ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:07 Uhr

Andrang an der Passausgabe

Schacksdorf.. Im Spätherbst des vergangenen Jahres wurde mit einer großen Tour nach Frankena abgeradelt und der Sängerstadtmarketingverein konnte mit über 1 600 Teilnehmern bei geführten Rad- und Wandertouren auf ein besonders erfolgreiches Jahr zurückblicken. Von Torsten Pötzsch

Maßstäbe für 2005 wurden gesetzt und die Zeit des Wartens, bis es wieder „on Tour“ geht, hatte in dieser Woche mit einer Auftaktveranstaltung in Schacksdorf, wobei das Amt Kleine Elster als Organisator und Kooperationspartner zur Seite stand, endlich ein Ende.
Kleinere Bedenken von Wolfgang Becker vom Sängerstadtmarketingverein, Christine Graf und Wolfgang Jabin als Wanderführer, dass an einem Wochentag nicht genug Interessenten kommen, zeigten sich als unbegründet. Kurz nach 10 Uhr herrschte im Saal der Schacksdorfer Gaststätte, bei der Ausgabe der Rad- und Wanderpässe 2005 ein starker Andrang. Insgesamt 73 Radler und Wanderer hatten nach kurzer Zeit ihre gelben Pässe in der Hand.
„Unter dem Motto: ,Bewusstes Genießen, Wandern und Radwandern schafft neue Erlebnisse' geht es in bewährter Weise weiter“ , erläuterte Wolfgang Becker. „Doch wir wollen noch mehr Menschen erreichen, gemeinsam mit uns etwas zu unternehmen. Dazu ist es uns gelungen, auch den Tourismusverband Elbe-Elster-Land e. V. für unsere Sache zu gewinnen. So ist es in diesem Jahr ganz neu, dass wir über die Grenzen des Altkreises Finsterwalde hinweg radeln und wandern und den gesamten Landkreis in unsere Touren einbeziehen.“
Ganz offiziell los geht es am 29. Januar unter dem Thema „Faszination - Kohlebergbau“ mit einem Besuch der Brikettfabrik „Louise“ und einer Winterwanderung durch das ehemalige nordöstliche Kohleabbaugebiet. Über das Jahr hinweg sind dann insgesamt 58 Touren geplant. Abschluss ist am 12. November ein großer Radlerfasching in Winkel.
Die Teilnahmemodalitäten haben sich bewährt und wurden nicht geändert. Der Pass kostet einen Euro und die Teilnahme an jeder Tour ebenfalls einen Euro. Wer sieben Touren nachweisen kann, ist zur Teilnahme an der Abschlussveranstaltung berechtigt. „Natürlich ist auch ein Auffüllbetrag von sieben Euro möglich, für die, die erst später zu uns stoßen oder ganz gezielt nur bestimmte Veranstaltungen besuchen möchten“ , erklärte Wolfgang Becker.
Amtsdirektor Gottfried Richter wollte unbedingt persönlich die Saison eröffnen. „Ich gebe zu, ich bin mehr als überrascht, auf welche Resonanz die Aktion stößt. Mit so vielen Teilnehmern hätte ich wirklich nicht gerechnet. Und besonders Klasse finde ich es natürlich, dass die Auftaktveranstaltung in unserem Amt stattfindet. Ein bisschen haben wir uns das aber auch verdient, denn wir tun sehr viel für die Entwicklung von touristischen Angeboten.“ Die Gäste bekamen, bevor es auf die Strecke gehen sollte, vom Amtsdirektor Richter noch einen Fachvortrag über den Ausbau und die Entwicklung des Tourismus im letzten Jahrzehnt im Amt Kleine Elster. Vom „Flaggschiff F 60“ über das Sallgaster Schloss mit seinem Park, dessen Vollendung kurz bevorsteht, bis hin zum „Zukunftsprojekt Schip chenbahn, denn diesen Traum haben wir noch nicht ausgeträumt. Wir bieten gerade mit beim Verkauf der Gleisanlagen durch die Deutsche Bahn.“
Einige Gäste scharrten schon mit den Füßen, denn sie wollten endlich loswandern. Zwei Angebote standen zur Auswahl. Einmal ging es mit Wolfgang Jabin durch den Wald in Richtung Lichterfeld, um einen Blick auf die F 60 zu erhaschen. Christine Graf zog es mit ihrer Truppe in Richtung Betten, wo Pfarrer Wolf schon vor seiner Kirche wartete. Er überraschte die Wanderer mit einem Lied auf der Orgel und lobpreiste seine Kirche in höchsten Tönen. Anschließend ging es über den alten Kirchweg, über die Felder hinweg, zurück nach Schacksdorf.
Beide Touren umfassten etwa acht Kilometer - für viele genau der richtige Einstieg. Zum Mittag stärkte man sich mit einem deftigen Schweinebraten mit Rot- oder Rosenkohl aus den Töpfen von Manuela Zierenberg. Bei aller Freude über den Saisonauftakt gedachten die Teilnehmer wie Millionen Menschen in ganz Europa um 12 Uhr der Opfer der Tsunami-Katastrophe in Südasien.
„Es war eine gute und rundum gelungene Sache“ , resümierte Irene Matthäus aus Finsterwalde den Auftakt und traf damit die Meinung der meisten Gäste. „Beim Wandern bin ich garantiert, wenn es sich einrichten lässt, immer mit dabei. Radfahren in so einer großen Truppe ist nicht so mein Ding.“
Hans Wienandt aus Schacksdorf fand dagegen die „Truppenstärke“ genau richtig. Für ihn spielt es dabei keine Rolle, ob geradelt oder gewandert wird. „Mehr hätten es gar nicht sein sollen, denn bei so großen Massen geht viel Information verloren. Toll bei der Aktion finde ich die Kombination aus Bewegung und Wissensvermittlung. Man lernt doch immer noch etwas dazu. Wenn einige Zeitgenossen meinen, schon alles über ihre Heimat zu wissen, dann sollten sie unbedingt einmal bei solchen Veranstaltungen mitmachen.“

Service Informationen im Internet
 Nähere Informationen über Organisatoren, Kooperations- und Ansprechpartner, Tourenpläne, Veranstaltungsorte und -zeiten, Fahrradmietstationen und wo man die Teilnehmerpässe bekommen kann, findet man im Internet unter www.elbe-elster-tour.de.