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| 02:41 Uhr

Auerhuhn-Nachwuchs jetzt in Niederlausitzer Wäldern

Andrzej Krzywinski, Wildtierexperte und einer der polnischen Partner des Niederlausitzer Auerhuhnprojektes, mit einer Birkhenne, einer "Verwandten" des Auerhuhns.
Andrzej Krzywinski, Wildtierexperte und einer der polnischen Partner des Niederlausitzer Auerhuhnprojektes, mit einer Birkhenne, einer "Verwandten" des Auerhuhns. FOTO: Thielemann
Bad Liebenwerda. Weiter in der Erfolgsspur sieht der Vorsitzende der AG Auerhuhn und Naturparkleiter Lars Thielemann das Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des sensiblen Vogels in der Niederlausitz. Jetzt befinden sich die von schwedischen Wildhennen in der Aufzuchtstation im polnischen Kadzidlowo ausgebrüteten Küken in Niederlausitzer Wäldern in Freiheit. Gabi Böttcher

Die eigens für die Gewöhnung der Tiere an die neue Umgebung im Süden Brandenburgs aufgestellten Volieren sind von den Muttertieren schon seit geraumer Zeit verlassen worden, die Jungtiere werden nach wie vor im näheren Umfeld gesichtet. "Wir können hoffen, dass die Born-to-be-free-Methode von Dr. Andrzej Krzywinski erfolgreich verläuft", sagt Thielemann. Aus den 16 aus dem Schwedischen "mitgebrachten" Eiern sind dank des Aufzuchtexperten zehn Küken geschlüpft. "Die Hälfte davon sind - wie nach dem Lehrbuch - Hähne", freut sich der AG-Leiter. Da der Kontakt zu den polnischen Akteuren im EU-Förderprojekt "Life" in Ruszow für die Niederlausitzer so erfreulich verläuft, soll er selbstverständlich weiter gepflegt werden. "Unser Vorschlag ist es, das Projekt zweigleisig weiter zu fahren", blickt Lars Thielemann in die Zukunft. Das äußerst schwierige Unterfangen, und vor allem Hähne in freier Wildbahn zu fangen, legt diese Überlegung nahe. Auf diese Art und Weise könnte auch die Zahl der Hähne und damit das potenzielle Zusammenspiel mit den Weibchen verbessert werden. Die Eingewöhnungsphase der in der Aufzuchtstation geborenen Tiere in den hiesigen Volieren habe einen weniger großen Suchradius der Tiere in der freien Wildbahn zur Folge gehabt. Jetzt müssen diese ersten Eindrücke durch Daten wissenschaftlich untermauert werden. Kritisch wirken sich allerdings die im Projektverlauf zusätzlich anfallenden Kosten aus. Hatte die Sparkasse Elbe-Elster die letzte Fangaktion in Schweden und damit das Aussetzen zweier weiterer Hähne ermöglicht, sprang die Hit Umweltstiftung jetzt ein, um die polnischen Partner in Kadzidlowo zu bezahlen. Die Schweden, die sich vor Ort vom Projektverlauf überzeugt hatten, hätten gleichzeitig nach weiteren Fangaktionen gefragt. Wenngleich diese aus fachlicher Sicht zur Stärkung des Bestandes sinnvoll wären, sind sie im Rahmen des Projektes nun erst einmal nicht mehr vorgesehen. Vielmehr geht es jetzt um "das Heben des Schatzes", der sich in den bislang ermittelten und den über die besenderten Tiere weiter einlaufenden Daten befindet. "Das Jahr 2014 ist das Jahr der Auswertung", so AG-Leiter Thielemann. Diese nach der Trennung vom bisherigen Projektleiter Uwe Lindner neu zu organisieren, steht jetzt auf der Tagesordnung. In der jüngsten Sitzung der AG Auerhuhn hat man sich am Mittwoch zu den weiteren Schritten verständigt. Zeitnah soll ein neuer Mitarbeiter gefunden werden, Kandidaten gebe es bereits.

Zum Thema:
Die von Dr. Andrzej Krzywinski im Jahr 2007 entwickelte Methode setzt auf eine Aufzucht von Jungvögeln in natürlichen Verhältnissen mit uneingeschränkter Bewegungsfreiheit. Die Tiere nehmen selbstständig natürliche Kost zu sich, lernen von den Hennen, Raubtiere zu meiden und trainieren das Sozialverhalten. Die zunächst mit der Henne in Volieren untergebrachten Küken lernen, sich auf Umweltfaktoren einzustellen, sie befinden sich vom ersten Tag ihres Lebens an in einem natürlichen Biotop. Die Wiederansiedlung von fünf Auerhühnern im August 2009 in der Oberförsterei Ruszow (Niederschlesien) war die erste praktische Umsetzung der Methode. Quelle: Wiederherstellung der Population des Auerhuhns auf dem Gebiet der Oberförsterei Ruszow