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| 17:30 Uhr

Kreisverkehrswacht
Gefährliche Alleebäume: die Säge ansetzen

Von Dieter Babbe. Verkehrswacht-Präsident Rainer Genilke regt angesichts steigender Baumunfälle im Land eine neue Debatte an. Von Dieter Babbe

Das Land Brandenburg sollte an einigen für Auto- und Motorradfahrer gefährlichen Baumalleen die Säge ansetzen. Das fordert Rainer Genilke, Präsident der Landesverkehrswacht, angesichts deutlich steigender Unfallzahlen auf Alleestraßen. 35 Prozent der insgesamt 148 Verkehrstoten (27 mehr als im Vorjahr), womit Brandenburg unrühmlicher Spitzenreiter in Deutschland ist, waren im vorigen Jahr bei solchen Baumunfällen gestorben.

Die Zahl der Toten stieg innerhalb eines Jahres von 30 auf 51 und damit um 70 Prozent. „Was es noch schlimmer macht: Die Opfer waren nicht nur Verursacher, auch unbeteiligte Betroffene. In jedem Fall stehen menschliche Schicksale dahinter, denken wir auch an die Familien der Opfer. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung muss man doch feststellen: Tempo-70-Schilder aufzustellen reicht nicht mehr“, erklärt Rainer Genilke.

Bei der Jahreshauptversammlung der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster stieß der Präsident der Landesverkehrswacht und Verkehrsexperte der CDU-Fraktion im Landtag eine Debatte an: „Wir müssen uns fragen, ob wir in Zukunft noch überall Alleen brauchen und als Kulturgut schützen wollen, wenn wir wissen, dass wir uns dort tot fahren. Wollen wir die Todeszahlen signifikant senken, müssen wir an allen Alleen Leitplanken anbringen, was viel Geld kostet, oder einsehen, dass wir nicht jede Allee erhalten können.“

Obwohl die Zahl der Baumunfälle im Elbe-Elster-Kreis nicht gestiegen ist, wie Stefan Wagenmann, Leiter des Straßenverkehrsamtes, erklärte und auch bei den Verkehrstoten, die 2017 zum Vorjahr von zehn auf fünf zurückgingen, nicht im Landestrend liegt, hat es in diesem Jahr bereits drei Opfer im Straßenverkehr gegeben, informierte Gerd Elsel von der Polizeiinspektion Elbe-Elster. Behördenleiter Wagenmann berichtete von anderen Sorgen mit den Rasern, die die meisten Verkehrsunfälle verursachen. So sei die Zahl der Bußgeldverfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen in den letzten beiden Jahren im Elbe-Elster-Kreis von 30000 auf mehr als 40000 gestiegen.

Die Unfallzahlen wären noch weit höher, würde es das ehrenamtliche Engagement der Verkehrswächter nicht geben, würdigte Präsident Rainer Genilke die Arbeit der 55 Mitglieder der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster. Der Verein hat im vorigen Jahr bei 268 Veranstaltungen mehr als 4700 Menschen erreicht, so bei Verkehrsteilnehmerschulungen, beim Verkehrsunterricht in Kitas und Schulen, bei Aktionen mit Senioren und auch beim Sicherheitstraining auf dem Übungsplatz in Massen, wo die Termine für das erste Halbjahr 2018 bereits nahezu ausgebucht sind.

Auf diesem Autodrom findet am 23. Juni der nächste Verkehrstag statt. Besucher sind diesmal zu einem Kart-Rennen um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ eingeladen, wo es nicht um Schnelligkeit, sondern um Geschicklichkeit, die Einhaltung von Verkehrsregeln und um die Beherrschung des Fahrzeuges geht. Unterstützt wird die Veranstaltung vom MC Lebusa, der seit Jahrzehnten erfolgreich beim Kart-Sport ist. Zu einem Hingucker soll außerdem eine besondere Autoschau werden: Bastler sind eingeladen, ihre Fahrzeuge der Marke Eigenbau – von der fahrenden Bierkiste, über Seifenkisten bis zu originellen Zwei-, Drei- und Vierradfahrzeugen vorzustellen und vorzuführen. Interessenten sollten sich bei der Kreisverkehrswacht per E-Mail anmelden unter:
kreisverkehrwacht_EE@web.de

Unter der Regie der Kreisverkehrswacht und unterstützt vom Sängerstadt-Marketingverein fällt am 21. April der Startschuss ins touristische Radlerjahr für den Finsterwalder Altkreis. Eine erlebnisreiche Tagestour – mit und ohne E-Bike – führt von Finsterwalde zum Islam-Kloster nach Trebbus, in die Keller von Schloss Sonnewalde und zum idyllischen Lugkteich. Die nächste Familienradtour, zu der insbesondere Familien mit kleineren Kinder eingeladen sind, führt am 16. Juni durch die Sängerstadt, wo die Steppkes am Gerätehaus Mitte mit dem Feuerwehrauto fahren und im Finsterwalder Tierpark bei einer speziellen Führung Tiere auch streicheln und füttern dürfen.

Zu seinem 50. Geburtstag hatte Verkehrswacht-Präsident Genilke seine Gäste gebeten, auf Sachgeschenke und Blumen zu verzichten. Mit den Geldpräsenten will er unter anderem die Arbeit der Finsterwalder Jugendfeuerwehr und auch die Kreisverkehrswacht unterstützen. So konnte der Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung einen Scheck in Höhe von 1000 Euro entgegennehmen. Das Geld wird für den Kauf neuer Bekleidungsgegenstände für die Verkehrswächter verwendet, deren Aktionen sehr oft bei Wind und Wetter im Freien stattfinden.