„Wir haben uns das so wunderbar vorgestellt“, beschreibt Pfarrer Frank Wendel. Erstmals sollte es im Juni am Strand von Bad Erna ein Tauffest geben. Die älteren Täuflinge wollten dazu sogar gänzlich in den See eintauchen, ganz nach dem Vorbild Jesu.

Die Coronakrise macht diesem Plan bedingt einen Strich durch die Rechnung. Nach aktuellem Stand solle die Taufe am See zwar stattfinden, jedoch im kleineren Rahmen. Taufen und Trauerfeiern mit bis zu 20 Personen sind derzeit wieder erlaubt, daran wolle sich die Gemeinde unbedingt halten und kein unnötiges Risiko eingehen. Würden zu viele Verwandte mitkommen, sollten diese im schlimmsten Fall wieder weggeschickt werden.

Vier Täuflinge sind bisher angemeldet

Allerdings rechne der Pfarrer mit keinem Überlauf an Menschen. „Da werden ja nicht fünfzig getauft, sondern eher fünf.“ Vier Täuflinge seien momentan angemeldet. Die Verwandtschaft zeige sich schon jetzt einsichtig. „Die Leute disziplinieren sich selbst. Sie würden zwar gerne mitkommen, aber wollen nichts riskieren“, erklärt Frank Wendel.

Die Idee für das Tauffest am See in Bad Erna stammt von einer Mutter, die ihre beiden Kinder taufen lassen wollte, erklärt der Pfarrer begeistert. Bekannt sei ihm das Spektakel von anderen Orten, wie dem Kiebitz-See bei Falkenberg oder aus Potsdam. Für ihn selbst ist es jedoch eine Premiere.

„Es ist unterhaltsam“, beschreibt Frank Wendel amüsiert. Denn zur Taufe am See müsse er sich einige Gedanken machen. Müssen sich die Täuflinge die Nase zu halten? Werden die Kleider beschwert um nicht nach oben geschwemmt zu werden?

Interesse an der Taufe soll gesteigert werden

Durch das besondere Tauferlebnis solle auch in anderen Haushalten auf die christliche Zeremonie aufmerksam gemacht werden. In vielen Familien seien die Kinder nicht mehr getauft. „Es soll zum Nachdenken bringen.“

Aus dem geplanten großen Familienfest werde nun allerdings nur eine kleine Zeremonie im engsten Kreis der Kernfamilie. Statt der geplanten zwei Bands werde vermutlich nur noch eine spielen und ob das geplante Grillen am See stattfinden könne, sei auch noch fraglich.

Trotzdem blickt Pfarrer Frank Wendel positiv in die Zukunft, denn das Tauffest solle keinesfalls eine Eintagsfliege werden: „Wir gucken jetzt einfach wie es geht und wollen dann im nächsten Jahr ein richtig großes Tauffest feiern.“

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