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| 17:20 Uhr

Bauzeitplan in Sonnewalder Straße steht
Zweiter Brückentrog schwebt nachts ein

Frank Koppe, Projektleiter von  der Schiffswert Roßlau,  Bauleiter Dieter Müller und der Gesamtprojektleiter der Arge Gerd Richter vom Unternehmen H. Klostermann (v.l.) am Freitagvormittag bei der Bauberatung an der neu entstehenden Bahnbrücke über die Sonnewalder Straße in Finsterwalde.
Frank Koppe, Projektleiter von der Schiffswert Roßlau, Bauleiter Dieter Müller und der Gesamtprojektleiter der Arge Gerd Richter vom Unternehmen H. Klostermann (v.l.) am Freitagvormittag bei der Bauberatung an der neu entstehenden Bahnbrücke über die Sonnewalder Straße in Finsterwalde. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Das Bauziel für die Bahnbrücke in der Sonnewalder Straße steht: Zweigleisiger Zugverkehr ab 27. November, 4 Uhr. Von Gabi Böttcher

Noch immer ist eine gehörige Portion Phantasie notwendig, um sich die Brücke der Deutschen Bahn über die Sonnewalder Straße in neuem Zustand vorzustellen. Brandaktuell liegt eine Darstellung vor, die das jetzt erleichtert. Mittlerweile steht auch der Zeitplan für den Endspurt am Bauwerk.

Gerd Richter, Gesamtprojektleiter der Arge, Bauleiter Dieter Müller vom Unternehmen H. Klostermann und Frank Koppe von der Schiffswerft Roßlau stimmten am Freitag vor Ort die nächsten Schritte und Details zum Einheben des zweiten Trogteils für die südliche Schienentrasse ab. Bis hin zu der Überlegung, die Verkehrsampel aus der Flugschneise des Troges herauszudrehen. Klar ist: Im Unterschied zum Baustellentourismus beim Einheben des nördlichen Brückensegmentes bei schönstem Wetter am 10. August, dürfte es diesmal etwas ungemütlicher zugehen. Zumindest für Zuschauer.

So soll sie aussehen, die neue Bahn-Brücke in der Sonnewalder Straße in Finsterwalde. Das alte und das neue  Widerlager erscheinen hier optisch aus einem Guss. Im Moment ist das noch schwer vorstellbar.  Grafik: DB Netz AG
So soll sie aussehen, die neue Bahn-Brücke in der Sonnewalder Straße in Finsterwalde. Das alte und das neue Widerlager erscheinen hier optisch aus einem Guss. Im Moment ist das noch schwer vorstellbar. Grafik: DB Netz AG FOTO: Baukommunikation Regionales Proj

Fred Schneider, Projektleiter Brücke bei der DB Netz, kündigte das Einschweben des Brückensegmentes für die Nacht vom 19. zum 20. November an. Dafür macht sich von 22.30 Uhr bis 4 Uhr morgens eine Vollsperrung der Bahntrasse erforderlich. Anschließend kann für drei Tage – bis zum 23. November, 22 Uhr, der Bahnbetrieb wieder einseitig aufgenommen werden. Bevor danach bis zum 27. November, 4 Uhr, wieder eine Streckensperrung vorgesehen ist. In dieser Zeit werden Gleisanlagen und Oberbau sowohl im südlichen neuen Bereich, als auch in Kombination mit dem bereits aktiven nördlichen Gleis abschließend fit gemacht. Ziel ist es, dass der volle Zugbetrieb ab dem 27. November, 4 Uhr, dann zweigleisig über die neue Brücke rollt.

Wie Frank Koppe, Projektleiter von der Schiffswerft Roßlau, bestätigt, ist die zweite Trogbrücke mit 21 Metern Länge und 5,30 Meter Breite seit Wochen abholbereit.

Gespannt kann der Beobachter nun wohl sein, wie das neue Brückenbauwerk mit den verbleibenden Resten des alten so harmoniert, dass es nicht als Kontrast von Neubau und Ruine ins Auge sticht. Fred Schneider sät Zuversicht: „Die Betonoberfläche des alten Widerlagers wird aufgearbeitet, Risse werden verfüllt. Das alte und das neue Widerlager verbindet eine Metallabdeckung. Die Brücke wird als einheitlicher Baukörper wahrgenommen werden.“ Fred Schneider lässt auch nicht unerwähnt, dass ein Rück­bau des alten Widerlagers mit Eingriffen bis hinein in die Grundwasserwanne ein Projekt mit deutlich höheren Kosten gewesen wäre. Ja, eine breitere Straße hätte in der Folge entstehen können. Im Zuge der Umverlegung der Bundesstraße 96 und der gezielten Verlagerung des Schwerlastverkehrs aus der Stadt heraus ist hier wohl allgemein nachvollziehbar die Kostenbremse gezogen worden. Zumal, so betont Fred Schneider; das neue Brückenbauwerk der Bahn separat gebaut und so konstruiert ist, dass ein Rückbau des alten jederzeit möglich wäre. Wenn dafür entsprechende finanzielle Mittel vorhanden seien. Mit der Umverlegung der Bundesstraße steht bekanntlich die Herabstufung der Straße zur kommunalen Straße ins Haus.

Dass das künftige Brückenbauwerk in der Kombination von alt und neu optisch in das Stadtbild passt, dafür soll ein sogenannter Sichtbeton mit einer Oberflächengestaltung in Holzoptik sorgen. Selbstverständlich werde die Böschung neu profiliert und begrünt und die während der Bauarbeiten in Anspruch genommenen Flächen rekultiviert.

Ob es für die auf Banddurchschnitte spezialisierten Finsterwalder zur Fertigstellung der Brücke erneut einen feierlichen Akt geben werde? Ein solcher sei noch nicht ins Auge gefasst. „Der müsste ja dann am 27. November um 4 Uhr stattfinden“, sagt Fred Schneider. Den Gedanken werde er jedoch „mal mitnehmen“.

Eine gute Nachricht für die Anwohner dürfte sein, dass Geräuschbelästigungen wie zu Zeiten des Einrammens der Bohrpfähle nicht mehr zu erwarten sind. Peter Haack von der Baukommunikation der DB Netz hält auch an den ursprünglich angesetzten Kosten von 4,5 Millionen Euro fest. Zeitliche Verzögerungen im Bauablauf wegen der Probleme mit dem Baugrund hätten durch andere, nicht in Anspruch genommene Puffer im Budget ausgeglichen werden können. Endgültig belastbar seien die Zahlen jedoch selbstverständlich erst nach der Schlussrechnung.