Im September 2013 hat die Stadt Doberlug-Kirchhain das Bahnhofsgebäude ersteigert, um weiterem Verfall und zweckentfremdeter Nutzung den Riegel vorzuschieben. Wobei der Bürgermeister damals vor allzu großen Erwartungen gewarnt hatte. Vor allem das äußere Erscheinungsbild und der mangelhafte Service zwangen 2014 zu einigen Sofortmaßnahmen. So wurde der Türdurchbruch zum Bahnsteig 4 wiederhergestellt und eine Zwei-Flügeltür eingebaut. Frische Farbe kam auf die Wände im Sanitär-, Treppen- und Empfangsbereich. Drei Fenster wurden erneuert, Elektroarbeiten durchgeführt.

Wichtigster Schritt im Vorfeld der Landesausstellung, zu der viele Besucher mit dem Zug angereist sind, war die Wiederinbetriebnahme der Sanitäranlagen. Die werden nach wie vor täglich von 7 bis 18 Uhr offengehalten. "Bei Minusgraden ist zeitgleich der Warteraum daneben geöffnet", heißt es im Rathaus. Täglich werden die Toiletten und das Bahnhofsumfeld, welches im Verantwortungsbereich der Stadt liegt, sauber gehalten.

Dem Gebäude auch äußerlich eine Frischekur zu verpassen, sei im Moment eher "unzweckmäßig, da ab 2015 die Bahnsteige umgebaut werden sollen", so die Auskunft der Stadtverwaltung.

Eher als Rückschlag ist zu werten, dass seit Dezember 2014 der Service-Point geschlossen ist und Reisende keine Bahnfahrkarten mehr am Schalter kaufen können. Sieglinde Ringmeier, die seit 2008 diese DB-Agentur betrieben hatte, zog die Reißleine. Sie sagt: "Es fehlte der Umsatz. Immer mehr Leute kaufen ihre Tickets am Automaten oder im Internet. Die paar Hanseln, die in Doberlug-Kirchhain an den Schalter gekommen sind, konnten mich nicht retten." An sechs Tagen in der Woche hätte sie den Service-Point insgesamt 60 Stunden offenhalten müssen - so die Forderung der Deutschen Bahn. Bei Abwägung aller Faktoren - von Provision bis hin zu Mindestlohn - war dies für sie unrentabel. Versuche seitens der Stadt, hier schnell wieder zu einer Lösung zu kommen im Interesse der Reisenden, die Auskunft und Beratung benötigen, blieben ohne Erfolg. Stattdessen liegt die Anfrage eines Unternehmers vor, der die Räumlichkeiten des ehemaligen Service-Points nutzen möchte, wozu die Stadtverwaltung noch Gesprächsbedarf signalisiert.

Weitere Schritte, insbesondere baulicher Art, seien abhängig von der künftigen Nutzung. 2015 will die Stadt deshalb zunächst diese Überlegungen vorantreiben und ein Nutzungskonzept erarbeiten. Ideen seien durchaus da - der Stadtverordnete Manfred Oettrich (SPD-FDP) hatte schon im Oktober 2013 mehrere Ansätze zusammengetragen und sowohl den Stadtverordneten als auch der Verwaltung zur Kenntnis gegeben. Einen Anlauf zur Einbeziehung der breiten Bürgerschaft in diese Ideensammlung hat es Ende 2014 mit einem entsprechenden Aufruf im Stadtanzeiger gegeben. Darin hatte die Verwaltung angekündigt, Gedanken bündeln und in einer Gesprächsrunde mit den politischen Vertretern in der Öffentlichkeit diskutieren und abwägen zu wollen. Doch die RUNDSCHAU-Nachfrage im Rathaus ergab, dass dieser Aufruf ins Leere lief. Keine Rückmeldungen. Aber immerhin ein Bürger habe im Herbst seine Mitarbeit in einem "Gremium" angeboten.