Kompetente Gesprächspartner waren Bataillonskommandeur Oberstleutnant Schmidt, Oberstleutnant Fuhrmann als Leiter des Systeminstandsetzungszentrums 890 und Regierungsoberamtsrat Poller als Leiter der Standortverwaltung.
„Es ist beschlossene Sache, wir gehen, aber wir wissen noch nicht wann“ , machte der Kommandeur des in Doberlug-Kirchhain stationierten Fallschirmjägerbataillons, Oberstleutnant Schmidt, deutlich, was schon bekannt ist. Klar umschrieb er die militärische Notwendigkeit der Standortverlagerung ins hessische Seedorf, weil es „die militärische Effizienz im Rahmen einer gewandelten Bundeswehrstrategie“ notwendig mache. Das Bataillon ist für spezialisierte Aufgaben zum Kampf gegen irreguläre Truppen im Ausland vorgesehen, dazu sei ein Zusammenwirken des gesamten Regimentes in den Trainingsphasen unumgänglich.
Schmidt informierte, dass man für ein halbes Jahr auf notwendige schnelle Einsätze für friedenserhaltende und friedensschaffende Maßnahmen in Krisengebieten vorbereitet sei. Eine Kompanie werde demnächst nach Afghanistan gehen. Es tue ihm wie vielen der fast eintausend Bundeswehrangehörigen Leid, aus Doberlug-Kirchhain wegzugehen, da man sich wohl gefühlt und gute Bedingungen habe, aber militärisch sei der Entschluss richtig.
Bessere Botschaften für die Stadt hatte Oberstleutnant Robert Fuhrmann. Das Systeminstandsetzungszentrum 890 werde zwar zum Kooperationsmodell mit der Bundeswehr unter zivilwirtschaftlicher Leitung umgewandelt, aber für die nächsten acht Jahre sei das Zentrum laut Vertragslaufzeit gesichert. Damit gäbe es auch eine relative Arbeitsplatzgarantie für die 360 zivilen Arbeitsplätze, verbreitete er Zuversicht. Bis Ende Januar soll das Vertragswerk unter Dach und Fach sein. Abgezogen werden nur die vierzig Bundeswehrangehörigen. Erhalten bleiben sollen auch die jeweils 15 Ausbildungsplätze zum Kfz-Mechatroniker.
Auch die Standortverwaltung der Bundeswehr, so Martin Poller, bleibt in Doberlug-Kirchhain, was vor allem dem „Aufwuchs im Standort Holzdorf“ und der Übernahme des Verwaltungsortes Strausberg zu verdanken sei, wenn auch einhundert Dienstposten wegfallen werden. Die Doberlug-Kirchhainer treffe es mit dem Weggang der Bundeswehr insgesamt hart. Aber alle anderen Gedanken seien bei der jüngsten Beratung mit dem zuständigen Parlamentarischen Staatssekretär endgültig zerschlagen worden. Der Kritik der Geldverschwendung beim Ausbau des Objektes und der Infrastruktur widersprach Poller. Nicht die behaupteten 100 Millionen, sondern nur 44,7 Millionen Euro seien investiert worden. Dies sei „kein rausgeschmissenes Geld“ , denn es habe viel Arbeit für die Region gebracht. Außerdem wären für den Endausbau noch einmal 22 Millionen nötig gewesen. Die Lausitz -Kaserne, so der Regierungsoberamtsrat, gehe an das allgemeine Grundvermögen. Über eine Nachnutzung gebe es noch keine konkreten Vorstellungen. „Die schlechteste Lösung wäre ein Rückbau.“