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Beethoven mal traditionell, mal revolutionär

Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh präsentieren das nächste Finsterwalder Kammermusikfestival.
Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh präsentieren das nächste Finsterwalder Kammermusikfestival. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Das Finsterwalder Kammermusik-Festival findet 2017 zum siebenten Mal statt. Porträtiert wird diesmal Ludwig van Beethoven, an dessen 190. Todestag 2017 erinnert werden soll. Das Festival findet vom 31. März bis 29. April im Logenhaus und in der Trinitatiskirche statt. Veranstalter ist die Stadt Finsterwalde. Jürgen Weser / jgw1

Die Festivalpräsentation durch die künstlerischen Leiter Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh macht klar: Es wird auf keinen Fall ein verflixtes siebentes Mal, sondern eine besondere Konzertreihe. ,,Das Festival ist mitten in unserer Stadt angekommen", resümiert Bürgermeister Jörg Gampe die Erfolge und den Besucherzuspruch der vergangenen Jahre.

Nach den Schwerpunkten Debussy, Schubert, Richard Strauss, Schostakowitsch und Dvorak steht einer der bedeutendsten Komponisten im Mittelpunkt der Konzertreihe 2017. Bekannt seien Ludwig van Beethovens sinfonische Werke und die Oper ,,Fidelio", zu seinem Lebenswerk gehöre jedoch auch ein reiches Schaffen an Kammermusik, schwärmen Nassib Ahmadieh und Johanna Zmeck. Mit kleinen Variationen bieten sie zur Festivalpräsentation musikalische Kostproben.

Auch den Auftakt des Festivals am 31. März wird das Duo Ahmadieh/Zmeck (Cello/Klavier) bestreiten und die Bandbreite von Beethovens Kammermusik präsentieren. Unter dem Titel ,,Tradition, Revolution. Neuland" bringen sie Beispiele aus den verschiedenen Schaffensepochen des Komponisten zu Gehör: der junge Beethoven in der Tradition von Haydn und Mozart; der Beethoven, der ab 1800 die klassische Tradition verlässt; der ertaubte Beethoven der letzten Lebensjahre mit dramatischer Konflikthaftigkeit in den Kompositionen. Beethoven ,,hat mit seinen Kompositionen dem Cello als Soloinstrument zum Durchbruch verholfen", freut sich Cellist Ahmadieh auf das Konzert.

Eine abwechslungsreiche Mischung, dargeboten von verschiedenen Besetzungen und in unterschiedlichen Genres, wird das Finsterwalder Kammermusikfestival mit Stücken des großen Meisters im Mittelpunkt und anderer Komponisten durchziehen. Dafür sorgen das Pelleas-Ensemble am 2. April mit Beethovens Streichtrio op. 9 sowie mit Musik von Mozart und Britten, die vier Streicher vom Mejo-Quartett und Johanna Zmeck am 17. April am Piano mit Werken der Romantik von Brahms und Beethoven. Unter dem Titel ,,Gassenhauer" nach einer Beethoven-Komposition will das Oberon-Trio am 23. April mit schwungvollen Werken für Violine, Cello und Klavier unterhalten.

Auch diesmal gibt es den beliebten Liederabend (7. April). ,,An eine ferne Geliebte" lautet der verlockende Titel eines Liederzyklus' von Beethoven. Erstmalig wird beim Finsterwalder Festival ein reines Blechbläserensemble zu erleben sein. Das Posaunenquartett "Opus 4" vom Leipziger Gewandhausorchester wandert beim Abschlusskonzert am 29. April mit vollen Tönen von Bach über Beethoven bis zu Gershwin.

Herzensangelegenheit der beiden künstlerisch Leiter - Pädagogen an der Kreismusikschule und Musiker in verschiedenen Ensembles - sind die Kinderkonzerte. Die wird es am 3. April mit dem Palleas-Ensemble geben, das kindgerecht und witzig Lust auf klassische Musik machen will. Mit ermäßigten Kartenpreisen für Schüler und Studenten sollen zu den Konzerten mehr junge Leute gelockt werden.

Ab 1. Dezember können Karten für das Kammermusikfestival in der Finsterwalder Tourist-Info am Markt und online auf www.finsterwalder-kammermusik.de erworben werden. Eine prima Gelegenheit für niveauvolle Weihnachtsgeschenke, finden die Organisatoren.