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| 02:39 Uhr

Antragsflut für kleinen Waffenschein im Landkreis

Muster eines kleinen Waffenscheins.
Muster eines kleinen Waffenscheins. FOTO: fotolia
Elbe-Elster-Kreis. Immer mehr Menschen in Elbe-Elster beantragen einen kleinen Waffenschein. Den braucht man zum Führen einer Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit. Michèle-Cathrin Zeidler

Rund 190 dieser Dokumente gibt es aktuell im Kreis. Die Tendenz ist eindeutig: "Wir verzeichnen ein deutlich gesteigertes Begehr nach dem kleinen Waffenschein", sagt Frank Krüger. Er ist bei der Polizeidirektion Süd für die waffenrechtliche Genehmigung im Landkreis Elbe-Elster zuständig. "Vor einem Jahr gab es vielleicht ein paar Handvoll Genehmigungen im Kreis." Seit Herbst kämpft er mit einer regelrechten Antragsflut. "Täglich gehen zehn bis 15 Anträge bei mir ein", so der Sachbearbeiter. "Vor einem Jahr waren es im Schnitt drei pro Monat." Dabei ist für den Besitz von Schreck-, Signal- und Reizwaffen kein kleiner Waffenschein erforderlich. "Wer die Waffe nur in seinem Zuhause nutzen will, braucht dafür keine Erlaubnis", stellt Frank Krüger klar. Viele Antragsteller wollen aber ihre Waffe in der Öffentlichkeit mit sich führen. Die Gründe sind vielfältig: "Manch einer möchte sich beim abendlichen Spaziergang mit dem Hund sicher fühlen." Aber auch die allgemeine Verrohung der Gesellschaft wird als Begründung angeführt. Mit einer Waffe fühlen sich die Bürger subjektiv sicherer", so Krüger. Dabei kämen die meisten Abwehrmittel aber nie zum Einsatz.

"Die Stimmung ist allgemein aufgeheizt", sagt Frank Krüger. "Gefühlsmäßig sehen viele Bürger ihre Sicherheit durch die Polizei nicht mehr gewährleistet und suchen daher Mittel, diese selbst in die Hand zu nehmen." Der Griff zur Schreckschusswaffe ist für den Experten dabei aber keine gute Wahl. "In Notfallsituationen lässt sich Pfefferspray besser händeln." Aber auch der Einsatz von Pfefferspray sei keine Lösung, vielmehr sei jetzt die Politik am Zug, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wieder herzustellen.