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| 14:06 Uhr

Geschick gefragt
Auf die Schärfe der Sense kommt es an

Der Sieger 2018 im Schönewalder Sensenmähen kommt aus Zeckerin und heißt Steffen Kunzemann.
Der Sieger 2018 im Schönewalder Sensenmähen kommt aus Zeckerin und heißt Steffen Kunzemann. FOTO: Dedek Silvia / Falko Krische-Dedek
Schönewalde. Zwölf Männer und eine Frau haben in Schönewalde die Sense geschwungen. Am Ende waren Sekunden entscheidend. Von Silvia Dedek

In Schönewalde wurde am Sonntag im Rahmen des Dorffestes bereits zum 19. Mal der geschickteste Mäher mit der Sense gesucht. Auf einer Bahn mit einer Breite von anderthalb Metern und einer Länge von zwölf Metern konnten die Wettkampfteilnehmer ihr Können im Umgang mit der Sense unter Beweis stellen.

In erster Linie kam es auf die Schnelligkeit an. Dabei musste aber auch sauber gearbeitet werden, sonst konnten von der Jury Strafsekunden vergeben werden. Das auserkorene Wettbewerbsgelände war dabei vom Organisationsteam um Jörg Müller in den vergangenen vier Wochen bestens präpariert worden, so dass für alle Teilnehmer faire Bedingungen herrschten. „Unsere freiwillige Feuerwehr musste hier wegen der Temperaturen gleich mehrfach antreten und die vorgesehene Fläche wässern, sonst wäre der Wettbewerb nicht möglich gewesen“, ist Jörg Müller dankbar für die Unterstützung.

Wer auf welcher Bahn mähen durfte, entschied das Los. Zwölf Männer und eine Frau stellten sich an diesem Sonntag der Herausforderung, am Ende entschieden wenige Sekunden über den Sieg. Steffen Kunzemann aus Zeckerin konnte den Schönewalder Wettbewerb in diesem Jahr für sich entscheiden, er hatte die Bahn von zwölf Metern in 37,20 Sekunden sauber gemäht. Eine besondere Vorbereitung hatte der gelernte Schäfer dabei nicht nötig. Er nutzt seine Sense tagtäglich, um frisches Futter für seine Tiere zu mähen. Entscheidend sei dabei immer die Schärfe der Sense, verrät der Sieger.

Seine Wettbewerbssense hat er dafür den erfahrenen Händen von Horst Stößer anvertraut. Der 82-jährige Domsdorfer beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Dengeln von Sensen und kommt im Jahr nach eigener Schätzung noch immer auf etwa 100 Geräte, die ihm zum Schärfen gebracht werden. „Selbst wenn die neu gekauften Sensen oft mit der Bezeichnung ‚mähfertig‘ versehen werden, schneiden sie noch lange nicht. Um eine Sense gut zu dengeln braucht man vor allem Geduld und Ausdauer“, erklärt Horst Stößer sein Geheimnis. „Auch an einer neuen Sense arbeite ich meist erst einmal zwei Stunden, ehe sie wirklich fertig und für den Einsatz bereit ist.“ Den Beweis, dass mit einer gut gedengelten Sense das Mähen steht und fällt, trat er als der älteste Wettbewerbsteilnehmer an diesem Vormittag gleich selbst an.

Der Mähwettbewerb war nur einer von vielen Höhepunkten, die die Schönewalder für ihr traditionelles Dorffest vorbereitet hatten. Zum ersten Mal fand am Samstagnachmittag ein Beachvolleyballturnier statt, welches so gut angenommen wurde, dass es künftig ein fester Bestandteil des Festes werden soll.

Als am späten Sonntagvormittag die Niewitzer Blasmusikanten im Festzelt aufgespielt haben, waren Tanzfläche und Bänke voll besetzt, so dass auch das beliebte Showprogramm der Schönewalder ein aufgeschlossenes Publikum fand. Mit Tanz- und Theatereinlagen, Gesang und Modenschau hatten sich die verschiedenen Gruppen und Vereine des Ortes einmal mehr so einiges einfallen lassen, um Gästen und Einheimischen einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag zu bereiten.