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| 11:14 Uhr

Nach Zwischenfällen in der Erstaufnahme
Anhaltende Gewalt unter Asylbewerbern

Wegen der angespannten Situation in der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Doberlug-Kirchhain hat sich Innenminister Karl-Heinz Schröter zum Vor-Ort-Besuch angesagt.
Wegen der angespannten Situation in der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Doberlug-Kirchhain hat sich Innenminister Karl-Heinz Schröter zum Vor-Ort-Besuch angesagt. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. In Doberlug-Kirchhain gibt es seit Tagen erhöhte Polizeipräsenz. Jetzt kommt der Innenminister vor Ort. Von Heike Lehmann

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) will sich am Mittwoch, 21. Februar, nach wiederholten gewaltsamen Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern verschiedener Nationalitäten in der Erstaufnahmeeinrichtung der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) an der Torgauer Straße über die Lage informieren. Das Innenministerium teilt mit, dass es ein Gespräch mit Vertretern der Stadt, der Polizei und des Deutschen Roten Kreuzes als Betreiber der Einrichtung geben wird.

Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) hatte in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten informiert, dass es zu der sich zuspitzenden Situation im Einkaufszentrum Gerberstraße bereits am 10. Januar ein Sicherheitsgespräch zwischen der Stadtverwaltung, dem Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung und der Polizei gab, bei dem es unter anderem um die „Zunahme von Diebstählen und die Sicherheit der Angestellten“ ging. Der Bürgermeister: „Festgelegt wurde eine erhöhte Polizeipräsenz im Stadtgebiet.“ Er gab bekannt, dass es ein weiteres Gespräch unter Hinzuziehung der Immobilienverwaltung geben werde. Es findet statt am 1. März.

Thomas Ballerstaedt, Leiter der Polizeiinspektion Elbe-Elster, sagte am Montag gegenüber der RUNDSCHAU: „Vermehrte Diebstähle in der Stadt können wir nicht bestätigen, weil es dazu keine Strafanzeigen bei uns gibt. Wir haben aber einen massiven Anstieg an bekannten Straftaten, sprich angezeigten.“ Was  Einwohner spüren und in den sozialen Medien diskutiert wird, belegt Ballerstaedt mit Zahlen. 2016 betrug in Doberlug-Kirchhain der Anteil der von Ausländern verübten Straftaten 13 Prozent, momentan liegt er bei 35 Prozent – inklusive der Straftaten in der ZABH. „Dieser Anstieg ist massiv und er hört nicht auf“, so Ballerstaedt. „Wir haben in der Einrichtung nahezu täglich Auseinandersetzungen und fahren quasi jede Nacht Polizeieinsätze dorthin. Die Probleme bestehen im Männerwohnheim. Der Anteil der straffälligen jungen Männer ist aber sehr gering. Es geht um etwa 20 Personen. Dennoch: Im Juni haben wir noch zehn Einsätze dort registriert, jetzt sind es mehr als 30 im Monat.“ Im gesamten Landkreis liegt der Anteil an Straftaten durch Ausländer bei 15 Prozent.

Die Polizeiinspektion Elbe-Elster hat verstärkt Leute in Doberlug-Kirchhain im Einsatz – auch in Zivil. „Das fängt bei der Revierpolizei an und setzt sich bei den Streifenwagen fort. Wir haben unsere Dienstplanung komplett umgestellt. Bei größeren Einsätzen werden Kräfte aus dem gesamten Landkreis gebunden. Unterstützt werden wir von der Bereitschaftspolizei“, sagt Ballerstaedt. Es geht darum, Präsenz im gesamten Stadtgebiet zu zeigen und bei Bedarf einzugreifen. Schwerpunkte sind das Einkaufszentrum und der schwarze Nettomarkt im Stadtteil Kirchhain.