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| 19:13 Uhr

Adventstürchen
Als Finsterwalde noch zwei Kinos hatte

Auf das ehemalige Kino Regina Finsterwalde deutet die schwungvolle Inschrift an der Fassade hin.
Auf das ehemalige Kino Regina Finsterwalde deutet die schwungvolle Inschrift an der Fassade hin. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Wir fragen unsere Leser: Welche Erinnerungen haben Sie an das ehemalige Kino Regina in der Sängerstadt? Von Heike Lehmann

Die LAUSITZER RUNDSCHAU bietet mit ihren Adventstürchen in diesem Jahr interessante Ansichten von Häusern zwischen Mühlberg und Finsterwalde, zwischen Herzberg und Sallgast. Diesmal gilt unser Blick den Fassaden, die mitunter schmucke Inschriften tragen. Deuten sie auf die Bestimmung, die Nutzung des Hauses oder verewigen sie den einstigen Besitzer? Vieles ist bei Sanierungsmaßnahmen verschwunden, anderes liebevoll erhalten geblieben. Manche Lettern an verfallenden Gebäuden sind kaum noch zu entziffern, um so neugieriger machen sie auf die Geschichten, die dahinter stecken.

Begeben wir uns also gemeinsam mit Ihnen, liebe Leser, auf eine Reise durch unsere Heimat. Lassen wir mit Fakten und Recherchen, mit Erinnerungen und vielleicht dem ein oder anderen Foto Hausgeschichten lebendig werden.

„Verblasst, aber unvergessen“ – so könnte man die Geschichte vom ehemaligen Kino Regina in Finsterwalde überschreiben. Das durchaus prägnante Eckhaus an der Ecke Langer Damm/Schacksdorfer Straße macht heute keinen besonders guten Eindruck mehr. Einzig die Inschrift an der rötlichen Fassade ist ein Hingucker.

Genau 80 Jahre ist es her, dass das Haus feierlich neben dem „Weltspiegel“ als zweites Kino eröffnet wurde. Das war am 19. Oktober 1937. Gezeigt wurde zum Auftakt „Zu neuen Ufern“ mit Zarah Leander. Die Vorstellung begann um 18.45 Uhr. Es wurde übrigens an der Stelle errichtet, wo früher die Ölmühle Dietrich stand, die in der Nacht vom 30. Juli 1930 völlig niedergebrannt ist.

Viele Jahre hat die Stadt ein zweites Kino verkraftet. Heute ist es schwer geworden, in einer Stadt wie Finsterwalde nur ein Kino mit Besuchern zu füllen. Die junge Generation schaut Filme preiswert als Internet-Streaming.

In achtzig Jahren hat das Haus wechselnde Zeiten erlebt. Nationalsozialismus, Sozialismus und dann sogar noch die Marktwirtschaft. Mit einer Unterbrechung hat es immer irgendwie mit Filmen zu tun gehabt, was sich dort abspielte. Viele Jahre nach der Wende hat sogar die Finsterwalder Rockband Earthbend ein Album komplett im guten alten Regina eingespielt. „Regina tanzt“ hieß es auch einmal für kurze Zeit, als einige Party-Enthusiasten den bürokratischen Aufwand nicht scheuten und auf zwei Floors mit Musik aus der Konserve zum Tanz eingeladen hatten. Inzwischen aber ist mit Regina nicht mehr viel los. Es dümpelt leider vor sich hin.