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Axel Schulz: "Das ist der Knaller!"

Nach gut zwei Stunden Arbeit in der Jury: Agrarminister Jörg Vogelsänger, Fördervereinschef Jörg Kirchhoff (l.) und Bürgermeister Jörg Gampe mit Königin.
Nach gut zwei Stunden Arbeit in der Jury: Agrarminister Jörg Vogelsänger, Fördervereinschef Jörg Kirchhoff (l.) und Bürgermeister Jörg Gampe mit Königin. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Mögen es am Ende der Regentschaft von Brandenburgs 2. Bierkönigin Anne Mulinski (23) aus Fürstenwalde 40 Brauereien in Brandenburg sein. Gabi Böttcher

Mit diesem Wunsch für die aufstrebende Branche verabschiedete sich Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger am Samstagabend nach gut zwei Stunden harter Arbeit in der Jury zur Wahl der Bierkönigin von den Finsterwaldern. Diese waren in ihr "Wohnzimmer" auf den Markt gekommen, um von Freitag- bis Samstagabend das 4. Treffen der Brandenburger Kleinbrauereien zu feiern. 17 der insgesamt 30 haben sich zusammengeschlossen und richten mit ihrem Förderverein unter Leitung von Jörg Kirchhoff von der Braumanufaktur Forsthaus Templin alljährlich ein Fest aus, das Freunde des Gerstensaftes über die Grenzen von Brandenburg hinaus anlockt. So Holger Mattner aus Berlin, der bei der dortigen Biermeile wusste: Nach Finsterwalde musst du unbedingt fahren.

Noch bevor sich Anne Mulinski aus Fürstenwalde nach unterhaltsamem Wettbewerb gegen vier weitere Bewerberinnen um die Krone der 2. Brandenburger Bierkönigin durchgesetzt hatte, hofften die Braufreunde aus Fürstenwalde um Bernd Norkeweit, Oliver Wittkopf und Andreas Melzer, dass sie im kommenden Jahr mit einer Königin Gastgeber für das 5. Brauereitreffen werden. Mit der Startnummer 2 versehen, stand Anne wohl unter einem guten Stern und wurde am Ende die 2. Brandenburger Bierkönigin. Ex-Sportskanone und erster Brandenburger Bierbotschafter Axel Schulz plädierte schließlich nach Auswertung der Jury-Punkte gegen 17.40 Uhr dafür, nur die Siegerin und nicht die Platzierten in ihrer Reihenfolge zu nennen - denn schon ab Platz 2 beginne man sich zu ärgern. Beifall aus dem Publikum und der Ruf "Axel du bist der Größte!" quittierten Zustimmung. Zuvor hatte es ein dickes Dankeschön an die 1. Brandenburger Bierkönigin Carolin Käbermann gegeben, die zum Abschied gegen Tränchen der Rührung ankämpfen musste. Rührung auch bei ihrer Nachfolgerin Anne Mulinski, Studentin der Literatur- und Theaterwissenschaften an der FU Berlin.

"Ich freue mich, in den kommenden zwei Jahren viele Brandenburger Biere probieren und die lange Biertradition von Fürstenwalde vertreten zu können. Jetzt möchte ich mich am liebsten nur hinsetzen und einfach ein Bier trinken." Bernd Norkeweit von den Fürstenwalder Brau-Freunden hatte für Anne einen der drei Wettbewerbe gewinnen können - das ausdauerndste Halten eines gefüllten Maßkruges am ausgestreckten Arm. Schon am Nachmittag hatte er aufgefrischt, dass Fürstenwalde im Mittelalter nach Bernau die zweitgrößte Braustadt im Brandenburgischen gewesen sei. Zur Fürstenwalder Rathausbrauerei am Markt gehört heute ein Brauereimuseum, das an die Biergeschichte der Stadt seit 1451 erinnert. Ein Grund mehr, die Gastgeberstadt des Brauereitreffens im kommenden Jahr zu besuchen. Doch zunächst gab es von allen Seiten Lob für die Finsterwalder Gastgeber beim 4. Brauereitreffen. Als deren wortreichster Vertreter brillierte Braumeister Markus Klosterhoff als unterhaltsamer Dauermoderator auf der großen Bühne. Axel Schulz, der sich auf ungezählten Selfies wiederfand, rief den Finsterwaldern zu: "Das ist der Knaller, dass ich hier sein darf."