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| 01:29 Uhr

Amtsausschuss Kleine Elster fordert Beitritt zur Energieregion

Massen. Mit Unverständnis und Empörung reagiert man im Amt Kleine Elster auf den Streit beim Kreis, wo sich insbesondere Teile der CDU und Linken bislang gegen einen Beitritt von Elbe-Elster zur Energieregion Lausitz-Spreewald gewehrt haben. In einem „Offenen Beschwerdebrief“ an den Landrat und die Fraktionschefs von SPD und CDU wird appelliert: „Lassen Sie Landtags-, Bundestags- und Landratswahlkämpfe außen vor und vollziehen sie den Beitritt.“ Dieter Babbe

Der seit Wochen andauernde Streit auf der politischen Bühne des Kreises, ob Elbe-Elster sich einer Energieregion Lausitz-Spreewald anschließen soll, wird von Massen aus "mit großer Sorge" verfolgt, wie es in dem Schreiben heißt, das von Bernd Güttes verfasst und vom Amtsausschuss einmütig unterstützt wurde. Als historische Braunkohlegegend sei man dabei, mit dem Aufbau neuer alternativer Formen der Energiegewinnung neue Zukunftsfelder in Wirtschaft und Tourismus zu besetzen. "Wir beginnen Vorstudien zu einem Netzverbund aus Wasserkraft-, Wind-, Photovoltaik- und Biomassekraftwerk, überlegen einen Ferienhausbau im Niedrigenergiebereich durch hochmoderne Dämmerungs- und Energiesteuerungssysteme. Wir haben dafür erste Industriepartner gefunden, suchen aber noch weitere und wollen das über die Energieregion Lausitz-Spreewald tun." Umso unverständlicher sei dieses ständige Hin und Her in den kreislichen Gremien, so heißt es."Man glaubt, man lebt im falschen Kreis", sagte Ditmar Gurk, Bürgermeister von Lichterfeld-Schacksdorf, für den dieses Hickhack in Herzberg "nicht nachvollziehbar" sei. "Wir wären in den letzten zehn Jahren mit den IBA-Projekten nie soweit gekommen, hätte es hier nicht die enge Zusammenarbeit der vier Landkreise gegeben", erklärte Gurk, der zugleich Vorsitzender des Fördervereins F60 ist, im Amtsausschuss. "Ich hatte eigentlich gedacht, dass das Kirchturmdenken längst vorbei ist", sagte er. Nun sei bei einem Nichtbeitritt zu befürchten, "dass die Entwicklung an uns vorbei geht und wir nur noch zugucken", formulierte Frank Tischer, der Ausschussvorsitzende. Auch Amtsdirektor Gottfried Richter warnte die Fraktionen davor, einem Beitritt des Kreises zur Energieregion Lausitz-Spreewald nicht zuzustimmen. "Sie zerreden unsere Zukunftschance", sagte er in Richtung Falkenberg, wo heute der Kreistag über den Beitritt nochmals berät und abstimmt. Bereits jetzt wirke sich die negative öffentliche Debatte auf das Interesse von Investoren aus, erklärte Richter, der feststellt: "Der Kreis bremst uns aus."Ditmar Gurk erklärte: "Sollte der Kreis am Montag den Beschluss fassen, der Energieregion Lausitz-Spreewald nicht beitreten, stellen wir als Amt den Antrag um Aufnahme. Oder wir wechseln in einen anderen Kreis." Dieter Babbe