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| 10:30 Uhr

Großes Herz für Hunde
Anne Sasson rettet „entsorgte“ Rennhunde

Kashem, der Nordafrikanische Windhund, macht nur auf müde, im Freien rennt er mit Mirlo aus Spanien gern um die Wette. Die beiden sind Anne Sassons eigenen Hunde – doch die Eichholzerin kümmert sich um mehr Vierbeiner.
Kashem, der Nordafrikanische Windhund, macht nur auf müde, im Freien rennt er mit Mirlo aus Spanien gern um die Wette. Die beiden sind Anne Sassons eigenen Hunde – doch die Eichholzerin kümmert sich um mehr Vierbeiner. FOTO: Dieter Babbe
Eichholz. Die Tierheilpraktikerin kümmert sich auf ihrem Hof Heideland in Eichholz um Vierbeiner aus Spanien. Von Dieter Babbe

Schade, dass Mirlo nicht erzählen kann. Bekannt ist nur, dass der Windhund vor einem Tierheim angeleint war. „Damit hatte Mirlo noch Glück. Viele andere Windhunde werden in Spanien nach der Jagdsaison einfach fortgejagt oder getötet, oft auf quälerische Weise“, sagt Anne Sasson aus Eichholz. Auf ihrem Hof Heideland, wo sich Menschen und Tiere gleichermaßen wohlfühlen, hat Mirlo wieder ein schönes Zuhause gefunden. Jetzt bekommt der Rüde sogar eine neue Freundin aus Spanien.

Von Kindheit an ist Anne Sasson von Tieren umgeben, meist von Hunden in vielen Rassen. Bis sie Kontakt zu Windhunden bekam. „Diese Tiere passen zu meinem Wesen: Sie haben draußen einen großen Bewegungsdrang, drinnen sind sie aber sehr ruhig. Wenn ich spazieren gehe, brauche ich lebhafte Hunde, wenn ich zu Hause arbeite, kann ich mich nicht ständig mit ihnen beschäftigen“, sagt die 55-Jährige, die seit mehr als zwei Jahren auf einem Bauernhof in Eichholz eine Pension, insbesondere für Familien mit Hunden, und seit wenigen Tagen eine Praxis als Tierheilpraktikerin betreibt.

So hat die Tierfreundin auch vom Schicksal vieler Spanischer Windhunde, den Galgos, erfahren, die jedes Frühjahr für die Hetzjagd auf Hasen eingesetzt werden. „Das ist in Spanien auch ein Wettbewerb um die schnellsten und elegantesten Hunde. Danach werden die älteren Tiere entsorgt, heißt weggejagt oder getötet und dabei oft durch Schläge schwer verletzt, gequält oder erhängt“, berichtet Anne Sesson, die viele schreckliche Bilder von solchen Tötungsaktionen kennt. Rund 50 000 dieser schnellen Jagdhunde erleiden Jahr für Jahr dieses Schicksal – trotz aller Proteste von Tierschutzorganisationen, die ein Ende der Jagd mit Galgos fordern, die in Europa nur noch in Spanien erlaubt ist, sagt die Eichholzerin.

Doch längst hat Anne Sasson nicht nur ihrem Spanischen Windhund Mirlo helfen können, der zusammen mit  Kashem, einem Nordafrikanischen Windhund, auf dem Bauernhof lebt. Seit zehn Jahren ist die aus Berlin stammende Frau als Tierheilpraktikerin ausgebildet. „Ich kann keine Wunder vollbringen, aber manchmal doch“, schmunzelt die Frau und berichtet von erfolgreichen Behandlungen zahlreicher Krankheiten bei Hunden und auch Katzen insbesondere auf dem Wege der Tierhomöopathie. Mit der jetzt eröffneten Praxis, zu deren Eröffnung nicht nur viele Eichholzer kamen, ist sie eine der wenigen Tierheilpraktiker im Elbe-Elster-Kreis.

Inwieweit ihre Heilkunst bei einem neuen Hundegast gefragt ist, bleibt noch abzuwarten. Fest steht aber: Anne Sasson wird einen weiteren Windhund aus Spanien bei sich aufnehmen – wie etliche andere bereits. „Von der Hündin kenne ich schon den Namen und weiß, dass Suleika ausgesetzt und verwildert war und sieben Welpen hatte. Tierfreunde haben die Hündin eingefangen, sie kommt jetzt über einen Tierschutzverein nach Deutschland und zu mir nach Eichholz. Hier hat sie eine Pflegestelle, bis ein neues Zuhause für die Galgo-Hündin gefunden ist“, berichtet Anne Sasson.