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| 17:18 Uhr

Abenteuer Ausland geht zu Ende
Anna zum Abschied im Salsa-Kurs und Ghanas Nachtleben

Anna Wessel wurde auch Augenzeugin einer Hochzeit, wie sie in Ghana gefeiert wird. Da ging es ganz schön turbulent zu.
Anna Wessel wurde auch Augenzeugin einer Hochzeit, wie sie in Ghana gefeiert wird. Da ging es ganz schön turbulent zu. FOTO: Anna Wessel
Doberlug-Kirchhain/Accra. Praktikantin der Klosterkirchengemeinde Doberlug wieder daheim. Ihre letzten Zeilen aus Ghana zeugen von einem Abschied mit gemischten Gefühlen.

Es ist der letzte Bericht, den Anna Wessel direkt aus Ghana schickt und damit RUNDSCHAU-Leser an ihrem sozialen Einsatz in dem westafrikanischen Land teilhaben lässt. Am Montag trat sie ihre Heimreise an. Nach ihrem Praktikum in der Klosterkirchengemeinde Doberlug hatte sie sich im Juni dieses Jahres auf den Weg nach Ghana gemacht und war damit dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Land um einige Zeit zuvorgekommen.

Anna schreibt diesmal: Krass, wie die Zeit vergeht. In den letzten Tagen habe ich gar nicht mehr so viel gemacht. Wir waren viel unterwegs und haben jetzt auch mal Ghanas Nachtleben kennengelernt. Unter anderem haben wir einen Salsa-Kurs besucht und können jetzt alle ein wenig Salsa. Es ist echt irre, wie die Afrikaner sich hier bewegen können.

Die letzten Tage gingen leider viel zu schnell um. Man versucht, noch mal alles zu genießen und aufzusaugen. Sonst waren wir auch noch mal einen Tag am Strand und haben die Sonne genossen. Ich musste ja noch etwas braun werden, damit ein Unterschied zu vorher zu sehen ist.

Das Ferienprojekt an der Beneficial School ist ganz anders als normaler Unterricht. Aber es macht auch mega Spaß! Einen Tag haben wir mit den Kindern gemalt, den anderen Tag deutsche Spiele gespielt. Und trotzdem wäre ich lieber an meiner Schule, bei meinen Kindern.

Letztes Wochenende waren wir auf einer Hochzeit. Es war total cool, dieses Ereignis zu erleben. Aber ich muss ehrlich sagen, ich bevorzuge dann doch eher deutsche Hochzeiten. Irgendwie war es alles sehr aufgesetzt und gestellt. Bei der Zeremonie stand das Paar sich gegenüber und etwa 15 andere Leute um sie herum, die 1000 Fotos gemacht haben. Naja, jeder wie er es mag.

An einem Abend waren wir noch auf dem „Mother Earth“-Festival. Dort wurde über Plastik in Ghana gesprochen und dass etwas dagegen getan werden muss. Außerdem waren traditionelle Trommler und Tänzer da. Es ist immer wieder unfassbar, wie die Afrikaner sich bewegen können. Die spüren die Musik und den Rhythmus wirklich. Zuletzt war viel Kultur, Party und chillen angesagt.

In der letzten Woche war ich noch mal einen Tag im Krankenhaus, um mir das einfach mal anzuschauen. Der Vergleich war echt krass! Wir kamen rein und das erste, was ich dachte, war: Oh, das ist also ein Krankenhaus. Es ist echt komplett anders als in Deutschland. Kleiner, unorganisierter und definitiv unhygienischer ...

Am Donnerstag war ich noch mit ghanaischen Freunden unterwegs. Einer von ihnen hat hier seine eigene NGO (nichtstaatliche Organisation, d. Red.) und schon eine Schule gebaut. Er hat uns das alles gezeigt und wir waren, um ehrlich zu sein, wirklich überwältigt. Er leistet tolle Arbeit und versucht, vor Ort etwas zu verändern. Echt beeindruckend!

Naja, das war auch schon meine letzte Woche hier. Schließlich waren wir noch mit dem ganzen Haus essen und danach feiern. Ein richtig toller Abschluss.

Ich bin wahnsinnig traurig, jetzt gehen zu müssen. Der Abschied fällt echt schwer, weil die Zeit einfach so unfassbar schön war. Aber, wie sagt man so schön: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“

Unsere Köchin beim Fufu machen. Ein nationales Gericht hier.
Unsere Köchin beim Fufu machen. Ein nationales Gericht hier. FOTO: Anna Wessel
(red/gb)