Wer als Fremder nach Schwarzheide reist, hat es nicht schwer. Er muss nur dem Wahrzeichen der Stadt folgen, dem 36 Meter hohen Wasserturm. Das Bauwerk, dessen Grundsteinlegung sich in diesem Jahr zum 70. Mal jährt, ist bereits vom Ortrander Berg von der Autobahn aus sichtbar. Der Turm markiert in etwa den geografischen Mittelpunkt der Stadt.

Nach Angaben des örtlichen Kultur- und Heimatvereins war das Bauwerk in seiner ursprünglichen Funktion lediglich rund anderthalb Jahrzehnte in Betrieb. Bereits um 1958 wurde es wegen einer neu gebauten Druckwasserleitung außer Betrieb genommen. Nach der Wende erfolgte die umfassende Rekonstruktion. Heute beherbergt der Wasserturm neben einer Gaststätte und mehreren Anlagen für Mobilfunk und Fernsehen eine Ausstellungsstube des Kultur- und Heimatvereins.

Auch Lauchhammer wartet mit einem Wasserturm auf. Kurioserweise ist dieser aus der Ferne, insbesondere von den nördlich der Stadt befindlichen Kippenbereichen, gut sichtbar, in der Stadt selbst eher selten. Nach Angaben des Wasser- und Abwasserverbandes Lausitz (WAL) wurde der Turm 1955 errichtet. Bereits gut 40 Jahre zuvor hatte sich die Niederlausitzer Wasserwerks-Gesellschaft den erhöht liegenden Standort für ihre Zwecke zunutze gemacht. Heute fasst der Behälter im Turm rund 1000 Kubikmeter Trinkwasser. Allerdings wird er mittelfristig nicht mehr zur Wasserspeicherung benötigt. Eine weitere Funktion des Bauwerks besteht in seiner Aufnahme von Antennen diverser Mobilfunkanbieter.

In Senftenberg und der näheren Umgebung gab es einst drei Wassertürme. Davon existiert noch einer. Dieser befindet sich in Bahnhofsnähe. Laut Angebot einer Dresdner Immobilienfirma steht das Areal inklusive seines 1930 errichteten Wahrzeichens zum Verkauf. Das Bauwerk auf dem Hörlitzer Paradiesberg musste Mitte der 1960er-Jahre dem Tagebau Meuro weichen. Es galt gleichzeitig als Bismarckturm. Eine weitere Wasserkonstruktion stand auf dem Koschenberg. Davon ist wegen des Grauwacke-Steinbruchs nichts mehr zu sehen.

Auch Ruhland nennt einen Wasserturm sein Eigen. Dieser befindet sich, ähnlich wie in Senftenberg, in Bahnhofsnähe. Bahnwassertürme dienten einst zur Wasserversorgung dampfbetriebener Lokomotiven.

Darüber hinaus gibt es in der Niederlausitz weitere Wassertürme. Nur die wenigsten erfüllen heute ihren eigentlichen Zweck.