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| 17:16 Uhr

Finsterwalde
Am 1. Mai Spaziergang für faire Löhne und faire Arbeit

Finsterwalde. Der DGB-Kreisverband Elbe-Elster, SPD und Linke organisieren den Tag der Arbeit gemeinsam. Von Heike Lehmann

„Faire Löhne für faire Arbeit“ so lautet das Motto des DGB-Kreisverbandes Elbe-Elster für den 1. Mai 2018, den Tag der Arbeit, in Finsterwalde. Damit hebt man sich von dem Aufruf vom DGB Südbrandenburg für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit ab. Aus gutem Grund, wie Gewerkschaftssekretär Lutz Glasewald erklärt: „Wenn wir den 1. Mai als Tradition erhalten wollen, brauchen wir den regionalen Bezug.“ Die Mitgliederzahlen bei den Gewerkschaften stagnieren. Der Organisationsgrad vor allem bei jüngeren Leuten gehe zurück. Der Solidaritätsgedanke sei weitgehend verschwunden, bedauert Glasewald.

Von der gemeinsamen Fahrrad-Demo, die vor Jahren noch von Betriebstor zu Betriebstor in Finsterwalde führte, hat man sich endgültig verabschiedet. Stattdessen sind Arbeitnehmer, Interessierte, Familien und Sympathisanten aufgerufen zur Demonstration in Form eines Spaziergangs. Die Kreisverbände des DGB Elbe-Elster sowie der Partei Die Linke und der SPD-Ortsverband Finsterwalde ziehen dafür gemeinsam die Fäden. „Das funktioniert beim gewerkschaftspolitischen Stammtisch gut. Die SPD hat dort alle unter einen Hut gekriegt“, berichtet Glasewald. Vielleicht bringe das auch dem 1. Mai wieder mehr Zulauf. 

Treffpunkt ist am Dienstag, 1. Mai, um 10 Uhr auf dem Markt in Finsterwalde. Der Weg führt dann über die Lange Straße, den Langen Damm, die Rosa-Luxemburg-Straße – mit einem Halt bei Galfa, wo es aus Gewerkschaftssicht einige Probleme gibt – bis zur Gaststätte „Zur Erholung“, wo im Biergarten zum politischen Brunch mit dem Charakter eines Familienfestes Einkehr gehalten wird. Für die Musik sorgt die Nachwuchsband „Crew 8“.

Einzelne Gewerkschaften werden sich in der „Erholung“ präsentieren. Lutz Glasewald kündigt an: „Es wird aber keine stundenlangen, politisch hochtrabenden Reden geben. Stattdessen bieten wir ein offenes Mikrofon.“ Nutzen wird dies selbstverständlich die ehrenamtliche DGB-Kreisvorsitzende Heidrun Elsner für ihre Mai-Rede. „Wir laden andere Gewerkschafter, unsere Mitorganisatoren von der SPD und der Linken sowie interessierte Bürger ein, auf Missstände hinzuweisen und Forderungen zu stellen“, sagt Glasewald. Leiharbeit sei „noch immer ein heißes Thema“ in Elbe-Elster. Unterschiede zwischen Frau und Mann, Tarif und Nicht-Tarif, Industrie und Handwerk und nach wie vor zwischen Ost und West sind im Arbeitsleben allgegenwärtig. „Arbeitgeber versuchen, den Mindestlohn zu umgehen, besonders ausgeprägt ist das im Dienstleistungssektor. Aber die Befürchtungen, dass der Mindestlohn dem Handwerk schaden würde, seien nicht eingetreten. „Die Mehrkosten werden auf die Kunden umgelegt und die akzeptieren das weitestgehend, wenn sie dafür die Leistungen bekommen“, sagt Lutz Glasewald.