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Amateurkunstausstellung
Die Welt auf besondere Weise entdecken

Glückwünsche gingen an Helga Habermann aus Schacksdorf als „reifste“ Ausstellerin. Sichtbar glücklich nahm sie den Dankeschön-Blumenstrauß entgegen.
Glückwünsche gingen an Helga Habermann aus Schacksdorf als „reifste“ Ausstellerin. Sichtbar glücklich nahm sie den Dankeschön-Blumenstrauß entgegen. FOTO: Jürgen Weser / LR
Finsterwalde. Elfte Elbe-Elster Amateurkunstausstellung von 33 Künstlern im Finsterwalder Museum. Von Jürgen Weser

Seit 1998 gibt das Kulturamt des Landkreises Amateurkünstlern im Wechsel mit der Schau der Berufskünstler alle zwei Jahre Raum und Gelegenheit sich mit ihren Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die elfte Ausstellung in diesem Format ist am Donnerstag im Finsterwalder Kaufmanns- und Sängermuseum eröffnet worden. Mit dabei: 74 Arbeiten von 33 Amateurkünstlern. Sie ist bis Mai zu den üblichen Museumsöffnungszeiten zu sehen.

Gespannt warteten die zahlreichen Freizeitkünstler, welche ihrer eingereichten Arbeiten von der Jury ausgewählt wurden. „Wir haben uns sehr viel Zeit genommen, auch um ein stimmiges Gesamtbild der Ausstellung zu erreichen“, betonte Museumsverantwortlicher Olaf Weber, der auf viele Besucher der Schau hofft. „Die Qualität kann sich in der Vielfalt von Ölbildern, Acrylarbeiten, Aquarellen, Collagen, Skulpturen und Installationen sehen lassen“, urteilte zur Vernissage nicht nur Kulturamtsleiter Andreas Pöschl. Für E.R.N.A. als Jurysprecherin „kommt Kunst von Künden und dann kommt Können hinzu“. Eigene Ideen darzustellen haben die ausgestellten Arbeiten alle.

Das zeigen auch die Arbeiten von Barbara und Jörg Hönig aus Herzberg. Mit den Acrylmalereien von ihr und seinen Holzarbeiten bleiben die ehemaligen Tierärzte auch ihrem Faible für die Natur treu. Vielfältig zeigen sich die Arbeiten der Zirkelteilnehmerinnen von Ararat Haydeyans Malzirkel in Saathain. „Stolzer Hahn“ von Hella Rühl fein ziseliert zieht die Blicke auf sich wie Margit Eulzers farbintensiven „Winterimpressionen“ und Marion Weigels Studie „Aus dem Rahmen fallen“. Für Corinna Bernhardt ist der Gedankenaustausch bei der Arbeit im Zirkel ebenso wichtig wie die künstlerische Anleitung.

Mit ihrer Collagenarbeit „Neunmalschnippeleien“ zeigt Petra Schober aus Doberlug-Kirchhain eine illustrative Wandgestaltung, während sich die Holzfiguren von Ehemann Gerhard von der Vorgabe der Natur inspirieren ließen. Mit kräftigem, farblich-expressiven Pinselstrich hat Kunstlehrerin Anne-Christin Bogott ihre Hafenimpressionen ins Bild gesetzt. Mit besonderem Blick hat Jörg Schulz aus Hennersdorf seine Fotostilleben in Szene gesetzt. Unermüdlich seit vielen Jahren malt Helga Habermann aus Schacksdorf. Strahlend nahm die 1932 geborene umtriebige Frau den Dankeschön-Blumenstrauß als „reifste“ Ausstellerin für ihre gelungenen Bilder entgegen. „Ich habe viel vom leider schon verstorbenen Finsterwalder Künstler Eckhard Böttger gelernt“, erzählt sie. In jedem Fall werde man diese Möglichkeit für Amateurkünstler, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, im kulturellen Angebot des Landkreises behalten, bekräftigt Andreas Pöschl.