Detlef Klausch zeigt beim Crinitzer Töpfermarkt am Wochenende, wie die Vorfahren töpferten.Damals wurde immer zu zweit getöpfert: Einer musste das Wagenrad antreiben, der andere formte den Ton. „Die Halterung für das Wagenrad werden wir in die Erde einbuddeln müssen, denn das Rad bekommt einen mächtigen Schwung“ , sagt Detlef Klausch, der gemeinsam mit René Engelmann das alte Töpfern vorführen wird. Eine moderne Töpferscheibe wird daneben stehen.
65 Töpfer aus ganz Deutschland, vor allem aus den neuen Bundesländern, Bayern und Schleswig-Holstein haben sich für den 7. Crinitzer Töpfermarkt angemeldet. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich der Markt einen Namen gemacht, sodass es in diesem Jahr doppelt so viele Bewerber gab. Daraus hat der Vorstand des Crinitzer Heimatvereins 65 Töpfer ausgewählt. Qualität und Vielfalt seien dabei die Gesichtspunkte gewesen, sagt der Vereinsvorsitzende Uwe Matthias. Höhepunkte am Wochenende sind der singende Töpfer aus Trebusch in der Oberlausitz, die beliebte Kaffeetafel in der Turnhalle und der Topflauf. Der startet am Sonntag um 10.30 Uhr am Waldbad. Zur Auswahl stehen 5, 9 oder 13 km lange Strecken. Auch eine Wanderung wird wieder angeboten. Die schnellsten Läufer erhalten Präsente aus den Crinitzer Töpfereien.
Bis zum Wochenende haben die Organisatoren - Mitglieder des Crinitzer Heimatvereins und andere Crinitzer - noch alle Hände voll zu tun: Der Platz wird am Donnerstag und Freitag vorbereitet, damit die Töpfer ab Freitagmittag ihre Stände aufbauen können, die Kaffeetafel und das Verkehrsleitsystem werden vorbereitet. 30 Crinitzer weisen am Wochenende die Autos in die Parkplätze ein, ebenso viele werden in der Turnhalle Kaffee ausschenken und Kuchen verkaufen. Wer nicht mit dem Auto anreisen möchte, kann sich mit der Niederlausitzer Museumseisenbahn von Finsterwalde in das Töpferdorf bringen lassen. Auch für die Kinder ist gesorgt: Auf einem Kinderspielplatz können sie sich tummeln. Außerdem dürfen sie selbst mit Ton modellieren.
„Der Crinitzer Töpfermarkt ist quasi der Auftakt zur Marktsaison“ , blickt Detlef Klausch voraus. Er ist selbst jedes Jahr von der Vielfalt des Marktes fasziniert und versäumt es deshalb nicht zu schauen, was die Kollegen anbieten. Auf seinen Regalen stehen am Wochenende - passend zum Beginn der Gartensaison - vor allem Kräuter- und Blumentöpfe sowie Blumenampeln. „Die Vier-Kräuter-Töpfe sind frostresistent, die Blumentöpfe zersetzen sich nicht“ , beschreibt Klausch seine Produkte. Ein hoher Gebrauchswert ist ihm neben Formschönheit und Formenvielfalt am wichtigsten. Deshalb hat er sich vorab mit einem Gärtner unterhalten, um die Ansprüche der Kunden an Gartenkeramik kennen zu lernen. Bei Küchenkeramik probiert er neue Formen selbst aus: „Man muss schauen, ob eine Teekanne kleckert oder nicht, mathematische Berechnungen reichen da nicht.“
Wie die Mode ist auch die Töpferei Trends unterworfen, die auf dem Töpfermarkt zu sehen sind. So dominieren in der Werkstatt von Detlef Klausch im Moment Weinkelche und Weinkaraffen. „Seitdem es eine Vielzahl an guten Weinen zu kaufen gibt, ist die Nachfrage nach Weingefäßen gestiegen“ , weiß der Töpfer, der als fünfte Generation den Familienbetrieb vor 13 Jahren übernommen hat. Auch hier probiert er selbst aus: „Es muss einfach Spaß machen, aus den Weinkelchen einen guten Wein zu trinken.“
Anregungen für Neuerungen in seinem Angebot holt sich Detlef Klausch im Winter auf verschiedenen Messen. Neues entwickelt er aber auch ganz nebenbei, indem er in seinen Ofen immer etwas zum Experimentieren „mit reinlegt“ . „Das ist wie im Chemielabor: Die Forschungsergebnisse bringen dann manchmal eine völlig neue Glasur.“
Jeder Töpfer in Crinitz hat seine eigene kleine „Fangemeinde“ , verrät Klausch. So sehen einige Kunden am Henkel, von wem das Gefäß ist. Egal, ob Neukunde oder „Fan“ - Detlef Klausch freut sich auf alle. Denn sie sind es, die ihm signalisieren, ob sich sein Suchen nach neuen Formen und Glasuren gelohnt hat: „Der beste Lohn ist es, wenn sich die Kunden auf dem Markt über mein Angebot freuen.“

Service Fahrplan zum Töpfermarkt
 Die Museumseisenbahn fährt am 5. und 6. April wie folgt:
Hinfahrt nach Crinitz:
Finsterwalde, Frankenaer Weg, ab: 9 Uhr, 11.20 Uhr, 13.40 Uhr, 16 Uhr;
Möllendorf ab: 9. 15 Uhr, 11.35 Uhr, 13.55 Uhr, 16.15 Uhr;
Kleinbahren ab: 9.35 Uhr, 11.55 Uhr, 14.15 Uhr, 16.35 Uhr;
Crinitz Töpfermarkt an: 10 Uhr, 12.20 Uhr, 14.40 Uhr, 17 Uhr
Rückfahrt nach Finsterwalde:
Crinitz Töpfermarkt ab: 10.10 Uhr, 12.30 Uhr, 14.50 Uhr, 17.10 Uhr.