| 16:26 Uhr

Bürgermeisterwahl
Allianz gegen Bodo Broszinski

Torsten Drescher wirbt offen um Unterstützung für Sebastian Rudolph.
Torsten Drescher wirbt offen um Unterstützung für Sebastian Rudolph. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Doberlug-Kirchhain spitzt sich zu. Unterlegene Mitbewerber von SPD und Linke rufen auf, bei der Stichwahl am 8. Oktober Sebastian Rudolph (CDU) zu wählen. Heike Lehmann

Doberlug-Kirchhain Stadtoberhaupt Bodo Broszinski (FDP), der sich nach zwei Amtsperioden erneut der Wahl stellt, sieht sich einer breiten Allianz gegenüber, die ihn aus dem Rathaus drängen will. Man will den Wechsel.

Broszinski hat am Sonntag zwar die meisten Stimmen bekommen, aber die absolute Mehrheit verfehlt (45,7 Prozent). Deshalb wird es am 8. Oktober eine Stichwahl zwischen ihm und Sebastian Rudolph (CDU) geben, der ihm mit 27,6 Prozent am nächsten kam.

Rudolph freut sich über die Unterstützung der unterlegenen Bewerber, Torsten Drescher (SPD) und Ingo Setzermann (parteilos/Linke). Beide haben ihre Wahlplakate überklebt mit „Am 8. Oktober wählen! Sebastian Rudolph. Ich bin dafür“. Rudolph dazu in den sozialen Netzwerken: „Sie wissen als Abgeordnete um die Probleme. Und ich bin stolz auf die beiden Jung's! Warum? Weil Sie zu Ihrem Wort stehen.“ Die Wählergemeinschaft WBU/LUN hat sich dem bei Facebook angeschlossen.

Torsten Drescher sagt: „Ich bin angetreten, um den Amtsinhaber abzulösen. Wie im LR-Wahlforum deutlich geworden ist, sind die Wahlprogramme der drei Herausforderer ziemlich deckungsgleich. Deshalb unterstütze ich Sebastian Rudolph.“ Am Montagmorgen habe er von der Klebeaktion erfahren, selbst gedruckt und geklebt.

Auch Ingo Setzermann hat sich der Klebeaktion angeschlossen
Auch Ingo Setzermann hat sich der Klebeaktion angeschlossen FOTO: Heike Lehmann

Die besondere Konstellation in diesem Bürgermeisterwahlkampf lag darin, dass alle drei Mitbewerber in der Stadtverordnetenversammlung sitzen, zum Teil an exponierter Stelle – Rudolph ist deren Vorsitzender und Drescher leitet den Ausschuss für Stadtentwicklung, Bildung, Soziales und Tourismus. Die Kritik an Broszinski hat dort ihren Ursprung. So bemängelt Drescher, „dass es keine Kommunikation mehr mit den Stadtverordneten gibt, Unterlagen werden nicht vorbereitet, wir werden nicht über Vorgänge in der Stadt informiert“. Und weiter: „Es passiert nichts mehr. Man sieht das am Stadtbild. Ein neuer Bürgermeister könnte was ändern“, glaubt er. Aus seiner Sicht sei es „bemerkenswert, dass der Amtsinhaber noch so viele Stimmen bekommen hat“.

Moderater klingt es bei Ingo Setzermann. „Ich habe meine 50 Wahlplakate in Abstimmung mit Torsten Drescher zum Überkleben freigegeben. Ich danke allen, die mich gewählt haben, wollte aber die Veränderung. Und die kann jetzt Sebastian Rudolph bringen.“ Das will er ohne Kritik an Bodo Broszinski verstanden wissen. „Ich werfe dem Amtsinhaber nichts vor und schmeiße nicht mit Dreck. Bleibt er Bürgermeister, dann arbeite ich mit ihm genauso gut zusammen“, sagt der parteilose Stadtverordnete der Linken. Dass die Linken-Wähler jetzt zu CDU-Wählern werden sollen, sieht er nicht so. „Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl, keine Parteienwahl.“ Der Ortsvereinsvorsitzende der Linken, Herbert Damm, erklärt: „Mit uns ist nichts abgestimmt. Das hat mit den Linken nichts zu tun. Im Übrigen halte ich den Wähler für mündig genug.“

Anders der SPD Ortsverband. „Es gab Absprachen, im Falle einer Stichwahl den übriggebliebenen Herausforderer zu unterstützen“, sagt Lutz Kilian, Chef der SPD und der Fraktion SPD/FDP. Auch er bemängelt Kommunikation, Information sowie die Nichtwahrnehmung von Terminen durch den Bürgermeister. „Die Säge quietscht schon ganz schön“, wird er bildlich.