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| 12:41 Uhr

Aus der Not eine Tugend gemacht

Doberlug-Kirchhain. Anwohner und vor allem Geschäftsleute rund um den Kirchhainer Markt müssen starke Nerven und vor allem Durchhaltevermögen haben, denn vor ihrer Tür wird permanent gebaut. Aus dieser Not heraus hat man nun am vergangenen Wochenende eine kleine Tugend gemacht und zum ersten „Weihnachtlichen Baustellenfest“ geladen. top

Was wie ein Widerspruch in sich klingt, sollte die Leute auf den Markt ziehen, der in ersten Konturen schon zeigt, dass er einmal ein richtig schön werden kann. Doch noch dominieren Baugruben und Baufahrzeuge. Auf die Idee des vorweihnachtlichen Treibens kamen der „Gewerbestammtisch Doberlug-Kirchhain“, eine kleine Gruppe von Händlern, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, das Einkaufen in der Gerberstadt attraktiv(er) zu machen. „Trotz der Bauerei, die Händler wollten einfach zeigen, schaut her, uns gibt es noch und wir haben was zu bieten“, so erklärte Torsten Hannemann, der sich an diesem Tag auch als Moderator die Hacken rund um den Markt ablief, die Grundidee. Rund 20 Geschäfte auf dem Markt, in der Leipziger Straße und der Potsdamer Straße beteiligten sich am kaufmännischen Baustellentreiben. Petrus meinte es auch gut und schickte das herrlichste Wetter. Viele Geschäfte verlagerten deshalb das Verkaufsgeschehen vor die Ladentür. Doch nur stockend kam eine gewisse Feierstimmung auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, es wollte mit dem Strom für die Beschallung einfach nicht klappen, startete das Treiben mit gut einer Stunde Verspätung. In den Vormittagsstunden zog es nur wenige Bürger auf ihren Markt, besser auf ihre Baustelle. Einzig am Küchenzug des DRK aus Rückersdorf bildete sich zur Mittagszeit eine kleine Schlange. Das Team um Silvio Heinrich hatte schon gegen 7 Uhr begonnen, eine deftige Erbsensuppe anzusetzen und die entfaltete Stunden später ihren vollen Geschmack. Über 100 Portionen gingen in kurzer Zeit über den Tisch und das einhellige Prädikat der Gäste: „Sehr gut!“ Dabei wurde auch noch für einen guten Zweck gekocht und gegessen, denn der Erlös, so erklärte Heinrich, fließt in die Aktion „Zelte für Pakistan“. Die Händlermeinungen zum Markttreiben dagegen gingen weit auseinander und reichten von „na ja, sehr bescheiden“ bis zu „klappt wirklich gut und wir sind bis jetzt zufrieden.“ Wer mit kleinen Aktionen, wie Tamara Herrmann vom Quelle-Shop, lockte, hatte kaum Probleme. „Bei uns gibt es eine Tombola und ganz ohne Nieten und jeder Kunde bekommt auch eine Blume. Es soll eine Art Dankeschön sein, denn trotz aller Probleme gibt es uns nun schon seit 15 Jahren“, freute sich die Geschäftsfrau. Ihr Fazit: Wer etwas bietet, etwas unternimmt, der konnte auch mit einem Erfolg, wenn auch in einem bescheidenen Rahmen, rechnen. Nur die Ladentür aufmachen und abwarten brachte nichts.