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Baustelle
Bahn gesteht peinliche Panne in Bad Erna ein

Für den 83-jährigen Norbert Metelka ist es ohnehin ein Kraftakt, seine schwer kranke Frau zum Erholungsgrundstück zu bringen – jetzt hat ihm die Deutsche Bahn das unmöglich gemacht.
Für den 83-jährigen Norbert Metelka ist es ohnehin ein Kraftakt, seine schwer kranke Frau zum Erholungsgrundstück zu bringen – jetzt hat ihm die Deutsche Bahn das unmöglich gemacht. FOTO: Dieter Babbe/dbe1
Doberlug-Kirchhain. Datschengrundstücke an der Grube Erna wurden beim Trassenbau einfach abgeklemmt. Der Vorfall kommt jetzt ins Fernse- hen – heute um 18.30 Uhr in der Sendung zibb. Dieter Babbe / dbe1

Bis auf zwei Meter rückt die neue auslaufende Brückenstraße am Grundstück von Norbert Metelka heran - so dicht, dass durch eine neue Stützmauer die Zufahrt seines und die Grundstücke von vier weiteren Datschenbesitzern an der Grube Erna, dem Naherholungsgebiet bei Doberlug-Kirchhain, abgeklemmt und mit den Autos nicht mehr zu erreichen sind. Jetzt ist das Fernsehen auf die peinliche Panne, die sich die Deutsche Bahn beim Ausbau der Strecke Berlin-Dresden geleistet hat, aufmerksam geworden - nachdem bereits die Lausitzer Rundschau den einzigartigen Vorfall öffentlich gemacht hatte.

Ein rbb-Reporterteam mit der Redakteurin Solvig Fitzner sah sich die Situation vor Ort an und drehte einen Film über Norbert Metelka - denn den 83-Jährigen und seine kranke Frau trifft der Planungs- und Baufehler am härtesten. Erika Metelka ist wegen Multiple Sklerose an den Rollstuhl gefesselt und wird seit 28 Jahren von ihrem Mann gepflegt. Die 74-Jährige kann nicht aufstehen und keinen einzigen Schritt allein gehen. Lediglich im Elektrorollstuhl bewegt sich Erika Metelka ohne Hilfe und genießt im Erholungsgrundstück die Ruhe und die Natur. Doch seine Frau vom Auto bis in den Rollstuhl zu hieven, das ist für den neun Jahre älteren Ehemann jedes Mal ein Kraftakt.

Dass Norbert Metelka bis vor kurzem seine Frau von der festen Straße aus mit dem Auto bis direkt vors Grundstück fahren konnte, hat ihm diese Schwerstarbeit wesentlich erleichtert. Der neue Straßenverlauf mit der neuen Stützmauer versperrt jetzt den beiden Metelkas diesen Weg zu ihrem Grundstück und auch zur Garage. Die gute Nachricht: Die Deutsche Bahn erkennt ihren Fehler an. "Bei der Planung ist niemandem aufgefallen, dass die neue Straße die Grundstücke abklemmt - unseren Planern nicht, auch den Behörden nicht", gesteht Uwe Kronbügel, Projektingenieur bei der Deutschen Bahn, im LR-Gespräch. Sein Unternehmen werde jetzt mit allen betroffenen Anliegern nach einvernehmlichen Lösungen suchen - wenngleich der Straßenverlauf freilich nicht mehr verändert wird. Norbert Metelka will einen anderen, einen neuen Eingang schaffen, der es ihm ermöglicht, dass seine Frau sicher und so aufs Grundstück kommt, dass auch er das körperlich bewältigen kann. Die Deutsche Bahn wird ihm die entstehenden Kosten finanziell entschädigen, hat Uwe Kronbügel angekündigt, mit Herrn Metelka sei man sich bereits einig - was der 83-Jährige gegenüber der RUNDSCHAU auch bestätigt.

Die Geschichte um die Panne, wie Grundstücke beim Trassenbau einfach abgeklemmt werden und wie Norbert Metelka mit seiner schwer kranken Frau vor einem Problem steht - zibb berichtet darüber am Mittwoch, 27. September, um 18.30 Uhr im rbb.