Nach der Wiedervereinigung entstand aus der BSG (Betriebssportgemeinschaft) Lokomotive, wie der Verein in der DDR hieß, am 23. Juli 1990 der FSV Kirchhain e.V. Doch nicht nur der Name, auch der Sportplatz des Vereins an der Luckauer Straße veränderten sich grundlegend.

1991 begannen die Sportfreunde damit, das frühere Wohnhaus des Platzwartes zum heutigen Vereinsheim umzubauen - neue Fenster, eine Heizungsanlage und sanitäre Anlagen wurden installiert. "Jeder hat mit angepackt, half dort mit, wo er konnte", erinnert sich Vereinschronist Wolfgang Schemmel. Die maroden Kabinen an der alten Turnhalle wurden - nachdem bereits empfohlen worden war, die Sportstätte zu schließen - 1995 abgerissen. Im darauffolgenden Jahr konnte der damalige Vereinspräsident und heutiges Ehrenmitglied Wilfried Weppler den neuen Anbau einweihen. Viele Freiwillige, von Trainern und Betreuern des FSV, über Eltern von Spielern und Fans bis hin zu den Sponsoren, halfen in dieser Zeit mit, das Gesicht des Sportplatzes an der Luckauer Straße grundlegend zu erneuern. 2003 unterzeichneten der damalige Vereinsvorsitzende Andreas Töpper und Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Bodo Broszinski einen neuen Pachtvertrag für die Sportstätte.

Seit 1991 besteht beim FSV Kirchhain auch eine Frauensportgruppe. Damals entschlossen sich sieben Fußballerfrauen beim alljährlichen Kinderfest des Vereins, sich endlich offiziell zu organisieren. Zuvor hatten sie jahrelang bei Veranstaltungen wie Kinderfesten oder Fußballjubiläen mitgewirkt. Bis heute sind sie ein unentbehrlicher Bestandteil des FSV Kirchhain.

Sogar auf internationaler Ebene machte der FSV Kirchhain zu Beginn der 1990er-Jahre auf sich aufmerksam: 1991 und '92 spielten Mannschaften des FSV bei Turnieren in Calella und Pineda del Mar in Spanien mit. Dabei war Günter Rambow mit 62 Jahren der älteste eingesetzte Spieler. Zudem bauten die Kirchhainer Fußballer damals freundschaftliche Kontakte zur Mannschaft aus Hedem-Vehlage in Ostwestfalen auf, bestritten Freundschaftsspiele in Hohenbrunn bei München. Gute Erinnerungen haben die Sportler vom FSV auch an das Fallschirmjägerbataillon 373, das bis 2007 in der Lausitzkaserne am Rand der Gerberstadt untergebracht war. Mehrmals trafen sich die Kameraden der Bundeswehr und Mannschaften des FSV Kirchhain zu Testspielen.

In sportlicher Hinsicht stellt das Jahr 2003 einen Meilenstein in der Vereinshistorie dar, als die Kirchhainer gleich in doppelt feiern konnten: In der Festwoche zum 90. Geburtstag des Vereins errangen die jüngsten Mitglieder, die F-Jugend, den 90. Pokal für den FSV.

Die gute Jugendarbeit in Kirchhain führte nach 2000 zu weiteren Erfolgen im Männerbereich: Dem ersten Männerteam gelang in der Saison 2005/06 als Meister der ersten Kreisklasse Ost mit einem Durchschnittsalter von nur 22 Jahren der langersehnte Aufstieg in die Kreisliga. Von der Stadt Doberlug-Kirchhain dafür als "Mannschaft des Jahres" ausgezeichnet, gelang den jungen Spielern vom FSV Kirchhain in der folgenden Kreisligasaison nicht nur der sichere Klassenerhalt. Auch das erste Ortsderby gegen den Lokalrivalen Grün-Gelb Doberlug-Kirchhain nach 32 Jahren Pause entschieden die Gerberstädter mit 1:0 für sich.

Nachdem man 2009 den Weg zurück in die Kreisklasse antreten musste, pendelte der FSV zwischen den Ligen: 2011 gewannen die Kirchainer die Relegationsspiele gegen den SV Blau-Weiß Tröbitz und stiegen erneut in die Kreisklasse auf. Doch am Ende der aktuellen Saison 2013 stand der FSV Kirchhain - ausgerechnet zum 100. Geburtstag - erneut als Absteiger fest.

Hoffnung für die Zukunft wecken jedoch viele junge Spieler, die 2012 als Meister der A-Junioren-Spielunion Elbe-Elster/ Senftenberg ihr Potenzial andeuteten. Auch um den Frauenfußball kümmert man sich in der Gerberstadt wieder. Seit diesem Frühling wird das Projekt einer Damenmannschaft, an dem man sich bereits von 2005 bis 2008 recht erfolgreich probierte, neu aufgenommen.