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| 18:56 Uhr

UPDATE/16.15 Uhr: Bahnlinie in Richtung Falkenberg nach Doberlug-Kirchhain wieder frei
Bahndamm-Brand bei Wildgrube gelöscht, Kräfte helfen jetzt in Finsterwalde

Brände zwischen Falkenberg und Finsterwalde FOTO: VRS
Finsterwalde/Byhlen. Der Brand bei Wildgrube an der Bahnstrecke Cottbus – Falkenberg ist gelöscht. Die Feuerwehren ziehen jetzt ab. Der Schienenweg zwischen Falkenberg/Elster und Doberlug-Kirchhain ist in Richtung Cottbus wieder befahrbar. In der Gegenrichtung ist das Gleis weiter gesperrt. Denn die Löscharbeiten in der Bürgerheide bei Finsterwalde dauern noch an. Voraussichtlich bis 20 Uhr. Von Kathleen Weser

Die Brände an der Bahnstrecke Cottbus - Falkenberg/Elster am Schienenweg zwischen Finsterwalde und Beutersitz (Elbe-Elster) sind gestoppt. Das hat Kreisbrandmeister Steffen Ludewig, der die Einsatzleitung am Sonnabendnachmittag aufgrund der brenzligen Lage und Betroffenheit mehrerer Gemeinden selbst übernommen hat, erklärt. „Die Brände sind unter Kontrolle“, bestätigt er der RUNDSCHAU bei der Einsatzbesprechung am Abend bei Wildgrube. „Es ist aber davon auszugehen, dass die Löscharbeiten bis Sonntagnachmittag andauern werden“, so der Brandschutz-Experte weiter. Neben mehr als 300 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren sind auch ein Polizeihubschrauber und eine Drohne im Einsatz.

Feuerwehren haben die Bahndamm-Brände im Griff

Die Leitstelle Lausitz bestätigt am Sonntagmorgen: Die Lage ist im Griff. Bei Wildgrube sind aber aktuell weiter 86 Kameraden der Feuerwehren im Einsatz, um dem Großfeuer den Garaus zu machen.

Am frühen Samstagnachmittag waren mehrere Feuer entlang der Zugstrecke zwischen Falkenberg und Finsterwalde ausgebrochen, sie hatten teilweise schnell angrenzende Felder und Waldstücke erfasst. Im Bereich Beutersitz, Wildgrube bis Tröbitz sind etwa 43 Hektar betroffen, davon 40 Hektar Feld und Brachland sowie drei Hektar Wald.

Der böig auffrischende Dauerwind ist ein Problem

Die Flammen haben auch in einem Waldgebiet in Finsterwalde gewütet. „In Finsterwalde sind 18,5 Hektar Wald der Bürgerheide Richtung Hennersdorf betroffen. Hier besteht die Schwierigkeit, dass die Löscharbeiten wegen Munitionsverdacht nur von den Wegen aus erfolgen können“, erklärt der Kreisbrandmeister.

Am Sonntag sind noch immer 117 Kameraden voll damit beschäftigt, die Glutnester zu bekämpfen und damit zu verhindern, dass der anhaltende und zunehmende Wind das Feuer nicht neu entfachen kann.

Verdacht eines Heißläufer-Zuges wird geprüft

Das ist schon am Sonnabend ein Problem gewesen. Der Wind hatte die Feuerwalzen auf angrenzenden Felder und Wälder zulaufen lassen. So sind auch Landwirtschaftsflächen zwischen Beutersitz und Schönborn in Brand geraten, die Ernte sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie groß der Schaden letztlich ist, ist noch unklar. Als Ursache der Brände wird der Funkenflug durch einen als Heißläufer bezeichneten eines Zug auf dem Gleisweg vermutet. Ein Radsatzlager könnte sich unzulässig erwärmt haben. In dem Fall sind die Schienenfahrzeuge zu stoppen. Aber auch eine feste Bremse könnte die Ursache von Funkenflug und damit der Streufeuer an der Bahnstrecke gewesen sein. Experten ermitteln, versichert ein Bahnsprecher.

Die Rauchschwaden des Feuers sind kilometerweit zu sehen gewesen. In Domsdorf hüllten sie am Sonnabend die erste Bergparade mit Hunderten Bergleuten und Besuchern zeitweise in einen hellen Nebel.

Brand in Lieberoser Heide noch nicht unter Kontrolle

Der Einsatz der Feuerwehr ist auch weiterhin in der Lieberoser Heide erforderlich. Auch hier dauern die Löscharbeiten am Sonttagmittag noch an. Dieses Großfeuer auf etwa 85 Hektar Fläche ist nach wie vor nicht unter Kontrolle, bestätigt die Leitstelle Lausitz am Sonntag.

Auf einer Fläche von rund 40 Hektar hat sich das Feuer im Gebiet um den Teerofensee in Byhlen am Freitagabend gegen 19.30 Uhr ausgebreitet. Ein Löschhubschrauber der Polizei ist zur Unterstützung hinzugerufen worden. Westwind treibt den Rauch laut Leitstelle Lausitz diesmal in Richtung Briesen und Cottbus.

Wie der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel, sagt, hat die Windgeschwindigkeit am Sonntagmorgen von acht auf 15 Stundenkilometer pro Stunde zugenommen. Es bestehe deshalb die Gefahr, dass der Wind das Feuer anfacht. Der Regen in der Nacht zum Sonntag gefallen ist, hat leider wenig geholfen. „Das Gebiet um Cottbus hat in der Nacht nur einen halben Liter Regen pro Quadratmeter abbekommen. Das ist minimal und reicht in keiner Weise aus“, sagte Engel.

Am Montag vor knapp zwei Wochen standen rund 100 Hektar Wald in der Lieberoser Heide in Flammen. Etwa eine Woche später hieß es dann, dass die Lage unter Kontrolle sei, es nur noch schwele in der Heide. In der Lieberoser Heide hat es schon mehrere, dramatische Brände gegeben. Ein großes Problem und ein Risiko bei der Brandbekämpfung ist immer wieder die Munitionsbelastung einiger Teile der Heide, weil sich dort einmal ein Truppenübungsplatz befunden hat. So können Brände oft nur von außen bekämpft werden.

Brände zwischen Falkenberg und Finsterwalde FOTO: VRS