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Schwimmendes Haus
Bau-Auftrag für autartec-Haus vergeben

Elke Sähn, Leiterin Kommunikation und Design,
Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden
Elke Sähn, Leiterin Kommunikation und Design, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden FOTO: privat / LR
Lichterfeld/Dresden. Zukunftstechnologien sollen nach Verzögerung nun noch 2018 auf dem Bergheider See schwimmen. Von Gabriela Böttcher

Als Attraktion in Design und innovativer Ausstattung ist die Entwicklung eines schwimmenden autartec®-Hauses im Herbst 2014 mit insgesamt 15 Partnern offiziell gestartet worden. Als am 1. Juni 2016 mit dem ersten Spatenstich für die Infrastruktur am Bergheider See Voraussetzungen für das Umfeld des Hauses in Angriff genommen wurden, schien die Realisierung des Gesamtvorhabens in greifbare Nähe gerückt.   Statikprüfungen hatten zunächst Änderungen an der Konstruktion des Steges und den Pontons für das schwimmende Haus erforderlich gemacht. Weitere bis dahin nicht vorhersehbare Faktoren mussten bedacht werden. „Es ist eben kein Standard-Einfamilienhaus. Es ist ein Forschungsprojekt“, hatte Dr. Ulrich Potthoff, Sprecher des beim Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI Dresden angesiedelten Forschungsvorhabens, im vorigen Sommer gegenüber der RUNDSCHAU erklärt. Zeitverzug auf der einen Seite wurde als Zeitgewinn für die Forschung auf der anderen Seite begrüßt. Im Januar 2018 erklärt Gottfried Richter, Amtsdirektor des Amtes Kleine  Elster: „Die Infrastruktur steht. Im April wollen wir den Steg zu Wasser bringen.“  Zum Stand des Forschungsprojektes antwortet Elke Sähn vom Fraunhofer Institut auf RUNDSCHAU-Fragen:

Eigentlich sollte der Rohbau des innovativen autartec-Hauses bereits 2016 auf dem Bergheider See schwimmen. Dann verschob sich auch das neue, für Herbst 2017 avisierte Ziel. Herbst 2018 wurde als nächste Marke ausgegeben. Wird diese nun zu halten sein?

Elke Sähn: Wir sind auf einem guten Weg.

Wo lagen die Schwierigkeiten, den ursprünglichen Zeitrahmen einzuhalten?

Elke Sähn: Wir haben bei allen Widrigkeiten – von der Verzögerung beim Bau der Steganlage bis hin zu der für unsere Zwecke ungünstigen Wasserzusammensetzung – immer an der Idee festgehalten und weder Kosten noch Mühen gescheut, Lösungen für Probleme zu suchen und zeitnah zu finden.

Zwischendurch schien es unmöglich, dass die Zukunftstechnologien überhaupt aufs Wasser kommen können. Was war der Grund dafür und ist er ausgeräumt?

Elke Sähn: Unverständlich ist uns, woher Sie Informationen beziehen, die die Realisierung des Projektes in regelmäßigen Abständen in Frage stellen.

Die ursprünglich angedachte Hauskonstruktion aus Metall ist passé. Wie wird es jetzt gebaut?

Elke Sähn: Für die konstruktive Lösung soll verstärkt Holz zum Einsatz kommen, was der Optik keinen Abbruch tut.

Wird das schwimmende Haus dennoch ein Hingucker sein?

Elke Sähn: Davon gehen wir aus.

Welche am beziehungsweise im Haus demonstrierten Technologien möchten Sie hervorheben?

Elke Sähn: An den bereits bekannten Entwicklungszielen hat sich nichts ändert. Bemerkenswert sind sowohl einzelne Technologien, wie beispielsweise die in Textilbetonwände und -treppen integrierten Batteriespeicher oder die Wasseraufbereitung, als auch das Zusammenspiel mehrerer Technologien, um den Bedarf an Strom, Wasser und Wärme kontinuierlich zu decken.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Elke Sähn: Der Auftrag zum Bau ist vergeben. Derzeit läuft die Ausführungsplanung, danach beginnt die Umsetzung des Vorhabens.

Gibt es einen offiziellen Eröffnungstermin?

Elke Sähn: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir einen Einweihungstermin erst bekanntgeben werden, wenn alle Arbeiten fertiggestellt sind.

Mit Elke Sähn sprach Gabi Böttcher