Die Förderbrücke F60 in Lichterfeld-Schacksdorf (Elbe-Elster) gehört in diesem Jahr zu den zwölf Preisträgerinnen und Preisträgern des Deutschen Preises für Denkmalschutz. Das teilte das Brandenburger Kulturministerium am Dienstag mit. Mit dem Preis wird der 2001 gegründete Förderverein Besucherbergwerk F60 gewürdigt, der mit seinem ambitionierten Einsatz das von der Verschrottung bedrohte technische Großgerät gerettet und zu einem Denkmal und touristischen Höhepunkt der Region entwickelt hat.

Kulturministerin Dr. Martina Münch, die gleichzeitig auch Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) ist, gratuliert in der Mitteilung dem Verein für die Auszeichnung: „Als Brandenburger Ministerin freue ich mich besonders, dass mit der Förderbrücke F60 bei Lichterfeld-Schacksdorf in diesem Jahr auch eine Preisträgerin aus Brandenburg dabei ist. Die auch als ‘Liegender Eiffelturm der Lausitz‘ bezeichnete Förderbrücke ist ein einzigartiges Zeugnis der Industriegeschichte der Lausitz und spiegelt eindrucksvoll die Geschichte der Braunkohleförderung und -verarbeitung in Brandenburg.“

Tourismus soll von Industriekultur profitieren

Die Abraumförderbrücke F60 gehört zu den größten beweglichen technischen Arbeitsmaschinen der Welt und wurde von 1991 bis 1992 im Braunkohletagebau Klettwitz-Nord eingesetzt. Die denkmalgeschützte Förderbrücke ist heute ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Für Münch zeige der Preis auch, welch großes Potenzial historische Industriedenkmäler für die Tourismuswirtschaft besitzen. „In der Lausitz gibt es eine vielfältige Verbindung von früherer Industrie mit Natur, Kultur und Tourismus – ein gutes Beispiel ist dafür neben der Förderbrücke F60 auch die Brikettfabrik Louise in unmittelbarer Umgebung der gerade entstehenden Lausitzer Seenlandschaft in stillgelegten Braunkohletagebauen. Die enge Vernetzung von Kultur und Tourismus wollen wir im Rahmen der Strukturentwicklung mit den Akteuren weiter vorantreiben“, so die Ministerin.

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung auf seinem Gebiet in Deutschland. Er wird in den vier Kategorien ‘Karl-Friedrich-Schinkel-Ring‘, die ‘Silberne Halbkugel‘, der ‘Journalistenpreis‘ und der ‘Internetpreis‘ vergeben. Die Preise werden am 28. Oktober 2019 in der Aula der Landesschule Pforta in Naumburg im Rahmen einer Festveranstaltung überreicht.