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| 18:14 Uhr

Unterstützung für Langzeitarbeitslose
Von der Nebentätigkeit zur Filialleiterin

Finsterwalde. Bei der E & G Projektagentur werden von Arbeitslosigkeit Betroffene sozial geschult – ein Anschlussprojekt ist bewilligt. Von Heike Lehmann

Bei der E & G Projektagentur GmbH geht das Projekt „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften in der Sängerstadtregion“ nach zweieinhalb Jahren in die Schlussphase. Finaziert wurde das Integrationsprojekt mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Land Brandenburg.

Insgesamt 125 Teilnehmer aus dem Raum Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Elsterland haben die Integrationsbegleiterinnen Diana Wolff und Kerstin Radecker sowie Mike Wendrich als Verantwortlicher für Bildungsmodule betreut. Längstens zwei Jahre. Die Erfolge sind messbar. Bestätigung für ihre Arbeit ist, dass es ab dem 1. Februar 2018 ein Anschlussprojekt geben wird. „Es geht weiter“, sagt Diana Wolff.

Mit der Teilnehmerzahl liegt die Finsterwalder Agentur gut über der Vorgabe, heißt es. 14 Familienbedarfsgemeinschaften und 35 Alleinerziehende haben einfache soziale Kompetenzen in dieser Zeit erlernt. „Und das freiwillig. Die Teilnahme war nicht aufgetragen vom Jobcenter“, erklärt Diana Wolff. Ziel war natürlich die Integration in den Arbeitsmarkt, aber auch die Zugänglichkeit zu Bildung, die Stärkung des Familienbundes sowie pädagogische und alltagspraktische Hilfen.

„Zu 60 Prozent besteht unsere Hilfe aus aufsuchender Sozialarbeit – auf neutralem Boden oder im häuslichen Umfeld“, betont Diana Wolff. Es gibt breit gefächerte Module zur gesunden Ernährung, Computerhilfe, Sport oder Stil- und Outfitbegleitung. Die Begleiter erzählen: „Das ging so weit, dass wir mit einigen Haare schneiden waren und danach Bewerbungsfotos gemacht haben.“ Für Kinder wurde Hausaufgabenhilfe angeboten. 2017 lag ein großes Augenmerk auf der frühkindlichen Entwicklung.

„Diese Zielgruppe aktiv zu bekommen, ist schon was wert“, freut sich Diana Wolff. Wichtig sei die soziale Teilhabe, raus aus dem Alltagstrott, in dem man sich mit ALG II eingerichtet hat, oder ganz einfach der Aufbau von Alltagsstrukturen.

Für 16 Personen unter 25 Jahren hieß es vorrangig „Fit für die Ausbildung“. Schulwissen in Mathe und Deutsch wurde mit Lernportalen der Volkshochschule aufgefrischt. „Zehn davon haben dann auch eine betriebliche oder schulische Ausbildung beziehungsweise Einstiegsqualifizierung bekommen“, so die E & G-Mitarbeiter. 16 Personen haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden, zwölf eine Nebentätigkeit, 18 eine Weiterbildung im Handwerk, im sozialen oder kaufmännischen Bereich, vier bekamen eine Stelle als Bundesfreiwilligendienstler. Neun Leute konnten ins Ehrenamt integriert werden.

Diana Wolff: „Die Chancen sind da. Eine Frau hat es von der Nebentätigkeit über Teilzeit bis zur Filialleiterin geschafft.“