchst beeindruckt vom Mut der Frauen und sagte, was ihn zur Initiativmesse führte: „Ich bin hier als Vertreter einer Stadt, die 58 Vereine und Organisationen hat. Außerdem bin ich auch im Vorstand des Kultur- und Tourismusvereins.“ Vor allem das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement sei es, was eine Stadt am Leben halte, und um das zu sichern, müsse man auch ausreichend rechtliche Kenntnisse besitzen, so Quick.
Davon bekamen er und die weiteren Gäste dann in den Vorträgen, unter anderem von Steuerberater Jürgen Knuth, vieles zu hören. Und auch das: Wenn der Verein Arbeitskräfte einstellt, sei das kein zwingender Grund für eine Aufgabe der Gemeinnützigkeit. Doch in dieser Hinsicht käme es immer wieder zu Diskrepanzen mit dem Finanzamt. Mehrmals wurde kritisiert, dass die Behörde nicht bereit war, einen Vertreter zur Schliebener Veranstaltung zu schicken, um die Problematik auch aus anderer Perspektive betrachten zu können.
Dr. Eberhard Brüchner, den Vorsitzenden des Weinbauvereins Schlieben, konnte da recht gut eigene Erfahrungen einbringen. Dem Verein war die Gemeinnützigkeit schon einmal aberkannt worden. „Man war der Meinung, dass wir zu viel mit Wein handeln“ , erklärte er. Dass aber die hauptsächlichsten Ziele die Traditionsarbeit und Landschaftspflege seien, fiel unten durch. „Nachdem das passiert war, haben wir uns einen Steuerberater genommen. Das Thema ist einfach zu vielschichtig“ , bekannte er. Nur glaubt Dr. Brüchner nicht, dass der Verein jemanden fest einstellen würde.

Weinbauverein braucht Ehrenamt
„Auch wenn wir möglicherweise genug Arbeit für eine Halbtagskraft hätten, könnte eine Festeinstellung dazu führen, dass das freiwillige Engagement zurück geht“ , ließ er durchblicken. Der Verein habe nicht nur rührige Mitglieder, sondern bekomme, wie zur Weinlese, auch Unterstützung von vielen Leuten, die einfach aus Spaß an der Freude mitmachten. „Ich denke, für uns ist es so die bessere Lösung“ , zeigte er sich sicher. Die Veranstaltung selbst lobte er, wie viele andere auch, als sehr gelungen. Und vielleicht, so war auch von den Ausstellern zu hören, die sich draußen zu einem kleinen Bauernmarkt aufgestellt hatten, bietet beim nächsten Mal eine bessere Werbung im Vorfeld die Chance, dass sich noch weit mehr Publikum daran beteiligt.
Wer eine Idee hat, wie etwas im ländlichen Raum bewegt werden kann - egal ob Vereine oder Bürger - kann sich an das Initiativbüro Lauchhammer, Tel. 03574 464658 wenden.

Hintergrund Geförderte lokale Initiativen seit September 2002
 Das Initiativbüro Lauchhammer unterstützt bereits in der dritten Förderperiode kleine lokale Initiativen für neue Beschäftigung im Land Brandenburg. Bis zum Jahresende werden es über 60 Projekte sein. Im September 2002 wurde damit begonnen. Nachfolgend nur einige wenige Aktionen, die, neben den im Text genannten, auf den Weg gebracht wurden.
Hofmosterei Dobra: Traditionelle Obstverarbeitung, Aufbau einer Laborküche und ehrenamtliche Ausbildung auf diesem Gebiet;
ASE Elsterwerda: Aufbau und Markterprobung einer Selbsthilfewerkstatt;
Freundeskreis Brikettfabrik „Louise“ , Aufbau einer geologischen und paläontologischen Ausstellung;
Region in Aktion Rückersdorf: Auf- und Ausbau eines behindertengerechten Besucherzentrums;
„Hexenstich“ Zeuthen: Hexenstich-Mode selbst geschneidert;
Claudia Calow: Fahrlehrerausbildung Frauenfahrschule;
Angela Golm: Markterprobung/Nebenerwerb Seniorentanz (Ausbildung und Seminare);
Schülerakademie Domsdorf e.V.: Erweiterung Arbeitslehreunterricht, Ausbau Kunstwerkstatt;
Niederlausitzer Museumseisenbahn e.V.: Ausbau der Eisenbahnhaltestellen für Menschen mit körperlichen Behinderungen;
Glaskunstverein Kasel-Golzig e.V.: Entwicklung einer Glaskunstakademie;
Verein Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V. Bad Liebenwerda: Puppentheaterinszenierung.