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Arenzhainer Storchennest nun sicher

Das in den Drähten auf einem 380-Volt-Mast in Arenzhain gebaute Storchennest wurde mit der Nistunterlage aus Schönewalde sicher gemacht. Storchenbetreuer Adolf Weber (r.) und envia-Mitarbeiter Dario Bräunig bereiten die Nistunterlage vor. Foto: Dietmar Seidel / dse1
Das in den Drähten auf einem 380-Volt-Mast in Arenzhain gebaute Storchennest wurde mit der Nistunterlage aus Schönewalde sicher gemacht. Storchenbetreuer Adolf Weber (r.) und envia-Mitarbeiter Dario Bräunig bereiten die Nistunterlage vor. Foto: Dietmar Seidel / dse1 FOTO: Dietmar Seidel / dse1
Schönewalde/Arenzhain. Das milde Winterwetter kommt selbst den Störchen zugute – zumindest hat Adolf Weber, Storchenbetreuer des Naturschutzbundes (NABU) für den Altkreis Finsterwaldediese Tage für Arbeiten an Horsten in Schönewalde und Arenzhain genutzt. Von Dietmar Seidel

Gemeinsam mit Mitarbeitern der envia Falkenberg hat Adolf Weber die Unterlage des Storchennestes vom Betonmast in der Schönewalder Dorfstraße in Höhe Hausnummer 37 demontiert und in Arenzhain oberhalb eines 380-Volt-Mastes angebaut. Gleichzeitig wurde auf dem nun freien Mast in Schönewalde ein Falkenkasten mit Unterschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse montiert.

Wie Storchenhorstbetreuer Günter Höhne informiert, nisteten in Arenzhain seit 1977 die Störche auf der Kirche. Mitte der 1990er-Jahre sei aber die Brut durch Bauarbeiten am Gotteshaus gestört worden. Die Adebare hätten daraufhin das Nest ignoriert, ebenso den neu aufgestellten Nistmast.

Erst im Jahr 2010 war Arenzhain wieder für ein Storchenpaar interessant geworden. Es baute aber sein Nest nicht auf dem Mast, sondern in die Leitungsdrähte auf einem 380-Volt-Mast. Auch im vergangenen Jahr war dieses wieder besetzt, aber ohne Bruterfolg.

Um den Standort zu erhalten und gleichzeitig eine ungestörte Stromversorgung für Arenzhain zu gewährleisten, war der Aufbau einer geeigneten Unterlage notwendig. Für den bot sich die nicht genutzte Nistmöglichkeit aus Schönewalde an.

Die Gegend um Schönewalde bietet Adolf Weber zufolge günstige Nahrungsbedingungen für Störche. Zwei ständig besetzte Horste seien der Beweis dafür. Schönewalde ist der einzige Ort im Altkreis Finsterwalde mit zwei Nestern. Vor einem Jahrzehnt habe es für drei Jahre ein drittes besetztes gegeben. Im Jahr 1996 seien in Schönewalde sogar von einem Paar fünf Jungstörche aufgezogen worden.

Eine weitere Storchenhorstbaustelle gibt es für Adolf Weber in den nächsten Wochen in Friedersdorf bei Rückersdorf. Der Mast mit dem vor zwei Jahren wiederbesetzten Horst und einem Bruterfolg von drei Jungvögeln ist nicht mehr standsicher genug. Die envia stellt dafür einen Betonmast zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Friedersdorfer Horstbetreuer Enrico Burigk sind bereits alle Vorbereitungen getroffen.

Adolf Weber hofft, dass durch solche Sicherungsarbeiten und das Errichten von Nistmöglichkeiten mit Hilfe der vielen ehrenamtlichen Horstbetreuer und regionaler Firmen der Storchenbestand weiter stabilisiert werden kann. Schwankungen in der Zahl der Brutpaare und der Jungstörche habe es immer gegeben. Der Storchenbetreuer verweist dabei auf das Spitzenjahr 2001, in dem 63 Jungstörche gezählt wurden und auf 2005, als nur 17 junge Vögel die Nester verließen. Sorge bereite ihm, dass seit zwei Jahren in Dollenchen und Göllnitz keine Störche mehr genistet haben. Er vermutet, dass durch den Bau von Windkraftanlagen die Störche ausbleiben.