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Am besten gefällt die lustige Schostakowitsch-Polka

Viel Spaß hatten Musikerinnen und Kinder beim Konzert im Logenhaus.
Viel Spaß hatten Musikerinnen und Kinder beim Konzert im Logenhaus. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Finsterwalde. Zwei Kinderkonzerte waren notwendig, um die Kartenwünsche der vier Finsterwalder Grundschulen zu befriedigen. Gern hat sich das Amalia Streichquartett aus Weimar am gestrigen Freitagvormittag vor dem großen Abendkonzert beim Finsterwalder Kammermusikfestival der Herausforderung im Finsterwalder Logenhaus gestellt. Jürgen Weser / jgw1

Etwa 230 Mädchen und Jungen aus den Klassenstufen 1 bis 6 lauschten der Musik von Schostakowitsch, Mozart und Brahms und erfuhren Spannendes über die Stücke und ihre Komponisten. Für Jonanna Zmeck und Nassib Ahmadieh ist es als Organisatoren des Festivals und als Musikpädagogen an der Kreismusikschule Herzensangelegenheit, Kinder an Musik heranzuführen, die ihnen im Alltag oft verschlossen bleibt. Deshalb freuen sie sich über die prima Resonanz an den Finsterwalder Grundschulen.

,,Hörgewohnheiten der Kinder erweitern" möchten Zmeck und Ahmadieh. Das funktionierte gestern prächtig, zumal sich die vier Musikerinnen mit ihrem kleinen Konzert bestens auf die jungen Zuhörer eingestellt hatten.

,,Womit machen die denn Musik?", fragten die Kinder, denn auf der Bühne gab es vier Stühle und Notenständer aber keine Instrumente. Das änderte sich mit dem Auftritt des Amalia-Quartetts. Gleich mit dem ersten Stück überraschten die Musikerinnen die jungen Zuhörer. Im rasendem Tempo flogen die Bögen über zwei Geigen, Bratsche und Cello und ließen hören, dass Schostakowitsch-Musik rasant und ziemlich modern sein kann. Vor allem die Jungs im Publikum staunten, als sie durch Barbara Seifert, die locker kindgemäß durchs Programm moderierte, von der Fußballbegeisterung des russischen Komponisten erfuhren und dass er sogar Schiedsrichter war.

Berühmte Musiker können also ganz normale Menschen sein. Das vermittelte das Streichquartett auch mit Musikproben des fröhlichen und frechen Mozart, der eher Noten als Buchstaben schreiben konnte. Und sie hörten, dass Instrumente als Dissonanzen miteinander streiten können wie sie in den Schulpausen. Mit dem Romantiker Brahms bekamen die Kinder Musik noch einmal anderes zu hören. Am besten gefiel Mathilda Langer und Maxi Riemer aus der 1. Klasse der Grundschule Nord jedoch die lustige Schostakowitsch-Polka.

Über die gespannte Aufmerksamkeit der Erst- bis Drittklässler beim gestrigen Konzert, ihren Beifall und ihre neugierigen Fragen freuten sich die vier jungen Musikerinnen aus Weimar. Es darf also auch Kammermusik für Kinder sein.

Für das Matineekonzert für die ganze Familie am Sonntag um 11 Uhr im Logenhaus gibt es für Kurzentschlossene noch Karten. Die Vier EvangCellisten nehmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch ihre Lieblingsstücke.