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Bäder leiden unter Gästemangel

Rebecca Krüger kam zu Wochenbeginn mit ihren Brüdern Adrian (l.) und Ives (r.) aus Dahme sowie Kumpel Mathias Manka aus Cottbus ins Finsterwalder Freibad. Für ihren Sprung vom 10-Meter-Trum bekam Rebecca den SilberZehner.
Rebecca Krüger kam zu Wochenbeginn mit ihren Brüdern Adrian (l.) und Ives (r.) aus Dahme sowie Kumpel Mathias Manka aus Cottbus ins Finsterwalder Freibad. Für ihren Sprung vom 10-Meter-Trum bekam Rebecca den SilberZehner. FOTO: Gabi Böttcher
Crinitz/Finsterwalde/Tröbitz. Von Besucherrekorden des Sommers 2015 können die Freibäder in der Region in diesem Jahr nur träumen. Von einer Katastrophe ist gar die Rede. Das Wetter allein scheint nicht der Grund. Gabi Böttcher

"Unter 30 Grad Lufttemperatur geht keiner mehr baden", sagt Hartmut Wandelt. Er ist Vorsitzender des Fördervereins Sport- und Begegnungszentrum Crinitz, der das Waldbad von der Gemeinde gepachtet hat und betreibt. Wenn man allein auf die Crinitzer angewiesen wäre, müsste man wohl gänzlich schließen. Der Erhalt des Freibades könne gesichert werden, indem das Bad immer wieder von vielen Gruppen, so den Judoka oder von der Feuerwehr, genutzt werde. "Die brauchen keinen Bademeister", weist Hartmut Wandelt auf einen wichtigen Kostenfaktor hin. Auch Camper haben das Bad zunehmend für sich entdeckt und bringen Geld in die Kasse. Die Vermietung von Räumen für Vereine, Hochzeiten und andere Feiern ebenso. Doch ohne Spenden würde es gar nicht gehen. Da erfahre der Verein im Ort viel Unterstützung. Selbst Bürgermeister Hofmann tue alles, um zu helfen. "Der holt zum Beispiel eine defekte Pumpe ab und bringt sie repariert zurück", erzählt Hartmut Wandelt. "Als Junge, damals noch in Rückersdorf, sind wir auch bei 20 Grad baden gegangen. Das ist jetzt vorbei", bedauert der Vereinsvorsitzende und sieht damit nicht nur im Wetter einen Grund für den Trend.

Auch in Tröbitz hat sich seit der Ende Juli getroffenen Zwischenbilanz nichts geändert. "Die Saison bleibt ein Flop", konstatiert Schwimmmeister Armin Zöllner. Und obwohl das Tröbitzer Bad via Solarheizung die Wassertemperatur bei 25 Grad hält, kämen viele Badegäste erst ab mindestens 28 Grad Außentemperatur. Tage wie der Dienstag in dieser Woche mit knapp 400 Gästen seien die Ausnahme 2017. "Aber solche Tiefschläge stecken wir weg", sagt der Schwimmmeister kampfentschlossen und weiß Bürgermeister Holger Gantke hinter sich.

In der Sängerstadt Finsterwalde gibt es keinen besseren Trend zu vermelden. Andy Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, die das Freibad betreiben: "Die Saison läuft bei uns ähnlich schlecht wie bei den anderen Freibädern. Der Besuch hängt im Wesentlichen vom Wetter ab, kein Badewetter bedeutet auch keine Besucher. Vor den Sommerferien waren der Juni und auch die ersten Wochen im Juli von eher kalten Tagen und auch sehr unbeständigem Wetter gekennzeichnet." Spitzentagen mit bis zu 450 Besuchern stehen Tage mit 50 bis 100 Gästen gegenüber. Schwimmmeister Thomas Schelle sieht aber auch in immer mehr privaten Pools eine Ursache für die unerfreulichen Gästezahlen selbst an wärmeren Sommertagen.

"Bei uns in Dahme sieht es genauso aus", bestätigen Adrian, Ives, Rebecca und Mathias, die sich zu Wochenbeginn vom 10-Meter-Turm nach Finsterwalde locken ließen. Alle sind bei der Wasserwacht in Dahme aktiv und loben die Maße des Finsterwalder Beckens und eben den Sprungturm. Trotz allem werden die Besucherzahlen von rund 14 600 im vorigen Jahr auch in Finsterwalde nicht erreicht werden. Ganz zu schweigen vom Jahr 2015 mit knapp 24 000 Gästen.