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August und Dezember so warm wie nie seit 1946

Gewitterstaffel: Am 7. Juli stürzte eine Pappel auf ein viergeschossiges Wohnhaus in der Finsterwalder Westfalenstraße.
Gewitterstaffel: Am 7. Juli stürzte eine Pappel auf ein viergeschossiges Wohnhaus in der Finsterwalder Westfalenstraße. FOTO: leh
Doberlug-Kirchhain. Der Deutsche Wetterdienst hat für die Wetterstation Doberlug-Kirchhain im Jahr 2015 zahlreiche Wetterextreme und Auffälligkeiten registriert. Carsten Schneider von der Regionalen Messgruppe hat die Fakten zusammengetragen. leh

Im Juni 2016 gehen die Wetteraufzeichnungen an der ehemaligen Wetterwarte in der Luckauer Straße in Doberlug-Kirchhain, heute eine automatische Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes, schon 70 Jahre zurück. Das Jahr 2015 war dabei eines der wärmeren. Das Temperaturmittel betrug 10,6 Grad Celsius. Das waren 2,1 Kelvin (Maßangabe für Temperaturdifferenzen) über dem langjährigen Mittelwert. Ähnlich warm war es 2000 und 2007 (10,4°C).

Wir vergleichen weiterhin die aktuellen Werte mit der gültigen Referenzperiode aus den Jahren 1961-1990. Hier fließen die sehr ungewöhnlichen Monatsmittel der Lufttemperatur vom Dezember (6,9 °C/plus 6 K), August (21,6/plus 4,4) und Januar (3,1°C/plus 4K) ebenso ein wie die Normalwerte aus Mai, Juni und September und der etwas zu kalte Oktober (8,1/minus 1,1 K) ein. Seit 1946 wurden damit die wärmsten Temperaturwerte für August und Dezember ermittelt. Die alten Bestmarken aus dem Jahr 1992 (20,7°C) für August und 1974 (5,2°C) für Dezember sind überrundet. Entgegen dem deutschlandweiten Trend brachte bei uns der November keinen neuen Temperaturrekord, die 8,2°C aus 1963 wurden um 0,5 K unterschritten.

Der Jahreshöchstwert mit 38,3 Grad Celsius wurde am 7. August und die Tiefstwerte am 26. Februar mit -5,9 Grad Celsius in der Luft und am 14. Februar mit -8,8°C am Boden gemessen.

Der Jahresniederschlag bleibt mit 550 mm bzw. l/qm knapp unterm Mittelwert von 560 mm. Nach einem sehr feuchten Januar (70 mm/190 Prozent) folgte ein trockener Februar (5 mm) und dem ein feuchter März. Auch im Juli und November wurden die Niederschlagswerte mit 184 Prozent deutlich übertroffen. Nur der Mai (24 mm/50 Prozent) war wieder zu trocken. Die restlichen Jahresabschnitte lagen auf Referenzkurs.

Die Tageshöchstniederschläge (24 Stunden, gemessen von 8 bis 8 Uhr) verdanken wir zwei starken Gewittern am 18. Ausgut (33 mm) und 7. Juli (23 mm). Aber auch ein ausgedehntes Niederschlagsgebiet zwischen dem 14. und 16. November sorgte in kurzer Zeit für reichlich Feuchtigkeit (34 mm).

Dafür konnten wir 240 Stunden mehr Sonne genießen. Sie strahlte insgesamt 1868 Stunden, ohne einen neuen Monatsrekord aufzustellen. Selbst die 75,7 Stunden im Dezember reichen nicht an 2003 (84 Stunden) heran.

Gekennzeichnet war 2015 auch durch einige Sturmtiefs, die nicht nur milde Luftmassen und keinen Schnee brachten, sondern auch manche heftige Böen.

Orkantief Niklas verblies den meteorologischen Frühlingsanfang mit 100 km/h (Windstärke 10), eine Gewitterstaffel am 7. Juli setzte mit 29,2 m/s (105 km/h) noch einen drauf.